Suche

Kein Real-Mode mehr: Intels Prozessoren sollen 16- und 32-Bit-Modus verlieren

Intel überlegt, alte Kompatibilitätsmodi zu entfernen. Das Aus alter Software muss das nicht bedeuten. Andere sind schon weiter.

Artikel veröffentlicht am , Johannes Hiltscher
So viel Geschichte steckt in modernen Prozessoren - ein Teil soll bei Intel bald wegfallen. (Bild: Bill Smith, Flickr/CC-BY 2.0)

Über 20 Jahre ist die 64-Bit-Erweiterung der x86-Architektur bereits alt, dennoch unterstützen auch aktuelle Prozessoren noch die 16- und 32-Bit-Betriebsmodi (g+). Was gedacht war, um alte Software mit wenig Leistungsverlust lauffähig zu halten, ist heute für die meisten Anwender überflüssig – und macht Prozessoren und Software unnötig kompliziert. Daher will Intel langfristig auf reine 64-Bit-Prozessoren umstellen und veröffentlicht erste Überlegungen zu den nötigen Änderungen.

Anzeige

Was einfach klingt, bedeutet durchaus einigen Aufwand: Auf rund 30 Seiten beschreibt Intel die erforderlichen Änderungen der Prozessorarchitektur (PDF). Sie betreffen Änderungen an den Adressierungsmodi, der Ein- und Ausgabe sowie der Speichersegmentierung, um Betriebssystem und Anwendungen zu trennen. Auch alte, nicht mehr genutzte Sprunganweisungen würden wegfallen. Die 8-Bit-Varianten von Befehlen hingegen bleiben erhalten.

Für die meisten Programmierer ändert sich also nichts, die Änderungen betreffen ausschließlich Betriebssysteme: Deren Initialisierungscode müsste angepasst werden. Ältere Betriebssysteme und Software ohne angepassten Code müssten mittels Emulation gestartet werden, da aktuell jeder x86-Prozessor im 8086-Modus startet und das Betriebssystem sich quasi durch die Prozessorgeschichte arbeitet.

Apple setzt auf Emulation – mit begrenzter Lebensdauer

Ein ähnliches Problem wie Intel mit den Erweiterungen des Befehlssatzes hatte Apple mit dem Umstieg von der x86- auf die ARM-Architektur. Auch hier muss alte Software weiter laufen, anders als im Intel-Ökosystem macht Apple aber deutlich konsequentere Vorgaben.

Anzeige

Aktuell wird x86-Code noch mittels Rosetta emuliert, für Apple eine reine Übergangslösung. Das Ende der Kompatibilität ist bereits in Aussicht gestellt. Im x86-Ökosystem ist das nicht so einfach, hier existiert wesentlich mehr Software, die teils alt, teils schlecht dokumentiert ist – wenn der Quellcode überhaupt noch existiert. Daher sind Intel, AMD und Microsoft konservativer im Umgang mit der Prozessorgeschichte. Doch auch hier gab es erste Einschränkungen: So lässt sich etwa aus einem 64-Bit-Betriebssystem kein 16-Bit-Code ausführen. Einen Plan, wann 16- und 32-Bit-Modus wegfallen, äußerte Intel zumindest öffentlich noch nicht.