Kepler-444: Astronomen entdecken uraltes Sonnensystem

Ein Sonnensystem, das dem unseren ähnelt, haben Forscher im Sternbild Leier entdeckt: Der Stern Kepler-444(öffnet im neuen Fenster) wird von fünf Gesteinsplaneten umkreist. Das System ist aber viel älter als unseres.

Der 117 Lichtjahre entfernte Kepler-444 ist ein sonnenartiger Stern mit einer geringen Metallizität(öffnet im neuen Fenster) . Er ist allerdings um rund ein Viertel kleiner und kälter als unsere Sonne. Um den Stern kreisen fünf Gesteinsplaneten von der Größe der kleinen Planeten in unserem Sonnensystem. Der innerste Planet ist ungefähr so groß wie Merkur. Die drei Planeten in der Mitte sind etwa so groß wie der Mars. Der äußerste schließlich ist etwas kleiner als die Venus.
Das älteste bekannte System mit erdgroßen Planeten
Das System von Kepler-444 ist jedoch deutlich älter: Die Entdecker schätzen sein Alter auf etwa 11,2 Milliarden Jahre. Unsere Sonne ist nicht einmal halb so alt: Ihr Alter beträgt etwa 4,6 Milliarden Jahre. Zu dem Zeitpunkt, als Kepler-444 entstand, hatte das Universum nicht einmal ein Fünftel seine heutigen Alters. Kepler-444 sei damit "das älteste bekannte System mit erdgroßen Planeten" , schreiben die Forscher in der Fachzeitschrift The Astrophysical Journal(öffnet im neuen Fenster) . Ein Preprint ist vom Dokumentenserver Arxiv abrufbar(öffnet im neuen Fenster) .
Leben dürfte es auf diesen Planeten kaum geben. Dazu sind sie zu nah an ihrem Zentralgestirn: Die Entfernung beträgt etwa ein Zehntel der Entfernung der Erde zur Sonne.
Schwingungen ermöglichen Rückschlüsse auf Stern
Die Forscher haben das System in den Daten des Weltraumteleskops Kepler entdeckt. Sie haben dabei das Verfahren der Asteroseismologie(öffnet im neuen Fenster) angewandt. Dabei werden kleine Veränderungen der Helligkeit oder der Geschwindigkeit eines Sterns aufgezeichnet. Verursacht werden sie durch die Resonanzen eines Sterns. Diese wiederum sind von dessen Masse und der Struktur abhängig. Über die Analyse der Schwankungen lassen sich also Rückschlüsse auf die Masse eines Sterns, seine Größe oder sein Alter ziehen.
Diese Entdeckung habe weitreichende Folgen, sagt Erstautor Tiago Campante von der Universität in Birmingham(öffnet im neuen Fenster) . Es habe sich gezeigt, dass Planeten von der Größe der Erde während des größten Teils der 13,8 Milliarden Jahre dauernden Geschichte des Universums entstanden seien - Planeten, auf denen möglicherweise einst Leben existierte.



