RISC-V und Multimedia

Die RISC-V-Entwickler haben im aktuellen Release-Zyklus eine Vielzahl von Neuerungen umgesetzt. Dazu gehören SECCOMP-, Nommu-, und M-Mode-Support. Zudem gibt der Kernel den von den CPU-Kernen unterstützten vollständigen RISC-V ISA-String an den Userspace weiter und behält nicht mehr Teile im Kernel zurück. Darüber hinaus unterstützt das Makefile der Architektur nun die gängigen Kernel-Kompressionsformate bzip2, lz4, lzma und lzo.

Außerdem finden sich zahlreiche weitere Optimierungen und Änderungen über diverse Subsysteme verstreut. Die cpuidle-Einheiten werden jetzt in Nanosekunden, nicht mehr in Mikrosekunden gemessen. Der EFI-RNG-Code für x86-Plattformen liefert eine zusätzliche Quelle an Zufall im frühen Bootstadium. Jiri Pirko hat den Netzwerk-Code um die Möglichkeit ergänzt, alternative Namen für Netzwerkgeräte zu verwenden. Ein neues API hilft dabei, von Livepatch-Callbacks veranlasste Änderungen am Systemzustand zu tracken.

Im Microcode-Bereich ergänzt Borislav Petkov die Late-Loading-Methode durch paralleles Laden, was vor allem in der Cloud interessant zu sein scheint und das Laden von Microcode beschleunigt. Für TPM 2.0 liegt der Trusted-Keys-Code ab Linux 5.5 nicht mehr unter drivers/char/tpm, sondern in security/keys. Gamer könnte interessieren, dass Linux nun die Logitech-G15-Tastatur unterstützt, und den Support für ein paar Geräte verbessert, darunter das Windows Precision Touchpad und Produkte von Primax.

Die Entwickler rund um Jens Axboe feilen weiterhin am io_uring-Support, wobei ein Fokus auf dem Umgang mit Netzwerk-Traffic lag. So ist die Ringgröße für CQ nicht mehr an die SQ-Ringgröße gekoppelt. Das hilft Netzwerk-Anwendungen bei bestimmten Workloads: Diese brauchen nur eine kleine SQ-Ringgröße für kleine IO-Sequenzen, aber eine große CQ-Ringgröße, um noch nicht bearbeitete Anfragen vorzuhalten. Auch spärliche und große Sets an Dateien unterstützt io_uring besser und macht Updates ohne Registrierungen möglich. Ebenso unterstützt io_uring Tracing und verfolgt Poll-Anfragen schneller.

Multimedia und WLAN

Für Alsa und ASoC kündigt Takashi Iwai in den Sound-Updates signifikante Änderungen an. Die Entwickler zerlegen ASoC in Komponenten. Außerdem refaktorieren und vereinfachen sie den Code. Es gibt neuerdings auch Wake-on-Voice-Support für Chromebooks sowie SPI-Support und Trigger-Wort-Detection für den RT5677-Audiotreiber. Hinzu kommen einige neue Treiber für verschiedene Audiogeräte und Verbesserungen im HD-Audio-Bereich.

Auch im Grafikbereich erwarten Linux-Nutzer Änderungen. So gibt es für AMDs Kernel Fusion Treiber (AMDKFD) Support für Navi 12, 14 und die Renoir APU. Für Letztgenannte bietet der AMDGPU-Treiber auch eine Resets-Option an. Der AMDGPU-Treiber unterstützt nun außerdem HDCP. Die Intel-Entwickler haben den Code für die kommenden Gen12-GPUs alias Xe überarbeitet und bestätigen nun offiziell, dass der Treiber auch für dedizierte Grafikkarten genutzt werden wird und nicht nur für die iGPU.

Der Wireless-Treiber mac80211 übernimmt den Code zur Airtime-Kalkulation aus dem Treiber mt76, um ein Airtime Queue Limit zu berechnen. Die Kernel-Patches stammen von Kan Yan (Google) und Toke Høiland-Jørgensen (Red Hat). Sie sind nötig, um Airtime Fairness umzusetzen, was der mt76-Treiber bereits kann. Dabei geht es darum, Daten fair an einen gemischten Gerätezoo zu verteilen, der aus Geräten mit schnellem und langsamen WLAN besteht. Zudem bringt der qtnfmac-Treiber Support für 802.11ax im Access-Point-Modus mit und aktiviert Offload-Bridging-Support.

Herunterladen lässt sich der fertige Kernel wie gewohnt auf kernel.org.

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