Kernel: Linux 4.3 erscheint ohne Ext3-Treiber

Der alte native Treiber für das Dateisystem Ext3 steht nicht mehr in Linux 4.3 bereit, dafür haben die Entwickler den emulierten 16-Bit-Modus behalten. Zudem unterstützen die Grafiktreiber von Intel und AMD die jeweils aktuelle Hardware-Generation der Hersteller, wenn auch teils mit Abstrichen.

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Linux 4.3 ohne Ext3-Treiber
Linux 4.3 ohne Ext3-Treiber (Bild: Samuel Blanc/CC-BY 3.0)

Mit dem nun veröffentlichten Linux 4.3 steht der Code des nativen Treibers für das Dateisystem Ext3 endgültig nicht mehr zur Verfügung. Dazu ließ sich Chefentwickler Linus Torvalds in der Entwicklungsphase bestätigen, dass das Dateisystem weiterhin vom Treiber des Nachfolgers Ext4 unterstützt werde. Wegen seiner Robustheit kommt es vielerorts noch immer zum Einsatz, obwohl oder gerade weil es seit 2001 im Einsatz ist. Größter Vorteil gegenüber den noch älteren Vorgängern ist die Journaling-Funktion, bei der Änderungen am Dateisystem als Metadaten festgehalten werden.

Inhalt:
  1. Kernel: Linux 4.3 erscheint ohne Ext3-Treiber
  2. Grafik und Netzwerk

Bei der Verwendung des Ext4-Treibers für Ext3-Dateisysteme sollten sich die Festplatten problemlos einhängen lassen. Dabei profitieren diese sogar von neueren Funktionen wie dem verbesserten Algorithmus zur Dateiblockzuweisung, was die Leistung ein wenig steigern sollte. Einige Funktionen von Ext4 erfordern allerdings eine Neuformatierung und können deshalb nicht mit dem alten Dateisystem genutzt werden. Die Vorgehensweise, den neueren Treiber für das ältere Dateisystem zu verwenden, wird inzwischen von den meisten großen Distributionen umgesetzt.

Besseres Trimming

Beim Dateisystem Ext4 dürfen Nutzer jetzt selbst die Größe der zu löschenden Dateifragmente bestimmen. Bislang wurde der Wert anhand der maximalen Obergrenze der Trim-Funktion der jeweiligen SSD (Solid State Disk) bestimmt. Da dieser aber oftmals zu hoch ist, kann es zu erheblichen Verzögerungen beim Trimmen kommen, bei dem ungenutzte oder ungültige Datenblöcke zur späteren Wiederbeschreibung markiert werden. Mit der jetzt beschreibbaren Option discard_max_bytes lässt sich der maximale Wert händisch herabsetzen. Die Entwickler wollen demnächst einen sinnvolleren Standardwert ermitteln.

Beim Dateisystem Btrfs wurde ebenfalls am Trim-Befehl gearbeitet. Die jetzt eingereichten Patches sollen Trimming in einigen ausgefalleneren Szenarien ermöglichen. Zudem wurden Fehler im Raid5- beziehungsweise im Raid6-Code von Btrfs behoben, die auftraten, wenn Geräte aus einem solchen Raid-Verbund entfernt wurden.

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Im Treiber für das F2FS-Dateisystem wurde eine neue Funktion eingebaut, über die Anwendungen künftig Aufräumarbeiten anstoßen können. Zudem wurden die Speicherverwaltung und das Zwischenspeichern von Bereichen zusammenhängender Blöcke, den sogenannten Extents, verbessert. Letzteres wird jetzt standardmäßig beim Einbinden des Dateisystems aktiviert.

Schnellerer Start

Zu etwas Aufregung führten Patches, die die Startzeiten von Linux auf x86-Systemen verbessern sollen. Sie optimieren in erster Linie die CPU-Last auf Mehrkernsystemen (Symmetric Multi-Processing, SMP). Neben Aufräumarbeiten am Code wurden mehrere Verzögerungen entfernt, die als überholt gelten. Code-Maintainer Ingo Molnar bittet darum, während der Testphase auf mögliche Auswirkungen zu achten, obwohl seine Tests bislang keine negativen Folgen gezeigt haben.

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