Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Kein britisches Modell: Medienrat will Pornofilter ohne Voraktivierung

Der Medienrat einer Landesanstalt für Kommunikation fordert zwar einen Pornofilter beim Internet Provider, dieser soll aber nicht ohne Zustimmung der Nutzer aktiviert werden.
/ Achim Sawall
113 Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Eingabemaske für den Internetfilter bei BT (Bild: Ofcom)
Eingabemaske für den Internetfilter bei BT Bild: Ofcom

Im Medienrat der Landesanstalt für Kommunikation (LFK) Baden-Württemberg hat die Forderung nach einem voraktivierten Pornofilter beim Internet Provider offenbar keine Mehrheit gefunden. Der Vorsitzende des Medienpädagogischen Ausschusses, Peter Wittemann, sagte am 19. September 2014(öffnet im neuen Fenster): "Denkbar wäre, dass die Provider ihren Kunden standardmäßig ein Jugendschutzprogramm anbieten, das nur noch aktiviert werden muss. Der lästige Download würde entfallen und damit eine mögliche Hürde für die Eltern."

Ein wichtiger Nebeneffekt wäre, dass über das WLAN zu Hause auch alle mobilen Endgeräte gegen jugendgefährdende Inhalte geschützt wären. LFK-Präsident Thomas Langheinrich war zuvor im Gespräch mit Golem.de dafür eingetreten, das britische Jugendschutzfilter-Modell einzuführen, wonach Provider eine Jugendschutzsperre voreingestellt haben sollen, die die Anschlussinhaber wahlweise deaktivieren können. Er verglich den Jugendschutzfilter mit einem Virenfilterangebot, das Provider auch heute schon per Opt-out anbieten.

LFK-Sprecher Axel Dürr sagte Golem.de: "Das ist ein anderes Gremium. Er ist da ein kleines bisschen passiver gewesen." Langheinrich habe aber seine Forderung nicht geändert.

Laut Medienrat müssten technische Schutz- oder Filterprogramme kontinuierlich weiterentwickelt werden, um Minderjährigen Schutz vor ausländischen Porno- oder Gewaltseiten zu bieten. Unternehmen sollten auch in Zukunft an der Finanzierung der technischen Schutzlösungen beteiligt werden, um die Programme weiter zu verbessern. Gleichzeitig müssten anerkannte Jugendschutzprogramme mehr beworben werden. Viele Eltern und Pädagogen seien zu wenig über die bestehenden technischen Möglichkeiten informiert. Internet-Provider müssten Schutzprogramme besser bekanntmachen.

Gefiltert werden in Großbritannien neben Pornografie auch Themenbereiche wie Nacktheit, Sexualerziehung, Dating, Glücksspiel, Gewaltdarstellungen, extremistische und terroristische politische Inhalte, Webseiten zu Magersucht und Essstörung, Suizid-Webseiten, Alkohol, Rauchen, Webforen, esoterisches Material und Umgehungstools für Netzsperren.


Relevante Themen