Besserer ARM-Hardware-Support

Support für drei neue ARM-SoCs (32 und 64 Bit) zählt der Pull Request von Arnd Bergmann auf. Auch neu sind Device Trees für drei neue SoCs in existierenden Produktfamilien. Der Allwinner Sunxi bietet ein neues Board für einen existierenden SoC an. Dabei handelt es sich um die Revision 1.2 des Pine64 Pine-Phones, ein günstiges Smartphone, das kein Android mitbringt. Auch bei den ARM-SoC-Treibern gibt es Neues: So unterstützt der Firmware-Treiber des Turris Mox nun signierte Blobs.

Nicht so sichere Enklaven

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Nutzer von x86-Intel-Prozessoren dürfen sich über Support für FSGSBASE freuen. Der kommt laut Thomas Gleixner fünf Jahre nach dem ersten RFC zum Thema. Entwickler Sasha Levin hatte entdeckt, dass ausgerechnet Intels Sicherheitsenklaven (SGX, Software Guard Extensions) "hinter dem Rücken des Kernels" Kernel-Module laden, die FSGSBASE aktivieren und damit einen nicht-privilegierten Root-Zugriff erlauben. Andererseits beschleunigen die FSGSBASE-Instruktionen Kontext-Switches signifikant und ermöglichen es dem Userspace, ohne Kernel-Interaktion GSBASE zu schreiben.

Dank Boot-Updates von Ingo Molnar kommt die x86-Architektur nun zudem auch mit Kernel- und Initrd-Images zurecht, die Zstd zum Komprimieren verwenden. Als Grund wird genannt, dass Zstd einen sehr schnellen Dekompressor habe, die Daten dennoch zugleich optimaler packe als Gzip.

Fanotify schneller

Updates erhielten auch Fanotify und FSnotify. Einerseits erzeugt FSnotify nun weniger Overhead, wenn es nicht im Gebrauch sei. Andererseits hat ein Entwickler Fanotify-Ereignisse mit Namen implementiert. Dies erlaubt ein effektives Monitoring von ganzen Dateisystemen, das etwa auch Änderungen auf einem Mirror bemerkt.

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Bei den Perf-Tools überwachen Control File Descriptors die Arbeit von perf stat und perf record. Das ermöglicht es, auf Kommando vom Control File Descriptor hin mit Events zu starten, die zwar eingerichtet, aber inaktiv sind.

Um echt asynchrone Puffer-Lesevorgänge zu erreichen, brachte Jens Axboe Änderungen am io_uring-Code ein. Eric Biederman hingegen widmete sich exec und möglichen Verbesserungen daran. Im Entwicklungszyklus für Kernel 5.7 sei er auf Probleme mit exec gestoßen. Er habe unter anderem kernel_execve implementiert, was den Umgang mit Kernel Threads erleichtere.

Im Virtualisierungsbereich profitiert Xen von Kernel 5.9. Der Hypervisor läuft auch auf dem Raspberry Pi 4, weil dieser - anders als die Vorgänger - einen standardisierten GIC-400 Interrupt Controller verwendet, der Virtualisierung unterstützt.

Checkpoint-Restore für Prozesse

Neu im Kernel ist ein BPF-Iterator für Map-Elemente. Programme in derselben Cgroup dürfen nun ihre lokale CPU_STORAGE-Map teilen. Anstatt jeden Storage mit einer einzigen Verknüpfung zu verbinden, teilt der Code den Storage über verschiedene Verknüpfungen mit derselben Cgroup. Diese Verknüpfung hält bis zur Auflösung von Map oder Cgroup.

Entwickler Christian Brauner lieferte fehlende Teile nach, um Time Namespaces mit Pidfds zu verknüpfen. Der Entwickler hat auch Code eingereicht, der unprivilegierte Checkpoint- und Restore-Aktionen für Prozesse erlaubt. Die JVM-Entwickler haben Checkpoint/Restore bereits in die Java VM integriert, um die Startzeit zu verringern.

Dateisystem-Neuerungen

Bei den Dateisystemen erhält NFS über das NFSv4.2-Protokoll Unterstützung für Extended Attributes für Benutzer (user xattrs). Der NFS-Server unterstützt die Extended Attributes für User ebenfalls.

In XFS funktioniert Inode-Flushing nun vollständig asynchron. Die Entwickler haben einen alten Bug im Quota-Code behoben, der dafür sorgte, dass XFS Soft-Limit-Warnungen und Inode-Limits nicht sauber verfolgt wurden. Außerdem wurden die Reflink-Kontrollschleifen auf Effizienz getrimmt und das Verhalten von DAX unter Ext4 und XFS weiter stabilisiert.

Laut Ilja Drjomow ist in Sachen Ceph die Arbeit an den Client-Dateisystem-Metriken von Xiubo Li beendet. Ceph sendet die Metriken nun sekündlich an alle verfügbaren Metadata Server (MDS).

Besseres Netz

Im Netzwerk-Bereich erhalten die Atlantic NICs neue Features, darunter 64-Bit-Operationen und IPv6-Support für TCP LSO und UDP GSO. Bei den Drahtlos-Patches von Kalle Valo gelten die Microchip-wilc1000-Treiber als größte Neuerung, die den Staging-Bereich verlassen.

Auch Besitzer gewöhnlicher Consumer-Hardware profitieren zum Teil von Kernel-Updates. Dank solchen von Jiri Kosina für die Benutzerschnittstellen klappt das Testen von Eingabegeräten schneller. Außerdem gibt es Support für das Thinkpad 10 Ultrabook Keyboard.

Pavel Machek hat sich Gedanken über RGB-LEDs gemacht, die im Gegensatz zu Multicolor-LEDs das volle Spektrum an Farben abdecken. Geht es nach ihm, sollte der Kernel beide LED-Varianten unterstützen, erster Code dafür ist im Kernel 5.9 gelandet.

Grafikupdates für neue Hardware

Bleiben noch die Grafikupdates. Von Dave Airlie floss ein Pull Request ein, der einen neuen Displayport-Treiber für Xilinx ZynqMP anbietet, zwei neue AMD-GPUs (Sienna Cichlid und Navy Flounder) und erster Support für Rocket Lake im i915-Treiber für Intel-Grafik. Auch die Arbeit am DG1-Chip, der Intels neue XE-Grafikarchitektur unterstützen soll, hat im Kernel bereits begonnen. Der Nouveau-Treiber für Nvidia-Karten erhält CRC-Support über neu eingeführte Vblank Worker. Zudem unterstützt Nouveau 2 MiB große Systemspeicher-Pages ab der Pascal-Serie von Nvidia-Karten. Der Code für Linux 5.9 steht auf Kernel.org bereit.

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 Kernel: Linux 5.9 schließt Lizenzlücke
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