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Keine neuen Hörgeräte: Kind-Gruppe kann nach Cyberangriff Filialen nicht beliefern

Eine Ransomware-Attacke auf den Hörgerätehersteller Kind sorgt für weitreichende IT-Ausfälle, die bundesweit Hunderte von Fachgeschäften betreffen.
/ Marc Stöckel
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Cyberkriminelle haben den Hörgerätehersteller Kind attackiert. (Bild: pixabay.com / Mohamed_hassan)
Cyberkriminelle haben den Hörgerätehersteller Kind attackiert. Bild: pixabay.com / Mohamed_hassan

Der deutsche Hörgerätehersteller Kind mit Hauptsitz im niedersächsischen Großburgwedel ist offenbar Ziel eines Cyberangriffs geworden. Das geht aus einem am Mittwoch veröffentlichten Bericht der HAZ(öffnet im neuen Fenster) (Hannoversche Allgemeine Zeitung) hervor, laut dem der Angriff bereits am 6. Februar stattfand. Der Hersteller sei mit einer Ransomware attackiert worden, heißt es dort – von wem genau, ist aber wohl noch unklar.

Marco Lange von der Kind-Gruppe erklärte, der Hersteller habe schnell reagiert und die betroffenen Systeme vom Netz genommen. Experten seien derzeit dabei, die IT-Infrastruktur zu untersuchen und die Server nach und nach wieder hochzufahren. Angeblich konnten "größere Schäden" abgewendet werden.

Der IT-Experte Günter Born sieht letztere Aussage derweil kritisch. "Der Angriff ist acht Tage her, und die sind noch nicht wieder arbeitsfähig. Kein größerer Schaden sieht anders aus", erklärt er in einem Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster). Leser seines Blogs hätten ihm mitgeteilt, bei Kind seien "[sehr viele] Mitarbeiter nach Hause geschickt worden" und in den Geschäften werde derzeit "wieder mit Zettel und Stift" gearbeitet. Bestellungen und Messungen seien dort aktuell nicht möglich.

600 Fachgeschäfte ohne Lieferung

Hinweise auf den Abfluss personenbezogener Daten gibt es nach Langes Angaben bisher nicht. Kriminalpolizei und Behörden seien bereits über den Vorfall informiert worden.

Einerseits heißt es bei der HAZ, der Schaden halte sich "in Grenzen", andererseits erklärt die Tageszeitung, von dem Vorfall seien etwa "3.000 Mitarbeiter in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Luxemburg" betroffen und es seien bis auf Weiteres keine Lieferungen an die rund 600 Fachgeschäfte des Hörgeräteherstellers möglich. Dennoch könnten Kunden weiterhin betreut und beraten werden, die Geschäfte seien geöffnet und "handlungsfähig".

Die Gründung der Kind-Gruppe geht auf das Jahr 1952 zurück, sie beschäftigt heute nach eigenen Angaben(öffnet im neuen Fenster) mehr als 3.500 Mitarbeiter und verfügt über mehr als 700 Fachgeschäfte. Ursprünglich bot das Unternehmen nur Hörgeräte an, heute handelt es sich um einen Mischkonzern, der auch Produkte im Bereich Augenoptik und Arbeitsschutzkleidung vertreibt.

Zuletzt wurden mehrere in Deutschland ansässige Unternehmen von Cyberkriminellen attackiert, darunter der Batteriehersteller Varta, der Fernwartungssoftware-Anbieter Anydesk sowie die europäische Niederlassung des südkoreanischen Automobilherstellers Hyundai.


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