Neue Systemaufrufe und neues fürs Dateisystem

Das Wiederverwenden von Prozess-IDs kann auf Unix-Systemen mitunter Probleme machen, wenn unbekannt ist, in welchem Zustand sich die Prozesse gerade befinden. Die Pidfd (Process ID File Descriptor) sollen ein wenig bei der Aufklärung helfen. Der neue Systemaufruf pidfd_open() sorgt dafür, dass auch mit fork() und clone() erzeugte Prozesse, die kein CLONE_PIDFD verwenden, ansprechbare Pidfd verwenden. Über die erfährt der Prozessmanager davon, falls ein Child-Prozess ohne Race Condition stirbt.

Stellenmarkt
  1. Softwareentwickler (m/w/d)
    BST GmbH, Bielefeld
  2. API-Entwicklerin (m/w/d)
    GASAG AG, Berlin
Detailsuche

Ein weiterer Systemaufruf, das erwähnte clone(), wurde im aktuellen Kernel zudem geklont: Eine fast identische Kopie namens clone3() akzeptiert nun mehr Parameter als das Original.

Updates an Ceph und NFS

Aufregende Neuerungen kündigte Ilja Drjomow für Ceph an. Das unterstützt nun rbd object-map und fast-diff, die das Lesen, Verwerfen und Anlegen von Snap-Diffs für mitwachsende Images beschleunigen. Zudem unterstützt Ceph jetzt sicherheitsbezogene Extended File Attributes, allerdings bisher nur für SELinux.

Auch in Sachen NFS hat sich etwas getan. Das Verzeichnis /proc/fs/nfsd/clients/ hält nun lange ersehnte Informationen über NFSv4-Clients bereit, etwa zu geöffneten Dateien. Auf der Serverseite können Admins zudem den Status der Clients zwangsweise ändern.

Golem Akademie
  1. Docker & Containers - From Zero to Hero
    5.-7. Oktober 2021, online
  2. PostgreSQL Fundamentals
    14.-17. September 2021, online
Weitere IT-Trainings

Auf der Clientseite kommt NFSv4 mit dem speziellen File-Open-Access-Modus von Linux zurecht. Über die Mountoption nconnect=Anzahl wird dem NFS-Client zudem erlaubt, mehrere Verbindungen zum Server zu öffnen. Zugleich haben die Entwickler den Statistikcode aktualisiert, damit für alle Verbindungen Daten vorliegen. Nicht zuletzt darf NFSv4 dank eines neuen Mechanismus von Containern ohne Hostnamen verlangen, zumindest einen unverwechselbaren Bezeichner pro Host zu setzen.

Für Xen lieferte Jürgen Gross eine Serie von Patches an, die einen allgemeinen Kommandozeilenparameter einführen sollen. Dank ihm dürfen Gäste in virtualisierten Umgebungen künftig die Paravirtualisierungserweiterungen deaktivieren. UBI-FS unterstützt ebenfalls die Zstd-Kompression und signierte Offline-Dateisysteme.

Auch für die USB-Schnittstelle gibt es ein größeres Update, das die Einführung des neuen Cadence-DRD-Treibers betrifft. DRD steht dabei für Dual-Role Device. Der Cadence-DRD-Treiber für USB 3 lässt sich wahlweise in zwei Modi betreiben, nämlich Peripheral Only und Host Only (XHCI). Damit hängt der ebenfalls im Kernel 5.3 gelandete Support für Tigerlake Devices (Dwc3) und den neuen Imx7ulp-Treiber zusammen.

RISC-V bekommt große Pagetables

Auch für Risc-V hat Kernel 5.3 kleinere Neuerungen im Gepäck. So gibt es für die Architektur Hugepage-Support, also Unterstützung für große, von der CPU allozierte Arbeitsspeicher-Bereiche. Ebenso findet das initiale Pagetable-Setup nun zweistufig statt.

Der Berkeley Packet Filter (BPF) bringt Unterstützung für BTF-to-C mit. Die hilfreiche Neuerung erlaubt es, eine Untergruppe von BPF-Type-Formaten als Typendefinitionen in C auszugeben. Nicht nur erhöht das die Lesbarkeit der kryptischen BTF-Ausgaben, darüber lassen sich auch BPF-Programme portierbar machen, weil sie nicht mehr von den Kernel-Headern des Hosts abhängen.

Nicht zuletzt lässt sich die Boot-Kommandozeile nun während eines kexec-Kernelaufrufs messen. Das bedeutet, Veränderungen daran fallen im sogenannten Measurement-Prozess auf. Der dient der Sicherheit und verwendet unter anderem vom Trusted Platform Module erzeugte Werte, um Manipulationen beim Bootvorgang auf die Schliche zu kommen.

Linux 5.3 steht zum Download auf kernel.org bereit.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
 Kernel: Linux 5.3 unterstützt Navi und weiterhin Disketten
  1.  
  2. 1
  3. 2


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Hubble
Uralttechnik ohne Ersatz versagt im Orbit

Das Hubble-Teleskop ist außer Betrieb. Die Speicherbänke aus den 1980er Jahren lassen sich nicht mit der CPU von 1974 ansprechen, die auf einer Platine zusammengelötet wurde.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer

Hubble: Uralttechnik ohne Ersatz versagt im Orbit
Artikel
  1. Batteriezellfabrik: Porsche will Hochleistungsakkus mit Silizium-Anoden bauen
    Batteriezellfabrik
    Porsche will Hochleistungsakkus mit Silizium-Anoden bauen

    Akkus für nur 1.000 Elektroautos im Jahr will Porsche mit der neuen Tochterfirma Cellforce bauen. Vor allem für den Motorsport.

  2. Pornografie: Hostprovider soll Xhamster sperren
    Pornografie
    Hostprovider soll Xhamster sperren

    Medienwächter haben den Hostprovider von Xhamster ausfindig gemacht. Dieser soll das Pornoportal für deutsche Nutzer sperren.

  3. SSDs und Monitore zum Knallerpreis beim Amazon Prime Day
     
    SSDs und Monitore zum Knallerpreis beim Amazon Prime Day

    Wer auf der Suche nach neuer Hardware ist, sollte den Prime Day von Amazon nutzen. Hier warten Rabatte auf alle möglichen Artikel.
    Ausgewählte Angebote des E-Commerce-Teams

Bosancero 16. Sep 2019

Meine Vega Karten bzw. die Lüfter laufen viel zu schnell (1250 RPM bei unter 37°) Jemand...

tsx-11 16. Sep 2019

Das gilt beim Linux Kernel nur für User Space Sachen. Bei 3rd Party Kernel Sachen wird...

1st1 16. Sep 2019

Also, wenn einem Linux-Kernel-Entwickler mal ein Diskettenlaufwerk fehlen sollte, um den...


Folgen Sie uns
       


Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Amazon Prime Day • SSDs (u. a. Crucial MX500 1TB 75,04€) • Gaming-Monitore • RAM von Crucial • Fire TV Stick 4K 28,99€/Lite 18,99€ • Bosch Professional • Dualsense + Pulse 3D Headset 139,99€ • Gaming-Chairs von Razer uvm. • HyperX Cloud II 51,29€ • iPhone 12 128GB 769€ • TV OLED & QLED [Werbung]
    •  /