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Keine neuen Windows-Versionen: Microsoft sperrt Veracrypt-Entwickler aus

Der Veracrypt -Entwickler kann die Windows -Variante seiner Verschlüsselungssoftware nicht mehr aktualisieren. Microsoft hat sein Konto gekündigt.
/ Marc Stöckel
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Für Windows gibt es vorerst keine neuen Veracrypt-Versionen. (Bild: pixabay.com / TheDigitalArtist)
Für Windows gibt es vorerst keine neuen Veracrypt-Versionen. Bild: pixabay.com / TheDigitalArtist

Die Verschlüsselungssoftware Veracrypt scheint vorerst keine neuen Windows-Versionen zu bekommen. Wie der Entwickler Mounir Idrassi im Forum auf Sourceforge(öffnet im neuen Fenster) schildert, hat Microsoft seinen Account gesperrt, den er jahrelang verwendete, um Windows-Treiber und Bootloader zu signieren. Updates für die Windows-Variante von Veracrypt könne er folglich nicht bereitstellen.

"Ich hatte mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen, doch das größte Problem ist, dass Microsoft das Konto gekündigt hat, das ich seit Jahren zur Signierung von Windows-Treibern und des Bootloaders genutzt habe" , schreibt der Entwickler nach mehreren Monaten Funkstille.

Vorgewarnt worden sei er nicht. Microsoft habe ihn weder per E-Mail noch anderweitig vorab über die Kündigung in Kenntnis gesetzt. In einer per Screenshot im Forum geteilten Meldung, die Idrassi nach einem Anmeldeversuch erhalten habe, erklärt Microsoft lediglich, dass seine Organisation "die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Verifizierung" aktuell nicht erfülle. Ein Einspruch sei nicht möglich.

Keine Menschen mehr bei Microsoft

Idrassi versuchte nach eigenen Angaben mehrfach, Microsoft über verschiedene Kanäle zu kontaktieren. Dabei sei er aber nur an automatisierte Antworten und Bots geraten. "Es gelang mir nicht, einen Menschen zu erreichen" , so der Entwickler. Die Kündigung des Kontos sei für ihn jedoch weitreichend und beeinträchtige ihn nicht nur im Hinblick auf Veracrypt, sondern auch sonst bei seiner täglichen Arbeit.

Für Veracrypt könne er nun keine neuen Windows-Versionen mehr veröffentlichen. Updates für Linux und MacOS seien zwar weiterhin möglich, jedoch werde Windows von der Mehrheit der Nutzer der Software verwendet. Idrassi spricht daher von einem "schweren Rückschlag" für das Projekt. "Ich bin offen für Vorschläge und Hilfe" , so seine abschließenden Worte.

Veracrypt wurde erstmals im Jahr 2013 veröffentlicht und ging als Abspaltung aus dem 2014 eingestellten Truecrypt hervor . Die jüngste Veracrypt-Version(öffnet im neuen Fenster) trägt die Versionsnummer 1.26.24 und wurde am 31. Mai 2025 veröffentlicht. Das Projekt(öffnet im neuen Fenster) erhielt also schon fast ein ganzes Jahr lang keine Updates mehr. Dabei scheint es nun, zumindest vorerst, zu bleiben.


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