Keine Aussage: Deutsche Kabelnetzbetreiber sind bei Docsis 4.0 vorsichtig

Obwohl der Standard in den USA gut zu funktionieren scheint, wollen Tele Columbus und Vodafone Docsis 4.0 nicht feiern. Man bleibt vorsichtig oder schweigt.

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Das Kabelnetz hat noch Reserven, doch die brauchen viel Energie.
Das Kabelnetz hat noch Reserven, doch die brauchen viel Energie. (Bild: Comcast)

Tele Columbus, der zweitgrößte Kabelnetzbetreiber Deutschlands, will sich nicht auf den kommenden Standard Docsis 4.0 festlegen, verweist aber auf die Energiebilanz und die Vorteile von Glasfaser.

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"Zu Docsis 4.0 kann ich keine Aussage treffen oder einen Startpunkt angeben. Die Energiekosten werden immer mehr in den Mittelpunkt rücken und somit spielt die Glasfaser eine immer zentralere Rolle", sagte Tele-Columbus-Sprecher Sebastian Artymiak Golem.de auf Anfrage.

Auch ESG (Environmental Social Governance) werde ein immer relevanterer Faktor für die Zukunft. "Ein immer höherer Anteil von Glasfaser wird somit notwendig und daher noch zentraler in den Fokus rücken", betonte Artymiak.

Das Schweigen Vodafones

Bei Vodafone Deutschland beantwortete man seit Montag, dem 12. September 2022 mehrere Anfragen von Golem.de zu Docsis 4.0 nicht. Der damalige Vodafone Chef Hannes Ametsreiter erklärte im November 2021 zur Perspektive des Koaxialkabelnetzes: "Wir segmentieren unser Kabelnetz immer mehr. Das Kabelnetz wird über die Zeit ein Glasfasernetz. Dort sind jetzt 1 GBit/s möglich, künftig werden es 10 GBit/s oder mehr sein."

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Docsis 4.0 erwähnte er in dem Zusammenhang nicht. Auf Nachfrage von Golem.de, ob der Ausbau mit dem kommenden Kabelnetzstandard Docsis 4.0 kein Ziel mehr sei oder in der Praxis nicht funktioniere, sagte Ametsreiter: "Doch, aber es wird eine Kombination werden, der GPON-Architektur ähnlich. Man kann Docsis 4.0 nutzen, muss es aber nicht."

Es werde mehr Uplink und mehr Downlink kommen, dabei könne Docsis 4.0 eine Rolle spielen und werde es auch. Beides habe "eine absolute Berechtigung", schob Ametsreiter hinterher.

Der US-Kabelnetzbetreiber Comcast ist derzeit dabei, mit Partnern Docsis-4.0-Geräte zu entwickeln, und gab Anfang dieses Jahres bekannt, dass man in einem Modem-Versuch mit Broadcom symmetrische Geschwindigkeiten von mehr als 4 GBit/s erreicht habe.

Nachtrag vom 16. September 2022, 19:00 Uhr

"Unser Kabel-Glasfasernetz bietet mit Docsis 3.1 genügend Potenzial, um den Anforderungen an eine gigabitfähige Infrastruktur auf die nächsten Jahre gerecht zu werden. Zusätzlich konzentrieren wir uns darauf, jedes Jahr mit vielen Hundert Deep-Fiber- und Segmentierungsmaßnahmen unser Gigabit-Netz in ganz Deutschland weiter fit zu halten", sagte Vodafone-Sprecher Thorsten Höpken.

Vodafone beteilige sich aktiv an der Weiterentwicklung des Docsis-Standards. "Derzeit werden erste Chipsätze und Kabel-Router sowie weitere Netzkomponenten entwickelt. Doch bevor diese Komponenten in unserem Kabel-Glasfasernetz getestet werden können, muss das Netzdesign an die neuen Anforderungen angepasst werden. Aktuell prüfen wir, ob, wie und wann die Einführung von Docsis 4.0 im Vodafone-Netz erfolgen kann." Einen Zeithorizont könne man leider noch nicht nennen.

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