Abo
  • IT-Karriere:

Kein Anspruch auf Werbeerlöse: Ex-Bild-Chef Diekmann lehnt Leistungsschutzrecht ab

Wäre Kai Diekmann noch Chefredakteur bei Bild, würde er sich vermutlich nicht so äußern. Doch als Chef einer Content-Agentur hält er das Leistungsschutzrecht für einen "Irrglauben". Den Verlagen zufolge lebt er offenbar in einer "Wahnwelt".

Artikel veröffentlicht am ,
Ex-Bild-Chefredakteur Kai Diekmann
Ex-Bild-Chefredakteur Kai Diekmann (Bild: Christian Marquardt/Getty Images)

Der Ex-Chefredakteur der Bild-Zeitung, Kai Diekmann, stellt sich in der Debatte um ein europäisches Leistungsschutzrecht gegen seinen früheren Arbeitgeber, den Axel-Springer-Verlag. Diekmann sagte in einem Interview mit dem Branchenmagazin Print & More (PDF, Seite 50-52): "Den Glauben, ich kann ein Geschäftsmodell, das möglicherweise technisch überholt ist, mit Regulierung schützen, halte ich für einen Irrglauben." Das Europäische Parlament hatte am 12. September 2018 mehrheitlich die Pläne für ein Leistungsschutzrecht unterstützt. Den Plänen zufolge brauchen Webseitenbetreiber künftig eine Lizenz, um digitale Inhalte von Verlagen zu nutzen.

Stellenmarkt
  1. SMR Automotive Mirrors Stuttgart GmbH, Stuttgart
  2. Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb), Potsdam

Diekmann verwies bei der Frage, ob Google den Verlagen und Printerzeugnissen das Wasser abgrabe, stattdessen auf den Strukturwandel der Medien. "Es ist kein Naturgesetz, dass ich einen Anspruch auf Vertriebs- oder Werbeerlöse habe. Neue Technologien führen zu veränderten Lebensgewohnheiten. Will ich erfolgreich sein, muss ich mich anpassen", sagte Diekmann, der inzwischen die Social-Media-Agentur Storymachine gegründet hat. Die Segelschifffahrt habe auch nicht darauf bestehen können, dass keine Dampfschiffe gebaut würden.

Verleger wettern über "Piratenbande"

Laut Diekmann war das Herausgeben einer Zeitung "im 20. Jahrhundert eine Lizenz zum Gelddrucken". Jedoch sei Printwerbung "verglichen mit digitaler Werbung unglaublich teuer und ineffizient, mit hohen Streuverlusten. Deshalb funktioniert das Geschäftsmodell an dieser Stelle auch nicht mehr so wie früher". Er plädierte stattdessen dafür, dass die Verlage ebenso wie Streamingdienste à la Netflix und Spotify für ihre Inhalte im Netz Geld verlangen sollten. "Ich halte es für richtig zu sagen, unsere Inhalte sind wertvoll und dafür nehmen wir auch Geld", sagte Diekmann. Vertriebserlöse könnten es nicht mehr alleine richten.

Pikant an dem Interview: Print & More ist das Magazin des Verbandes Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ), der neben dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am intensivsten für das Leistungsschutzrecht geworben hat. Dementsprechend heißt es in einem Text (Seite 30) zu der jüngsten Abstimmung im Europaparlament: "Diese sommerliche Mehrheit für Google, Wikimedia und die Piratenbande hat sich am 12. September in eine Mehrheit von 212 Stimmen für die Annahme des leicht geänderten Vorschlags gewandelt."

Der Artikel spricht weiter von einer "mit Nachdruck betriebenen Fake-News-Kampagne gegen jede Form geistigen Eigentums". Das aus "Monopolgewinnen gespeiste Lobbying" habe "tatsächlich geschafft, in den Fluren und Büros des EU-Parlaments eine Wahnwelt als fast schon wirklich erscheinen zu lassen". Gemessen an diesen Maßstäben lebt Kai Diekmann nach seinem Abschied vom Axel-Springer-Verlag nun offenbar selbst in einer Wahnwelt.



Anzeige
Top-Angebote
  1. 149,90€
  2. (u. a. Tales of Vesperia: Definitive Edition für 21,99€, Tropico 5: Complete Collection für 6...
  3. (u. a. Hitman 2 - Gold Edition, The Elder Scrolls V: Skyrim - Special Edition, Battlefield 1)
  4. (u. a. Grimm - die komplette Serie, Atomic Blonde, Die Mumie, Jurassic World)

tvdsdn 19. Nov 2018

Das in Deutschland übliche Medien-Geschäftsmodell mit langfristigen Abonnements ist...

deadjoe 02. Okt 2018

gabs nicht genau dazu eine klage und das wegen monopolstellung gelistet werden muss? Das...

schnedan 02. Okt 2018

Kann nicht sein... immerhin argumentierte man immer mit dem schwierigen Markt wenn man...

0xDEADC0DE 02. Okt 2018

Gerade Seiten wie die Bild sind, leider landet man doch an und an darauf, wie alle...

bombinho 01. Okt 2018

Gefaellt mir.


Folgen Sie uns
       


Raspberry Pi 4B vorgestellt

Nicht jedem dürften die Änderungen gefallen: Denn zwangsläufig wird auch neues Zubehör fällig.

Raspberry Pi 4B vorgestellt Video aufrufen
Minecraft Dungeons angespielt: Fehlt nur noch ein Klötzchen-Diablo in der Tiefe
Minecraft Dungeons angespielt
Fehlt nur noch ein Klötzchen-Diablo in der Tiefe

E3 2019 Von der Steuerung bis zu den Schatzkisten: Minecraft Dungeons hat uns beim Anspielen bis auf die Klötzchengrafik verblüffend stark an Diablo erinnert - und könnte gerade deshalb teuflisch spaßig werden!

  1. Augmented Reality Minecraft Earth erlaubt Klötzchenbauen in aller Welt
  2. Microsoft Augmented-Reality-Minecraft kommt zum zehnten Jubiläum
  3. Jubiläum ohne Notch Microsoft feiert Minecraft ohne Markus Persson

Wolfenstein Youngblood angespielt: Warum wurden diese dämlichen Mädchen nicht aufgehalten!?
Wolfenstein Youngblood angespielt
"Warum wurden diese dämlichen Mädchen nicht aufgehalten!?"

E3 2019 Der erste Kill ist der schwerste: In Wolfenstein Youngblood kämpfen die beiden Töchter von B.J. Blazkowicz gegen Nazis. Golem.de hat sich mit Jess und Soph durch einen Zeppelin über dem belagerten Paris gekämpft.
Von Peter Steinlechner


    5G-Auktion: Warum der Preis der 5G-Frequenzen so hoch war
    5G-Auktion
    Warum der Preis der 5G-Frequenzen so hoch war

    Dass die Frequenzen für den 5G-Mobilfunk teuer wurden, lasten Telekom, Vodafone und Telefónica dem Newcomer United Internet an. Doch dies ist laut dem Netzplaner Kai Seim nicht so gewesen.
    Eine Analyse von Achim Sawall

    1. Funklöcher Hohe Bußgelder gegen säumige Mobilfunknetzbetreiber
    2. Bundesnetzagentur 5G-Frequenzauktion erreicht 6,5 Milliarden Euro
    3. 5G-Auktion Etablierte wollen Preis für 1&1 Drillisch hochtreiben

      •  /