Kernel: Linux 5.9 schließt Lizenzlücke

Der aktuelle Linux-Kernel 5.9 macht RISC-V Tickless, unterstützt Xen auf dem Raspberry Pi 4 und schließt eine Lizenzlücke.

Artikel veröffentlicht am , Kristian Kißling/Linux Magazin
Linux 5.9 ist erschienen.
Linux 5.9 ist erschienen. (Bild: Pixabay)

Linux-Chefentwickler Linus Torvalds hat Version 5.9 des freien Kernel veröffentlicht. Vor allem im Netzwerkbereich habe es zuletzt noch eine Reihe Fixes gegeben, gibt Torvalds in der Release-Mitteilung zum Kernel 5.9 an. Allerdings hätten die Änderungen keine weitere Entwicklungsrunde für den Kernel gerechtfertigt. Linux 5.9 ist damit fertig und das Merge-Window für Kernel 5.10 offen.

Inhalt:
  1. Kernel: Linux 5.9 schließt Lizenzlücke
  2. Besserer ARM-Hardware-Support

Der aktuelle Kernel bringt viele kleinere Neuerungen von Christoph Hellwig mit, die eine große Wirkung erzielen - zumindest lizenzrechtlich. Eine bisherige Lücke, um sogenannte GPL Exports über ein sogenanntes Shim-Modul zu umgehen, wurde geschlossen. Auslöser für den Schritt war wohl ein Facebook-Entwickler, der versucht hatte, Patches für ein Interface unterzubringen, über das das NetGPU-Core-Modul und Nvidias proprietärer Kerneltreiber kommunizieren. Mit den Änderungen sollte die Nutzung oder Entwicklung proprietärer Treiber künftig deutlich schwerer werden.

Neue Crypto-Treiber und Inline-Verschlüsselung

Der Kernel bekommt außerdem einen neuen Crypto-Treiber (Sa2ul) und drei neue Hardware-RNG-Treiber (BA431, JZ4780 und X1000). Hinzu kommen Device-Mapper-Updates von Mike Snitzer. Die Device-Mapper-Verschlüsselung unterstützt nun auch Zoned Block Devices.

Eric Biggers liefert außerdem Aktualisierungen für FScrypt, allen voran den Support für Inline-Verschlüsselung über das Blk-Crypto-Framework. Mithilfe der Mount-Option -o inlinecrypt für die Dateisysteme Ext4 und F2FS ver- und entschlüsselt die neue Block-Crypto die Dateien und verwendet dafür nicht direkt das Crypto-API.

Bessere Unterstützung für Zonen

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Im Zoned-Storage-Modell für NVMe-Datenträger lassen sich üblicherweise alle Sektoren in einer Zone beschreiben. Bei SSDs, die den Zoned-Namespaces-Standard (ZNS) unterstützen, besteht hingegen die Möglichkeit, ausgewählte Zonen beschreibbar zu machen. Das steigert die Leistung in bestimmten Nutzungsszenarien und ermöglicht es Anwendungen, ihre Daten gezielt in den Zonen zu platzieren.

Linux bringt für Zoned Block Devices ein eigenes Dateisystem namens ZoneFS mit. Mit Kernel 5.9 erhält ZoneFS Support für Zone Capacity und verwendet dabei das Zone Capacity Field anstelle von blk_zone, um die maximalen Inode-Größen und -Blöcke in ZoneFS zu ermitteln.

Besser prozessieren

Um die Steuerung separat arbeitender Prozessoren kümmert sich im Kernel das Remote Processor Framework. Das führt in Kernel 5.9 einen Entkoppelt-Zustand für entfernte Prozessoren ein, die beim Booten von Linux auf einem der Prozessoren ebenfalls einbezogen werden sollen. Konkret klappt das nun dank Entwickler Bjorn Andersson für die STM32-Plattform.

Daneben unterstützt Kernel 5.9 unter anderem Intels AI-Prozessor Gaudi besser. Dessen Konfiguration braucht laut Greg Kroah-Hartman keinen Rate Limiter mehr, auch den partiellen SoC-Reset haben die Entwickler entfernt.

Tickless RISC-V

Linux läuft auf zahlreichen Plattformen, daher ist auch in diesem Bereich immer Neues angesagt. So kündigt Palmer Dabbelt "viele neue Kernel-Features" für die noch recht junge freie Architektur RISC-V an. Unter anderem lässt sich nun über NO_HZ_FULL im Echtzeitbetrieb ein Tickless-System aktivieren, bei dem der lokale Timer die CPU nicht unterbrechen darf. Und es gibt JUMP_LABEL-Support, der sinnvoll im Zusammenhang mit Tests ist.

Andere Architekturen hingegen verlassen den Kernel bereits wieder, weil sie nicht mehr zum Einsatz kommen. So erging es diesmal Unicore32, einer chinesischen 32-Bit-RISC-Architektur, die aus dem Kernel flog.

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Besserer ARM-Hardware-Support 
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Um das mal zu erläutern: Genau das meinte ich mit ubuntu/arch. Debian sid ist per...


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