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Keine Beweise: BSI spricht sich gegen Huawei-Boykott aus

Eine Offenlegung des Quellcodes wie durch Huawei wünscht sich BSI -Chef Schönbohm auch von anderen Herstellern. Derweil besorgt sich das BSI Huawei-Bauteile auf der ganzen Welt, um sie auf Hintertüren zu untersuchen. Alles ohne Ergebnis.
/ Achim Sawall
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BSI-Präsident Arne Schönbohm (rechts) bei Eröffnung des Huawei Security Labs (Bild: Huawei)
BSI-Präsident Arne Schönbohm (rechts) bei Eröffnung des Huawei Security Labs Bild: Huawei

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) sieht keine konkreten Beweise für den Spionageverdacht gegen den chinesischen Telekommunikationsausrüster Huawei und spricht sich gegen einen Bann des Unternehmens etwa beim anstehenden Aufbau der neuen 5G-Mobilfunknetze aus. Das berichtet der Spiegel in seiner aktuellen Ausgabe. "Für so gravierende Entscheidungen wie einen Bann braucht man Belege" , sagte BSI-Präsident Arne Schönbohm, diese lägen seiner Behörde nicht vor.

Huawei hatte in seinem Beisein erst im November in Bonn sein Security Lab eröffnet, in dem deutsche Kunden unter anderem den Quellcode von Huawei-Produkten prüfen können. Ähnliche Einrichtungen, erklärte Schönbohm, wünsche er sich auch von anderen Herstellern. Seine Spezialisten verließen sich indes nicht nur auf das konzerneigene Labor, sondern besorgten Huawei-Bauteile auf der ganzen Welt, um sie zu untersuchen.

Huawei beliefert als einziger Ausrüster alle drei deutschen Mobilfunknetzbetreiber. "Vodafone setzt neben den Produkten anderer Netzwerkausstatter auch seit circa zehn Jahren Produkte vom weltweit größten Anbieter von Netzwerkausstattung, Huawei, in seinen Netzen ein" , sagte der Sprecher von Vodafone Deutschland , Volker Petendorf. Alle Produkte der Lieferanten würden laufend in eigenen Laboren auf Sicherheit, Leistungsfähigkeit und Funktionalität untersucht. Die Telefónica Deutschland nannte das Unternehmen "anerkannt und zuverlässig" . Die Deutsche Telekom warnte davor , Huawei vom Netzausbau in Deutschland zu verbannen.

Kunden vertrauen Huawei-Smartphones

Zudem verkaufte der Konzern allein im ersten Halbjahr rund zwölf Millionen Smartphones in Westeuropa. Auch das meistverkaufte Gerät in Deutschland stammte zuletzt von Huawei. Eine Mehrheit der Deutschen (51 Prozent) hält diese Endgeräte Huaweis für sicher und hat keine Sorgen vor möglichen Sicherheitslücken und Spionage durch den chinesischen Staat. Das geht aus einer Umfrage hervor, die das Meinungsforschungsinstitut Yougov für das Handelsblatt durchgeführt hat. Nur 22 Prozent der 702 Befragten halten Huawei-Geräte nicht für sicher und sind wegen möglicher Sicherheitslücken und Spionage durch den chinesischen Staat besorgt. 27 Prozent der Befragten waren sich unsicher oder wollten keine Angaben machen.

Bereits im März hatte sich nach Informationen des Spiegel ein Telekom-Vorstand beim BSI und beim Bundesamt für Verfassungsschutz erkundigt, ob sie die Warnmeldungen von US-Sicherheitsbehörden gegen chinesische Hersteller teilten. BSI-Präsident Schönbohm antwortete darauf im Namen beider Behörden, dazu lägen "derzeit keine belastbaren Erkenntnisse" vor. Sollte sich das ändern, werde man aktiv auf die deutsche Industrie zugehen.


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