Kernel: Linux 4.9rc1 erscheint mit Protokoll für Project-Ara-Module

Mit 14308 Commits stellt der Linux-Kernel 4.9 einen neuen Rekord auf und überflügelt damit die bisherige Rekordversion 3.15. Den größten Anteil daran hat das neue Subsystem Greybus, das für das inzwischen eingestellte Project Ara von Google entstanden ist.

Artikel veröffentlicht am , Ferdinand Thommes
Kernel 4.9-rc1 bringt die umfangreichsten Änderungen aller Zeiten.
Kernel 4.9-rc1 bringt die umfangreichsten Änderungen aller Zeiten. (Bild: Eli Duke, Flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Linus Torvalds hat das Fenster für Einreichungen zu Kernel 4.9 einen Tag früher als erwartet geschlossen. In der Ankündigung begründet er das frühe Schließen des Merge Window, des zweiwöchigen Zeitfensters für Einreichungen, mit dem Umfang der bereits eingereichten Änderungen und der Absicht, in letzter Minute eingehende Einreichungen zu vermeiden.

Inhalt:
  1. Kernel: Linux 4.9rc1 erscheint mit Protokoll für Project-Ara-Module
  2. Änderung an Datei-Systemen XFS und Btrfs

Torvalds bezeichnet den von Andy Lutomirski eingereichten, im virtuellen Adressraum angelegten Kernel-Stack als seine Lieblingsänderung bei Kernel 4.9. Bisher wurde der Kernel-Stack direkt auf physische Adressen abgebildet. Durch die Auslagerung in den virtuellen Adressraum ist die Größe nicht mehr eingeschränkt. Zudem wird die Sicherheit des Kernels insgesamt erhöht, da Pufferüberläufe erkannt werden können.

Die größte alleinstehende Änderung bei Linux 4.9 betrifft das von Greg Kroah-Hartman eingebrachte neue Subsystem Greybus. Greybus ist ein Anwendungsprotokoll für das UniPro-Protokoll. Es wurde bei Google für deren mittlerweile eingestelltes modulares Smartphone-Projekt Ara entwickelt. Kroah-Hartman versichert, dass Greybus auch ohne Google bereits aktiv genutzt werde, so etwa in einem Motorola-Telefon.

Neuerungen beim Grafikstack

Intel hat in mehreren Schüben seit August Neuerungen für Intel i915 DRM eingereicht. Neben Aufräumen und Refactoring reichte Daniel Vetter auch Fehlerbereinigungen beim Mode-Setting und Vorbereitungen für Multi-Plane-Framebuffer ein. In einem dritten Patchset wird unter anderem die Unterstützung von vGPU verbessert sowie Fehler bei Skylake und DisplayPort behoben.

AMDGPU unterstützt Southern-Islands-Karten

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Ebenfalls bereits im August wurden von dem AMD-Angestellten Alex Deucher erste Patches für Linux 4.9 veröffentlicht. Dieser und weitere Commits führen unter anderem die experimentelle Unterstützung des AMDGPU-Treibers für Grafikprozessoren der Southern-Islands-Reihe (GCN 1.0) ein. Dazu gehören zum Beispiel folgende Grafikkarten: Radeon HD7750 bis HD7970 oder R7-240, -250 und R9-270 sowie -280. Auch die Energieverwaltung AMD PowerPlay ist weiter aufgewertet worden.

Weitere 29 ARM-Geräte werden unterstützt

Unter den neu unterstützten ARM-Geräten finden sich auch der Raspberry Pi Zero und das Smartphone LG Nexus 5. Von Broadcom werden die SoCs BCM47189 und BCM53573 unterstützt. Es sind die ersten SoCs mit eingebauter Unterstützung für den WLAN-Standard 802.11ac. Neu unterstützt sind auch das Entwicklerboard Marvell Armada 8040, das Beagleboard-x15 in Revision B1 sowie das Qualcomm DragonBoard 820c und der Router Netgear WNR854T.

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Änderung an Datei-Systemen XFS und Btrfs 
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