Keine anonymen Meetings mehr: Jitsi Meet fordert Anmeldung

Bisher ließen sich über Jitsi Meet ohne Anmeldung anonym Videokonferenzen erstellen. Der Anbieter nennt missbräuchliche Nutzung als Grund für das nun erforderliche Log-in.

Artikel veröffentlicht am , Marc Stöckel
Wer Jitsi Meet nicht selber hosten will, muss sich für die Erstellung neuer Meetings neuerdings anmelden.
Wer Jitsi Meet nicht selber hosten will, muss sich für die Erstellung neuer Meetings neuerdings anmelden. (Bild: pexels.com / Anna Shvets)

Der Anbieter der Videokonferenzsoftware Jitsi Meet unterstützt über seine Plattform seit dem 24. August offiziell keine anonyme Erstellung virtueller Konferenzräume mehr. Wie das Unternehmen in einem Blogbeitrag erklärte, ist dafür neuerdings die Anmeldung mit einem Benutzerkonto erforderlich. Zunächst erlaubt die Software das Log-in via Google, Github oder Facebook, jedoch soll die Liste zu einem späteren Zeitpunkt gegebenenfalls erweitert werden.

Als Grund für die Änderung nannte Jitsi Berichte über Personen, die den Dienst in einer Weise genutzt hätten, die das Unternehmen nicht tolerieren könne. "Um es klarer zu sagen: Es ging nicht darum, dass einige Leute einfach nur Dinge sagten, die anderen nicht gefielen", erklärte der Anbieter, ohne weitere Details zu den Vorfällen zu nennen.

Nach mehreren Versuchen, die Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen des Dienstes durch verschiedene Maßnahmen zu unterbinden, habe sich Jitsi schließlich dafür entschieden, eine Authentifizierung von den Erstellern neuer Meetings zu fordern. Dies erachte das Unternehmen als einen "notwendigen Schritt", um das Videokonferenzsystem weiter betreiben zu können.

Vollständige Anonymität ist nicht mehr gewährleistet

Ursprünglich war Jitsi Meet vor allem für sein hohes Maß an Privatsphäre und seine unkomplizierte Verwendung bekannt. Videokonferenzen ließen sich damit ohne Anmeldung mit nur einem Klick über die Webseite des Dienstes starten. Der Anbieter erklärte außerdem, die gesamte Kommunikation sei stets verschlüsselt und Jitsi habe niemals Daten gespeichert, die "über das hinausgehen, was notwendig ist, um einen angemessenen Meeting-Service zu bieten".

Durch die jüngst erfolgte Änderung, die auch in den Datenschutzbestimmungen des Unternehmens verankert ist, ist eine vollständige Anonymität der Anwender nicht mehr gewährleistet. Dennoch sei der Anbieter nach wie vor bestrebt, die Privatsphäre seiner Nutzer "in höchstem Maße" zu schützen, erklärte Jitsi.

Über Tools, die die Privatsphäre der Audio- oder Videoinhalte der Meetings gefährdeten, verfüge das Unternehmen nicht. "Und wir haben auch nicht vor, solche zu erstellen", hieß es in der Mitteilung weiter.

Anwendern, die sich angesichts der geforderten Anmeldung unwohl fühlten, stehe es nach wie vor offen, Jitsi Meet auf einem eigenen Server zu hosten. Wie das genau funktioniert, erklärt das Unternehmen in einem Self-Hosting Guide.

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