Kein Fix erwartet: Uhr auf Windows-Sperrbildschirm geht absichtlich nach
Offenkundig haben sich ein paar Anwender bei Microsoft darüber beschwert, dass auf dem Sperrbildschirm von Windows 10 und 11 die Uhrzeit manchmal nicht ganz korrekt angezeigt wird. Zumindest sah sich der Konzern dazu veranlasst, einen Supportbeitrag zu veröffentlichen(öffnet im neuen Fenster), in dem das Problem sowie die Ursache genauer erläutert werden. Darin zerschlägt Microsoft auch jegliche Hoffnung auf eine Korrektur.
Den Angaben zufolge wird die Minutenanzeige auf dem Windows-Sperrbildschirm bis zu 30 Sekunden verzögert aktualisiert. Allerdings passiert das nur beim sogenannten "Secure Lockscreen" (LogonUI), der angezeigt wird, wenn der Nutzer sich nach dem letzten Systemstart noch nicht angemeldet oder beispielsweise über die Tastenkombination Strg + Alt + Entf wieder abgemeldet hat.
"Die Uhrzeitanzeige kann sich nach dem tatsächlichen Minutenwechsel um bis zu 30 Sekunden verzögern", schreibt Microsoft und erklärt weiter, die Anzeige hänge an dieser Stelle am System-Konto und werde in einem festen 30-Sekunden-Intervall aktualisiert. Offenbar hat Microsoft keine Ambitionen, die Uhrzeit präzise auszugeben, obwohl das Windows-System über die nötigen Informationen verfügt.
Nicht jeder Sperrbildschirm betroffen
Wer den Sperrbildschirm zum Beispiel über die Tastenkombination Win + L aktiviert, dabei aber angemeldet bleibt, bekommt hingegen eine präzise Zeitangabe. Grund dafür ist laut Microsoft, dass dieser Lockscreen mit der Sitzung des angemeldeten Benutzers verknüpft ist. Die Ausgabe der Uhrzeit werde dabei durch einen dynamischen Timer getriggert, der pünktlich zum Start einer neuen Minute ausgelöst werde. Die Aktualisierung der Uhrzeit erfolge daher "fast sofort".
Warum Microsoft im Falle eines abgemeldeten Nutzers nicht ebenfalls einen solchen Timer nutzt, ist unklar. Etwas an der verspäteten Aktualisierung ändern will Microsoft aber offenkundig nicht. Der Konzern gibt in seinem Beitrag an, das beschriebene Verhalten sei eine beabsichtigte Designentscheidung und es gebe auch keinen Workaround, mit dem sich die Uhrzeit präziser ausgeben ließe.
Negative Auswirkungen auf das System soll die Verzögerung aber ohnehin nicht haben. Die Systemuhr des Windows-Kernels sei stets korrekt und werde auch mit voller Genauigkeit auf Protokolle, Synchronisationen und andere zeitkritische Operationen angewandt. Es handelt sich also lediglich um einen harmlosen Anzeigefehler.
Nachtrag vom 14. April 2026, 10:30 Uhr
Anders als Microsofts Supportbeitrag suggeriert, unterscheidet das System nicht, ob der Sperrbildschirm über Strg + Alt + Entf oder über Win + L aktiviert wird. In beiden Fällen erscheint der gleiche Lockscreen mit korrekter Uhrzeit, wie ein Leser sowie auch die Golem-Redaktion selbst bei eigenen Tests feststellen konnten. Die ungenaue Zeitangabe bezieht sich also nur auf jenen Lockscreen, der vor der Nutzeranmeldung eingeblendet wird. Der Artikel wurde entsprechend angepasst.
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