Keine Science-Fiction: Mit dem Laser gegen Weltraumschrott

Rund um den Erdball gibt es reichlich Müll: Reste von Raketenstufen, ausrangierte Satelliten und unzählige, manchmal winzig kleine Teilchen, die durch Kollisionen größerer Bruchstücke entstanden sind. Obwohl von geringer Größe stellen diese eine besondere Gefahr für Satelliten oder die ISS dar, da sie schwer zu entdecken sind.
Ein Forscherteam des japanischen Forschungsinstituts Rikagaku Kenkyujo (RIKEN)(öffnet im neuen Fenster) hat jetzt eine neue Lösung vorgeschlagen(öffnet im neuen Fenster) , um diesen Weltraumschrott zu beseitigen: Wie die Wissenschaftler um Ebisuzaki Toshikazu(öffnet im neuen Fenster) in einem in Acta Astronautica(öffnet im neuen Fenster) veröffentlichten Papier darlegen, planen sie die Beseitigung des Schrottes mit Hilfe eines Lasers.
Kontrolliertes Verglühen nach Laser-Beschuss
Dabei werden die Müllpartikel mittels eines starken Lasers beschossen. Die daraufhin ausgelöste Plasmaverdampfung soll das Teilchen so weit verlangsamen, dass es kontrolliert in die Atmosphäre eintritt und verdampft. Der Laser besteht aus bis zu 10.000 Fiberglassträngen und wurde eigentlich für die Nutzung in Partikelbeschleunigern konzipiert. Mit dieser Methode sollen auch kleine Teilchen mit einer Größe von 1 cm in einer Entfernung von bis zu 100 km zerstört werden können.
Um den Weltraumschrott aufzuspüren, wollen die RIKEN-Wissenschaftler bereits bestehende Technik der ISS verwenden: Das EUSO-Teleskop wurde eigentlich auf der Raumstation installiert, um ultraviolette Strahlung in der Erdatmosphäre aufzuspüren. Die Forscher haben allerdings herausgefunden, dass sich mit dem Teleskop in der Dämmerung schnelle Partikel in der Nähe der ISS sehr gut aufspüren lassen.
Im kleinen Maßstab ausprobieren
Als Nächstes planen die Wissenschaftler, ihren Vorschlag im kleinen Maßstab auf der ISS zu installieren. Eine 20 cm kleine Version des EUSO-Teleskops und ein Laser mit nur 100 Fiberglassträngen sollen zeigen, dass das Konzept an sich funktioniert. Wann und ob ihre Lösung tatsächlich zum Einsatz kommt, steht noch nicht fest.