Kernel: Linux 4.7 unterstützt AMDs Polaris

Der zehn Wochen nach dem Vorgänger veröffentlichte Linux-Kernel 4.7 bietet initiale Unterstützung für AMDs kommende Grafikchipgeneration. Zudem gibt es vier neue ARM-Treiber und Support für einen neuen Controller.

Artikel veröffentlicht am , Ferdinand Thommes
Linux 4.7-rc1 legt seinen Schwerpunkt auf Grafiktreiber.
Linux 4.7-rc1 legt seinen Schwerpunkt auf Grafiktreiber. (Bild: Flickr)

Linus Torvalds hat am Sonntag den Linux-Kernel 4.7 veröffentlicht. Die Entwicklungsphase beschreibt Torvalds als ruhig und das Resultat als nicht besonders umfangreich. Für Heimnutzer und Spieler am interessantesten ist wohl die Unterstützung für Grafikkarten von AMD, die erst kürzlich auf den Markt kamen.

Polaris-Support ist Großteil der Grafiktreiber-Patches

Inhalt:
  1. Kernel: Linux 4.7 unterstützt AMDs Polaris
  2. Treiber für neues Gamepad und altes Thunderbolt

Der Pull-Request, den der Maintainer David Airlie für das DRM-Subsystem von Linux 4.7 einreichte, umfasst über 100.000 neue Zeilen, während er rund 20.000 entfernt. Dabei entfallen circa 60.000 Zeilen auf die anfängliche Unterstützung für AMDs Polaris-Architektur, die erst kürzlich in Form der Radeon-Rx-400-Serie mit Polaris-GPUs auf den Markt kamen.

Es fehlt immer noch der Code für das Display Abstraction Layer (DAL), den AMD von seinem Catalyst-Treiber für AMDGPU übertragen hatte. Der mit 93.000 Zeilen recht umfangreiche Displaytreiber, der damit fast so groß ist wie der gesamte Intel-Treiber, steht weiterhin in der Kritik der anderen DRM-Entwickler und wird deshalb auch weiterhin umgebaut. Der Code soll für Linux 4.8 erneut eingereicht werden. Erst dann wird AMDGPU und somit auch Polaris die Eigenschaften des Catalyst-Treibers in etwa abbilden können und Funktionen wie Freesync und HDMI 2.0 bieten. Derzeit ist die Umsetzung für Polaris mit Power Management, Graphics Compute, System-DMA, Unified Video Decoder (UVD) und Video Coding Engine (VCE) jedoch bereits auf gutem Weg.

Intel, Nouveau und Raspberry Pi machen kleine Fortschritte

Intels Verantwortlicher für den AMT-Treiber, Daniel Vetter, legt in einem Blogpost die Änderungen am Intel-DRM-Treiber für 4.7 dar. Demzufolge wurde die Unterstützung für atomare Aktionen ausgeweitet. Dies betrifft auch die Farbverwaltung, die für die akkuratere Darstellung definierter Farbräume bei Displays sorgen soll. Anwender werden am ehesten die Fehlerbereinigungen bei den Skylake-Grafik-Ausbaustufen GT3 und GT4 mit den GPUs HD Graphics 535, 540 und 550 bemerken. Der Treiber sollte jetzt weniger oft hängenbleiben und das Bild damit weniger ruckeln. Zudem hat in letzter Minute Intels Power Management Controller (PCM) einen eigenen Treiber erhalten.

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Erst vor rund zehn Tagen tauchten erste Commits für Nouveau in DRM-Next auf. Diese bieten erste Unterstützung für die Notebook-GPU GM108 der ersten Generation der Maxwell-Architektur. Zudem gab es eine Reihe von Patches, um das experimentelle Re-Clocking von Kepler-Karten so zu unterstützen, dass diese den Boost-Modus nutzen können. Die Unterstützung für Nvidias Pascal lässt weiterhin auf sich warten, da Nvidia noch keine signierten Microcode-Images freigegeben hat.

Der DRM-Treiber VC4 für Broadcoms Videocore-Architektur, die prominent beim Raspberry Pi eingesetzt wird, erhält mit Linux 4.7 nun auch Unterstützung für das DPI-Panel.

ARM-Treiber und kein Ende

Weitere rund 20.000 Zeilen betreffen die vier neuen ARM-Treiber Hisilicon Kirin, Mediatek MT8173, ARC PGU und Allwinner A13. Der Allwinner-Treiber sun4i-drm unterstützt derzeit lediglich ältere SoCs des Allwinner A13, geplant ist für später die Unterstützung von A10, A20, A23, A31 und A33. Derzeit wird von sun4i-drm nur RGB und Composite unterstützt, VGA, HDMI und LVDS sollen folgen. Der von Mediatek eingereichte DRM-Treiber soll das Cortex-A72/53-SoC MT8173 unterstützen, das in einer Reihe von Android-Geräten verbaut ist.

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