Keine Lizenz: Verlust des EU-Geschäfts von Binance rückt näher
Binance droht der Verlust seines EU-Geschäfts: Wie die Kryptohandelsplattform mitteilt, wurde der Antrag auf eine Mica-Lizenz (Markets in Crypto-Assets) bei der griechischen Zulassungskommission zurückgezogen. Der Rückzug griff einer erwarteten Ablehnung der Zulassung für den Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) vor.
Bereits Mitte Juni 2026 war Insidern zufolge abzusehen, dass der Antrag zu scheitern drohte. Den Mica-Regeln zufolge müssen Unternehmen, die mit Kryptowährungen handeln, eine Lizenz in einem EU-Staat bekommen. Diese gilt dann für den gesamten EWR-Raum. Bei Binance zeichnete sich ab, dass Griechenland die Lizenz nicht erteilen würde.
Reuters(öffnet im neuen Fenster) berichtet Insidern zufolge, dass Binance mit Regulatoren aus Griechenland, Irland und Lettland gesprochen haben soll. Alle drei Länder sollen gegen den Antrag gewesen sein und dabei vor allem wegen der unübersichtlichen Leitungsstruktur im Unternehmen und früherer Geldwäschevorwürfe Bedenken gehabt haben.
Welche Rolle spielt der Gründer im Unternehmen?
Der Gründer von Binance, Changpeng Zhao, wurde 2024 wegen Geldwäsche verurteilt. Der EU-Chefin von Binance, Gillian Lynch, zufolge wurde Zhao aus dem Unternehmen entfernt. Er selbst erklärte aber in einem Podcast im Februar 2026, dass er immer noch der Besitzer von Binance sei, was dem Antrag in Griechenland sicherlich nicht geholfen haben dürfte.
US-Behörden zufolge sollen bei Binance über 100.000 auffällige Transaktionen nicht gemeldet worden sein. Diese stünden in Zusammenhang mit terroristischen Aktivitäten. Zhao wurde nach kurzer Zeit von US-Präsident Donald Trump begnadigt.
Binance hat den Mica-Regularien noch bis zum 30. Juni 2026 Zeit, eine Lizenz in einem anderen EU-Staat zu bekommen. Angesichts der Ablehnung von Griechenland, Irland und Lettland erscheint das aber wenig realistisch. Das Unternehmen versucht, seine Kunden zu beschwichtigen(öffnet im neuen Fenster) und erklärt, dass man vorhabe, in Europa zu bleiben.
Abwicklung der Konten droht
Ohne Lizenz muss Binance sein Geschäft allerdings abwickeln. Kunden müssen dann ihre Kryptowährungen entweder verkaufen oder an eine selbst gehostete Wallet oder einen anderen Anbieter übertragen. Binance will seine Kunden per E-Mail darüber auf dem Laufenden halten, wann welche Aktionen notwendig sind. Aktuell bittet das Unternehmen noch abzuwarten.
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