Kernel-Entwickler: Linux-Kernel soll Support für 486-Prozessoren aufgeben

Intels 386-Prozessoren – für die der Linux-Kernel ursprünglich entwickelt wurde – unterstützt dieser schon lange nicht mehr. Bald könnte auch der Nachfolger entfernt werden: Kernel-Entwickler Ingo Molnar schlägt bereits Patches vor(öffnet im neuen Fenster) , um die Unterstützung von Prozessoren vor der Pentium-Generation zu entfernen. Das vermeide unnötige Arbeiten, um die Kompatibilität sicherzustellen, und verringere den Aufwand für Tests.
Über 14.100 Zeilen Code würden entfernt, der Großteil davon für die Emulation des x87-Gleitkomma-Coprozessors. Der war bei 486SX-Prozessoren(öffnet im neuen Fenster) deaktiviert. Auch in einigen anderen Teilen des Kernels ist Code erforderlich, um den fehlenden Time Stamp Counter (TSC) sowie die atomare Operation CMPXCHG8B (die bereits der Grund war, weshalb Windows XP mindestens einen Pentium voraussetzte ) zu emulieren.
14.100 Zeilen Code sind viel Aufwand, um die Unterstützung einer 36 Jahre alten Architektur zu ermöglichen – den 486 brachte Intel 1989 auf den Markt. Laut Molnar nutzt zudem kaum jemand aktuelle Kernel-Versionen mit derart alter Hardware, alte Versionen blieben kompatibel. Die Diskussion um die Unterstützung der i486-Mikroarchitektur ist nicht neu: Bereits 2022 gab es einen Anlauf(öffnet im neuen Fenster) , sie aus dem Linux-Kernel zu entfernen. Auch Linus Torvalds äußerte sich positiv dazu.
Torvalds: i486-Support macht unnötige Arbeit
Diese Einschätzung wiederholte der Linux-Erfinder jüngst, als Reaktion auf eine Fehlermeldung schrieb er(öffnet im neuen Fenster) : "Ich bekomme wirklich das Gefühl, dass es Zeit ist, die i486-Unterstützung hinter uns zu lassen. Es gibt keinen echten Grund, weshalb irgendjemand auch nur eine Sekunde Entwicklungsaufwand auf diese Art von Problemen verschwenden sollte."
Mit den Änderungen würde auch die Unterstützung für einige als 586 vermarktete Prozessoren wegfallen, schreibt Molnar. Gemeint sind damit Cyrix-Prozessoren wie der 5x86, 6x86 und 6x86MX, auch AMDs K5 ist in der entsprechenden Option der Kernel-Konfiguration erwähnt.



