Kein Sicherheitsgewinn: Kritik an Teslas Fahrerüberwachung

Nach Ansicht von Verbraucherschützern bringen die Innenraumkameras beim Model 3 und Model Y den Fahrern wenig Nutzen. Tesla hingegen schon.

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Die Innenraumkamera beim Tesla Model 3 und Y
Die Innenraumkamera beim Tesla Model 3 und Y (Bild: Consumer Reports)

Nach Datenschützern stören sich nun auch Verbraucherschützer an der Überwachung von Fahrzeuginsassen durch den Elektroautohersteller Tesla. Die US-Organisation Consumer Reports kritisierte das Vorgehen Teslas, mit den Kameraaufnahmen offenbar zu kontrollieren, ob Fahrer im automatisierten Modus noch das Fahrgeschehen verfolgen, jedoch keine Warnung bei zu starker Ablenkung auszugeben. "Wenn Tesla feststellen kann, ob der Fahrer nicht aufpasst, muss er den Fahrer in diesem Moment warnen, wie es andere Autohersteller bereits tun", sagte Jake Fisher, Leiter des Autotest-Centers von Consumer Reports.

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Hintergrund der Kritik sind Berichte, wonach Tesla einigen Fahrern wieder die Berechtigung entzogen hat, das sogenannte volle autonome Fahren (Full Self Driving/FSD) zu testen. Tesla-Chef Elon Musk bestätigte das am 13. März 2021 auf Twitter. Unfälle soll es aber nicht gegeben haben. Offenbar hat Tesla dazu Aufnahmen der Innenraumkameras ausgewertet.

Andere Hersteller nutzen Infrarotkameras

Den Verbraucherschützern gefällt das Vorgehen gar nicht. Sie verweisen auf andere Hersteller wie BMW, Ford oder General Motors, die versuchen, mit Hilfe von Infrarotkameras die Aufmerksamkeit des Fahrers zu erkennen und ihn zu warnen, wenn beispielsweise die Augenlider zu lange geschlossen sind. Mercedes-Benz nutzt in der neuen S-Klasse ebenfalls solche Sensoren, die im Armaturenbrett integriert sind. Über die sogenannte Freihanderkennung wird zudem detektiert, ob der Fahrer noch seine Hände am Lenkrad hat. Das wird auch von Tesla eingesetzt.

Die Kamera bei Tesla ist oberhalb des Rückspiegels angebracht. Musk hat in einem Video diese Kamera damit gerechtfertigt, dass seine Autos für Fahrtenvermittlungen oder als selbstfahrende Taxis genutzt werden sollen. Zudem behauptetet Tesla, dass die Innenraumkamera gar nicht aktiv sei. Generell würden von den Kameras keine "durchgängigen Filme" aufgenommen, sondern "bestenfalls kurze Sequenzen".

"Dauernd aktive Datenschleuder"

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Consumer Reports kritisiert, dass Teslas in mehrfacher Hinsicht die umfassend erhobenen Daten gegen die Fahrer einsetze. So habe das Unternehmen nach Unfällen im Autopilotmodus den Fahrern vorgeworfen, nicht ausreichend den Verkehr überwacht zu haben. "Jetzt kann Tesla mithilfe von Videomaterial beweisen, dass ein Fahrer abgelenkt ist, anstatt die Gründe anzugehen, warum der Fahrer überhaupt nicht aufgepasst hat", sagte Testmanagerin Kelly Funkhouser.

Wegen der umfassenden Überwachung von Umgebung und Insassen war Tesla im vergangenen Jahr mit dem Big Brother Award ausgezeichnet worden. "Die erhobenen Daten werden permanent ausgewertet und können für beliebige Zwecke weiter genutzt werden", sagte der frühere schleswig-holsteinische Datenschutzbeauftragte Thilo Weichert in seiner Laudatio. Wegen der vielen Datenschutzprobleme seien die Tesla-Fahrzeuge eine "dauernd aktive Datenschleuder mit Langzeitgedächtnis" und "schlicht und einfach unzulässig".

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