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KDE Plasma 5.2 erschienen: Breeze ist überall

Mit der aktuellen Plasma-Version von KDE wird die Design-Sprache Breeze dominierend. Zudem hat das Team weiter Software portiert, weitere hilfreiche Kleinigkeiten umgesetzt und sogar eine Anwendung aus Kubuntu integriert.
/ Sebastian Grüner
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KDE Plasma 5.2 bringt weitere Portierungen und setzt auf noch mehr Breeze-Design. (Bild: KDE - CC-BY-3.0)
KDE Plasma 5.2 bringt weitere Portierungen und setzt auf noch mehr Breeze-Design. Bild: KDE - CC-BY-3.0

Das KDE-Team hat für die nun veröffentlichten Arbeitsflächen Plasma 5.2(öffnet im neuen Fenster) weitere Bestandteile der Desktop-Umgebung vom alten Qt4 auf die aktuelle 5er Reihe von Qt und KDE Frameworks portiert. Für die meisten Nutzer ist die auffälligste Neuerung wohl aber der weitgehende Wechsel auf die Design-Sprache Breeze, die mit Plasma 5.0 erstmals eingeführt wurde.

So nutzt der Desktop nun standardmäßig auch die Breeze-Fensterdekoration, die durch eine schwarz eingefärbte Titelleiste und vergleichsweise sehr große Bedienelemente hervortritt. Bei inaktiven Fenstern tritt diese Leiste dezent in den Hintergrund und wird grau. Möglich macht diesen Wechsel weg vom bisher verwendeten Oxygen die Bibliothek KDecoration2(öffnet im neuen Fenster) .

Letztere ist von Kwin-Maintainer Martin Gräßlin mit dem Ziel erstellt worden, Fensterdekorationen künftig deutlich einfacher umsetzen zu können. Damit wird auch etwas Speicher eingespart. Zusätzlich zur neuen Dekoration hat die Visual Design Group die Breeze-Icons um verschiedene Steuerungselemente sowie um neue Symbole für Anwendungen erweitert, etwa für Libreoffice oder Firefox. Ebenso steht nun ein weißes Mauszeigertheme bereit.

Bekannte neue Standard-Anwendungen

Neu hinzugekommen ist ebenfalls die ursprünglich aus Kubuntu stammende Anwendung Muon. Sie ist zum Installieren und zur Verwaltung von Software sowie Addons für den Plasma-Desktop gedacht. Muon ist als KDE-Alternative für das Ubuntu Software Center entstanden, verfügt über ein Backend für Packagekit und kann auf Appstream-Daten zugreifen. Damit ist Muon theoretisch auf jeder Linux-Distribution einsetzbar. Noch ist aber nicht absehbar, welche der Distributionen außer Kubuntu Muon ebenfalls als Paket anbieten werden.

Als Display-Manager, der für die meisten Anwender nur als Login-Fenster sichtbar ist, empfiehlt das Plasma-Team nun offiziell den Qt-basierten SDDM . Dieser soll langfristig in allen Distributionen das veraltete und nur noch sporadisch gepflegte KDM ersetzen. In den Systemeinstellungen findet sich deshalb ein Einstellungsfenster, mit dem sich SDDM konfigurieren kann.

Viele weitere Ports

Darüber hinaus hat das Plasma-Team altbekannte Anwendungen aus der 4er-Reihe auf die neue Technik portiert. Insbesondere die in die Systemeinstellungen integrierten Funktionen lassen sich damit einfacher verwenden, da der Zugriff über die grafische Oberfläche erleichtert worden ist.

Dazu gehört die Bluetooth-Verwaltung Bluedevil, die Verwaltung für mehrere Monitore und Displays, KScreen, sowie die Option zur Einstellung des Aussehens von GTK-Anwendungen. Bei der Anmeldung über passwortgeschützte SSH-Schlüssel stellt KSSHAskPass nun ebenso wieder eine Oberfläche zur Eingabe des Passworts bereit.

Hilfreiches und Kleinigkeiten

Veränderungen am Layout der Plasma-Oberfläche wie etwa das Löschen eines Plasmoids lassen sich nun per Klick rückgängig machen. Die GUI zur Desktop-Suche, KRunner, sortiert die Ergebnisse nun übersichtlicher und mit der Anwendung lassen sich nun Audio-Player kontrollieren.

Das eigentliche Such-Backend Baloo soll nun beim ersten Start bis zu dreimal weniger CPU-Ressourcen als bisher benötigen. Die Bildschirmsperre greift nun auf Logind zu, was als Teil von Systemd gepflegt wird. Damit sei die Sperre sicherer umgesetzt. Zudem lässt sich das Hintergrundbild der Sperre verändern und intern werden Teile des Wayland-Protokolls genutzt.

Eine Liste aller Veränderungen(öffnet im neuen Fenster) bietet eine aus den Git-Logs erzeugte Übersicht. Zum Testen von Plasma 5.2 stehen Live-CDs auf Basis von Kubuntu und Fedora bereit. Pakete(öffnet im neuen Fenster) für die verschiedenen Linux-Distributionen sollten demnächst folgen, der Quellcode(öffnet im neuen Fenster) steht ab sofort zum Download bereit.


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