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Kein Geld fürs Gericht: Millionenfach genutzter illegaler Streamingdienst gibt auf

Der Betreiber von P-Stream kann sich nach eigenen Angaben keinen Gerichtsprozess leisten. Daher nimmt er seinen Streamingdienst vom Netz.
/ Marc Stöckel
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Der Betreiber von P-Stream gibt sich aus Angst vor juristischen Folgen geschlagen. (Bild: pixabay.com / HolgersFotografie)
Der Betreiber von P-Stream gibt sich aus Angst vor juristischen Folgen geschlagen. Bild: pixabay.com / HolgersFotografie

Das illegale Streamingportal P-Stream, das zuletzt noch Millionen von Aufrufen pro Monat vorweisen konnte, ist offline. Die Ursache dafür sind allerdings nicht etwa von Strafverfolgern beschlagnahmte Server oder Domains , sondern vielmehr eine vorbeugende Maßnahme des Betreibers, nachdem Vertreter der Film- und Fernsehindustrie bereits den Discord-Kanal der Plattform haben schließen lassen.

Bisher war P-Stream über die Domain pstream.mov erreichbar. Wer die Seite aufruft, wird jedoch nun zu einer Abschiedsmeldung des Betreibers weitergeleitet. "Vor einer Woche wurde ich von der Motion Picture Association (MPA) und der Alliance for Creativity and Entertainment (ACE) vor dem Bezirksgericht von Kalifornien vorgeladen" , heißt es darin.

P-Stream hoste zwar selber keine Medien oder Inhalte, seine Rechte vor Gericht zu verteidigen, könne er sich jedoch nicht leisten. "Um auf Nummer sicher zu gehen, wird P-Stream daher keine öffentliche Instanz mehr hosten" , schreibt der Betreiber weiter. Ohnehin habe er das Projekt schon viel länger betreut als ursprünglich geplant.

Die Geschichte wiederholt sich

Wie aus einem Bericht von Torrentfreak(öffnet im neuen Fenster) hervorgeht, haben die MPA und die ACE die Betreiber Discord und Cloudflare zur Herausgabe personenbezogener Daten mehrerer Kunden aufgefordert, darunter auch jene des Betreibers von P-Stream. Dabei handelt es sich um eine gängige Vorgehensweise im Kampf gegen illegale Dienste im Rahmen des US-amerikanischen Digital Millennium Copyright Act(öffnet im neuen Fenster) (DMCA).

Den Angaben zufolge ging P-Stream im April 2024 ans Netz, nachdem ein anderer illegaler Streamingdienst namens movie-web unter ähnlichen Umständen abgeschaltet(öffnet im neuen Fenster) worden war. Und obwohl P-Stream damit noch keine zwei Jahre alt war, soll der Dienst zuletzt immerhin bis zu zehn Millionen Besuche pro Monat verzeichnet haben.

Dass das Kapitel um P-Stream damit vollends abgeschlossen ist, darf jedoch bezweifelt werden. Der Quellcode des Projekts ist nach wie vor öffentlich auf Github verfügbar(öffnet im neuen Fenster) . Es ist daher naheliegend, dass irgendjemand demnächst einen Nachfolger in Betrieb nimmt. Möglicherweise verschwindet dieser aber ebenfalls wieder, sobald er an Popularität gewinnt und die Aufmerksamkeit der Rechteinhaber auf sich zieht.


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