Abo
  • IT-Karriere:

Kein App Store mehr: iOS-Nutzer sollten das neue iTunes nicht installieren

Apple hat sich entschieden, den App Store aus iTunes mit der Version 12.7 zu entfernen. Wer ein iPhone, iPod Touch oder iPad verwendet, sollte die neue Version aber möglichst vermeiden und seine Backup-Strategie überdenken. Apps lassen sich nach einem Test von uns nämlich weder in der einen noch der anderen Richtung wegsichern.

Artikel von veröffentlicht am
ITunes 12.7 ist für Apps kaum noch nutzbar.
ITunes 12.7 ist für Apps kaum noch nutzbar. (Bild: Apple/Screenshot: Golem.de)

Apple verbaut den Weg zur weiteren Nutzung alter Apps. Und das, obwohl das Unternehmen mit iOS 11 viele App-Klassiker nutzlos macht. Die neue iTunes-Version 12.7 entfernt nämlich den App Store für iOS. Damit entfallen viele Möglichkeiten der zentralen App-Verwaltung für Heimanwender, die nun auf die iOS-Geräte übergehen.

  • Die App-Sektion fehlt. (Screenshot: Golem.de)
  • Nur noch der Datenaustausch funktioniert. (Screenshot: Golem.de)
Die App-Sektion fehlt. (Screenshot: Golem.de)
Stellenmarkt
  1. Vodafone GmbH, München
  2. AKDB, München, Regensburg

Ohnehin ließen sich Apps schon lange vom iOS-Gerät nicht mehr zu iTunes übertragen. Wer eine App kauft, die im App Store verschwindet, kann diese nicht mehr auf ein anderes iOS-Gerät übertragen, da der App Store allgemein das App-Backup ist. Auch die Daten der App sind dann freilich an das Gerät gebunden. Ohne App kommt man nur schwerlich daran, auch wenn es Wege gibt, Nutzerdaten aus den Backupdaten von iTunes zu extrahieren. Das ist allerdings ein komplexer Weg, den viele Endanwender scheuen dürften.

Nachteile für Stammkunden

Mit dem Schritt, den App Store zu entfernen, verärgert Apple vor allem treue Nutzer, die bewusst eine App zentral speichern und sichern wollen. So haben auch wir zahlreiche Apps nur noch in iTunes in unserem Archiv. Bisher konnten wir uns bei einer Wiederherstellung darauf verlassen, dass diese von iTunes aus wieder zurückgespielt werden konnte, auch wenn die App nicht mehr im App Store vorliegt. Mit iTunes 12.7 konnten wir hingegen einzelne Apps nicht mehr zurückspielen.

Die Probleme gibt es mitunter auch für halbwegs moderne Apps und beim Wechsel von iOS 10 auf iOS 11. Schlimmstenfalls hat der Anwender eine 32-Bit-App mit Daten, die er nicht mehr unter iOS 11 öffnen kann. Wenn die App nicht mehr im App Store ist, kann sie auch nicht auf ein Alt-Gerät zurückgespielt werden. Apple nimmt damit bewusst den Verlust von Daten in Kauf, um Kompatibilitätsaltlasten nicht weiter in iOS mitzutragen. Allerdings warnt Apple nicht vor diesen Problemen. Der Anwender muss das akzeptieren.

Es ist aber nicht nur das Backup, das betroffen ist. Auch das Sortieren der Apps ist nicht mehr möglich. Installierte Apps werden gar nicht mehr angezeigt. Immerhin werden die Apps mit dem Update auf 12.7 nicht einfach vom Rechner gelöscht. Die .ipa-Dateien bleiben auf dem Datenträger. Die einzig verbliebene App-Sektion ist die für den Datenaustausch zwischen Apps, um Daten dem VLC-Player oder Pages zu übergeben.

Die Situation stellt langjährige iOS-Nutzer vor ein erhebliches Problem. Vermutlich wird iTunes 12.7 für die korrekte Synchronisation mit iOS 11 zwingend benötigt. Doch die alten Apps sind ohne Drittherstellertools nicht zu retten oder auf ein anderes Gerät transferierbar.

Lieber nicht aktualisieren

Derzeit müssen wir Anwendern solcher Apps von einem Update auf iTunes 12.7 dringlichst abraten. Zumindest sollten Nutzer eine Redundanzebene einbauen und sei es ein Sekundärrechner, bei dem eine alte iTunes-Version läuft und ein Sekundär-iOS-Gerät, auf das vor dem iOS-11-Update alle Daten gespiegelt und verifiziert werden. Eine Prüfung des Kompatibiltitätsstatus in iOS in den allgemeinen Einstellungen kann bei der Beurteilung ebenfalls helfen.

Zu beachten ist allerdings, dass eine aktuell gekaufte App kein Garant für Kompatibilität ist. Apple verkauft wissentlich 32-Bit-Apps ohne Nutzer zu warnen, dass diese mit der neuen iOS-Version nutzlos werden oder ohne gar anzugeben, dass es sich um veraltete 32-Bit-Apps handelt.

In jedem Falle macht Apples Entscheidung, möglichst schnell Altlasten zu entsorgen, die Verwendung des iOS-Backup-Prozesses ungewöhnlich kompliziert. Ob es eine Alternative gibt, ist bisher nicht bekannt. Apple hat auf eine Anfrage am frühen Morgen bisher nicht reagiert.

Nachtrag vom 14. September 2017, 9:25 Uhr

In dem Knowledge-Base-Eintrag HT201593 vom 12. September 2017 erklärt Apple, wie zumindest in einer Richtung noch Apps auf ein Gerät gespielt werden können. Entsprechende .ipa-Dateien können per Drag-and-Drop in iTunes auf der Seitenleiste über dem angeschlossenen Gerät abgelegt werden. Wir haben das ausprobiert und konnten so eine App nachträglich installieren. Der Weg in die andere Richtung geht allerdings nicht. Es ist also nur eine Übergangslösung. Auch können lokal auf dem Rechner gespeicherte Apps nicht mehr aktualisiert werden und das Sortieren von Apps ist nur noch am iOS-Gerät direkt möglich.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-80%) 11,99€
  2. 3,99€
  3. (-87%) 4,99€
  4. 0,49€

elitezocker 22. Sep 2017

Es hat mich schon immer genervt, dass Apple irgendwelche App Sicherungen, auch von...

Andre_af 17. Sep 2017

Ich glaube wir haben da gerade ein sehr deckungsgleiches Bild von dem "Programmierer" ;-)

divStar 17. Sep 2017

Was eine subjektive Meinung. Aus meiner Sicht ist das pure Willkür.

Deff-Zero 16. Sep 2017

Das Gegenteil ist der Fall. Da Apple an deinem Geld interessiert ist, und zwar...

Deff-Zero 16. Sep 2017

Seit einiger Zeit tauchen reine 32bit Apps nicht mehr in den Suchergebnissen auf. D.h...


Folgen Sie uns
       


ANC-Kopfhörer im Lautstärkevergleich

Wir haben Microsofts Surface Headphones und die Jabra Elite 85h bei der ANC-Leistung verglichen. Für einen besseren Vergleich zeigen wir auch die besonders leistungsfähigen ANC-Kopfhörer von Sony und Bose, die WH-1000XM3 und die Quiet Comfort 35 II.

ANC-Kopfhörer im Lautstärkevergleich Video aufrufen
Sicherheitslücken: Zombieload in Intel-Prozessoren
Sicherheitslücken
Zombieload in Intel-Prozessoren

Forscher haben weitere Seitenkanalangriffe auf Intel-Prozessoren entdeckt, die sie Microarchitectural Data Sampling alias Zombieload nennen. Der Hersteller wusste davon und reagiert mit CPU-Revisionen. Apple rät dazu, Hyperthreading abzuschalten - was 40 Prozent Performance kosten kann.
Ein Bericht von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Open-Source Technology Summit Intel will moderne Firmware und Rust-VMM für Server
  2. Ice Lake plus Xe-GPGPU Intel erläutert 10-nm- und 7-nm-Zukunft
  3. GPU-Architektur Intels Xe beschleunigt Raytracing in Hardware

Kontist, N26, Holvi: Neue Banking-Apps machen gute Angebote für Freelancer
Kontist, N26, Holvi
Neue Banking-Apps machen gute Angebote für Freelancer

Ein mobiles und dazu noch kostenloses Geschäftskonto für Freiberufler versprechen Startups wie Kontist, N26 oder Holvi. Doch sind die Newcomer eine Alternative zu den Freelancer-Konten der großen Filialbanken? Ja, sind sie - mit einer kleinen Einschränkung.
Von Björn König


    LTE-V2X vs. WLAN 802.11p: Wer hat Recht im Streit ums Auto-WLAN?
    LTE-V2X vs. WLAN 802.11p
    Wer hat Recht im Streit ums Auto-WLAN?

    Trotz langjähriger Verhandlungen haben die EU-Mitgliedstaaten die Pläne für ein vernetztes Fahren auf EU-Ebene vorläufig gestoppt. Golem.de hat nachgefragt, ob LTE-V2X bei direkter Kommunikation wirklich besser und billiger als WLAN sei.
    Eine Analyse von Friedhelm Greis

    1. Vernetztes Fahren Lobbyschlacht um WLAN und 5G in Europa
    2. Gefahrenwarnungen EU setzt bei vernetztem Fahren weiter auf WLAN

      •  /