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Kepler-78b: Weltraumteleskop entdeckt heißen, erdähnlichen Planeten

Kepler-78b ist etwa so groß und schwer wie die Erde. Die Bedingungen auf dem Exoplaneten sind aber höchst ungemütlich. Sein Ende ist zudem unausweichlich.
/ Werner Pluta
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Exoplanet Kepler-78b: Oberflächentemperaturen von über 2.200 Grad (Bild: Karen Teramura/UHIfA)
Exoplanet Kepler-78b: Oberflächentemperaturen von über 2.200 Grad Bild: Karen Teramura/UHIfA

Das Weltraumteleskop Kepler(öffnet im neuen Fenster) hat einen weiteren Exoplaneten aufgespürt. Das Besondere: Er ist sowohl von der Masse als auch von der Größe her der Erde sehr ähnlich.

Kepler-78b(öffnet im neuen Fenster) ist etwa 1,2-mal so groß wie die Erde, seine Masse entspricht etwa dem 1,7- bis 1,9fachen der Erdmasse. Seine Dichte liegt bei rund 5,3 Gramm pro Kubikzentimeter. Er kreist um den sonnenähnlichen Stern Kepler-78, der sich im Sternbild Schwan(öffnet im neuen Fenster) befindet und etwa 400 Lichtjahre von der Erde entfernt ist.

Gestein und Eisen

Daraus sei zu schließen, dass der Planet ähnlich wie die Erde hauptsächlich aus Gestein und Eisen bestehe, erklärt eine Gruppe von Wissenschaftlern um Francesco Pepe von der Universität in Genf in einem Aufsatz, der in der Fachzeitschrift Nature erscheinen soll. Er ist als Preprint von dem Dokumentenserver Arxiv abrufbar(öffnet im neuen Fenster) .

Der große Unterschied zu unserem Planeten ist jedoch, dass Kepler-78b alles andere als bewohnbar ist: Er umkreise Kepler-78 in nur 8,5 Stunden, schreibt ein weiteres Forscherteam um Andrew Howard von der Universität von Hawaii in Honolulu in einem Aufsatz, der ebenfalls in Nature erscheinen wird und auf Arxiv veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster) ist.

Lavaplanet

Das bedeutet, dass er sehr nahe bei seinem Stern ist: Die Entfernung beträgt etwa 1,5 Millionen Kilometer – die Entfernung der Erde zur Sonne ist etwa 100-mal so groß. Entsprechend sind die Bedingungen auf Kepler-78b: Auf der Oberfläche herrschen Temperaturen zwischen 2.200 und 2.800 Grad. Der Gesteinsplanet ist also eher ein Lavaplanet.

Seine Tage sind ohnehin gezählt: Die Forscher gehen davon aus, dass er dem Stern Kepler-78 immer näher kommen wird. Irgendwann werde dessen Schwerkraft den Planeten zerreißen. Spätestens in drei Milliarden Jahren werde es Kepler-78b nicht mehr geben.

Planeten mit kurzem Orbit

Er ist zudem der erste einer neuen Klasse von Exoplaneten, die durch eine geringe Distanz zu ihrem Zentralgestirn gekennzeichnet sind. Entsprechend kurz ist der Orbit: Er beträgt weniger als zwölf Stunden. Diese Planeten sind alle klein: ebenso bis doppelt so groß wie die Erde. Kepler-78b ist der erste Planet aus dieser Klasse, dessen Masse vermessen worden ist.

Wie diese Planeten entstehen konnten und weshalb sie so nahe an ihrem Zentralgestirn sind, ist noch ein Rätsel.


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