Grafik und Netzwerk

Im Bereich Grafik erlebte der Treiber von Intel die wohl größten sichtbaren Änderungen. Nach diversen Aufräumarbeiten gilt der Code für Intels Skylake-Reihe jetzt als stabil und wird standardmäßig aktiviert. Allerdings müssen die Linux-Distributionen noch diverse weitere Treiber nachreichen, damit die Unterstützung vollständig funktioniert. Zudem werden die sogenannten Atomic-Mode-Settings unterstützt, die für effizientere automatische Bildschirmauflösungen durch die Kernel-Treiber sorgen sollen. Der Code gilt aber als noch nicht ganz ausgereift und wird erst in späteren Versionen des Treibers standardmäßig aktiviert, wie Entwickler Daniel Vetter in seinem Blog schreibt. Nebenbei wurde auch die Komprimierung des Bildspeichers auf Grafikkarten optimiert.

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Im Zuge des in Linux 4.2 eingereichten neuen Amdgpu-Treibers wurde für den kommenden Linux-Kernel erster Code integriert, der AMDs neuen Grafikchip R9 Fury unterstützen soll. Allerdings muss auch dessen Unterstützung manuell aktiviert werden, weil sich bislang die Geschwindigkeitsstufe nicht anpassen lässt und die 3D-Funktionen nicht ausreichend umgesetzt werden können. Die von den Nouveau-Entwicklern für Linux 4.3 angekündigten großen Änderungen betreffen in erster Linie eine grundlegende Umgestaltung und Optimierung des Codes. Sie sollen die Basis für künftige Verbesserungen liefern.

IPv6 standardmäßig aktiv

IPv6 wird jetzt standardmäßig im Linux-Kernel aktiviert, da sich der Nachfolger des IPv4-Netzwerkprotokolls inzwischen weitgehend etabliert hat und immer mehr Verbreitung findet, wie Entwickler Tom Herbert in dem Changelog schreibt. Unterstützung für IPv6 gibt es unter Linux allerdings schon seit Jahren. Wenig dokumentiert ist der von Thomas Graf integrierte sogenannte Lightweight Tunnel. Das neue Netzwerkprotokoll soll laut Changelog die einfache Kapselung des Datenverkehrs in virtuellen Netzwerken ermöglichen und so etwa virtuelle Ports von Open vSwitch (OVS) als native Netzwerkgeräte darstellen können. Nebenbei erhielt das OVS-Subsystem ein neues Modul, über welches das virtuelle Netzwerk auf die Verbindungsanalysewerkzeuge des Kernels zugreifen kann.

Mit den sogenannten Ambient Capabilities soll es künftig möglich sein, spezifische Root-Rechte an Anwendungen zu übergeben, die als einfacher Benutzer gestartet werden. Entwickler Andy Lutomirski führte dazu eine fünfte Capabilities-Maske ein, über die der Kernel die Rechte eines Prozesses prüft, die sogenannte Ambient Mask. So können beispielsweise Benutzerrechte an ansonsten privilegierte Anwendungen vererbt werden, etwa Netzwerkdienste. Bestehende Sicherheitsbarrieren wie Setuid oder Setgid ließen sich aber dadurch nicht aushebeln, schreibt Lutomirski in seiner ausführlichen Beschreibung des Patches. Ein Artikel bei LWN erklärt zudem die Evolution und die Problematik der Neuerung.

VM86 bleibt, Kdbus ist noch nicht dabei

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Diskussionen gab es über die Entfernung des virtuellen 8086-Modus (VM86). Nachdem sich zahlreiche Entwickler dagegen ausgesprochen hatten, entschied Torvalds, die Funktion beizubehalten. VM86 stellt einen 16-Bit-Modus zur Verfügung. Ähnlich funktionierte diese Emulation, die früher für 386-Prozessoren entwickelt wurde, noch unter Windows 95, 98 und ME. Sie erlaubt, Real-Mode-Anwendungen unter einem Protected-Mode-Betriebssystem zu verwenden. Grund für die Entfernung des Codes sind vor allem Sicherheitsbedenken. Torvalds schlug jetzt vor, den Parameter für die Speicheradressierung so zu setzen, dass VM86 standardmäßig unbrauchbar werde. Die meisten Distributionen haben ohnehin selbst höhere Werte gesetzt. Auswirkungen auf Dosemu sollen die Änderungen aber nicht haben.

Wieder nicht in die aktuelle Linux-Version aufgenommen wurde die umstrittene Interprozesskommunikation Kdbus. Die genauen Gründe dafür sind nicht bekannt. Vergangene Woche kündigte der Kernel-Maintainer von Fedora Josh Boyer jedoch an, Kdbus aus dem experimentellen Rawhide-Zweig der Distribution zu entfernen. Mit diesem Schritt beruft sich Boyer auf die Entwickler von Kdbus, welche die Technik wohl noch einmal einer größeren Umgestaltung unterziehen wollen.

Der Quellcode von Linux 4.3 kann auf der Webseite kernel.org heruntergeladen werden.

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 Kernel: Linux 4.3 erscheint ohne Ext3-Treiber
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