Smart-Teleskope bis 1.000 Euro
Bei einer Preisspanne von über 4.000 Euro zwischen dem preiswertesten und teuersten Gerät, einem Gewichtsunterschied von fast 20 kg zwischen dem schwersten und leichtesten Teleskop und sehr unterschiedlichen Ansätzen bei der App-Steuerung ist es schwer, einen einheitlichen Vergleichsschlüssel zu finden.
Daher haben wir die Geräte zunächst anhand des Anschaffungspreises in die Gruppen "unter 1.000 Euro", "bis 2.500 Euro" und "über 2.500 Euro" eingeteilt. Dazu kommt eine Übersicht pro Geräteklasse mit den wichtigsten technischen Daten, die einen Vergleich zulassen.
Zusätzlich gibt es für alle vorgestellten Teleskope eine subjektive Einschätzung aus den Erfahrungen bei unseren Tests – und eine Empfehlung, für wen ein entsprechendes Gerät geeignet ist.
Zwei Firmen in dieser Preisklasse
In dieser Klasse gibt es aktuell zwei Firmen, die jeweils zwei preiswerte Geräte im Angebot haben: die Firma Dwarflabs mit dem Dwarf 3 und dem Dwarf Mini und die Firma ZWO mit dem Seestar S30 und S50.





















Alle vier Teleskope sind klein, leicht und kompakt und eignen sich daher sehr gut für den mobilen Einsatz. Das Dwarf Mini und das Seestar S30 sind von den technischen Daten fast identisch, aber das Dwarf Mini ist nochmal um einiges leichter als das S30.
Mit 30 mm ist die Öffnung der Frontlinse relativ klein, was sich auf die maximale optische Auflösung auswirkt, aber durch den Full-HD-Kamerasensor kein großer Nachteil ist. Beim etwas größeren Dwarf 3 ist die Öffnung mit 35 mm nicht sehr viel größer, aber er punktet mit einem 4K-Sensor mit der vierfachen Auflösung im Vergleich zu allen anderen drei Geräten.
Außergewöhnlich ist auch die Form des Dwarf 3. Sie erinnert ein wenig an den Kamerakopf des Marsrovers Perseverance. Das größte und auch teuerste Gerät dieser Klasse ist das Seestar-S50-Teleskop, das zwar auch nur einen Full-HD-Sensor mit 1.920 x 1.080 Pixeln Auflösung hat, aber mit einer Öffnung von 50 mm deutlich mehr Licht einsammelt. Dafür hat es kein zusätzliches Weitwinkelobjektiv wie die anderen drei.





















Alle vier Teleskope werden im Alt-AZ Modus betrieben. Dabei dreht sich das Teleskop auf der Basis um seine vertikale Achse und richtet den Teleskoparm in Richtung Himmel aus. Das macht das Aufstellen und Ausrichten des Teleskops sehr einfach, beschränkt aber die maximale Belichtungszeit pro Bild aufgrund der Erddrehung.
Allerdings können auch alle vier Geräte im etwas aufwendigeren EQ-Modus betrieben werden. Hier wird das Teleskop selbst durch den Nutzer parallel zur Erdachse ausgerichtet und kann somit die Erddrehung ausgleichen und sehr viel länger Einzelaufnahmen machen. Das Einrichten wird hierbei durch die jeweiligen Apps unterstützt.





















Die Teleskope von Dwarflab und ZWO sind gut geeignet, um preiswert und leicht in das Hobby der Astrofotografie einzusteigen. Aber es gibt auch erweiterte Funktionen wie den EQ-Modus, Mosaikaufnahmen mit deutlich größerem Bildfeld oder das Planen ganzer Aufnahmenächte, die dem Nutzer langfristig Entwicklungsmöglichkeiten bieten, um deutlich mehr aus den Geräten herauszuholen.
Gerade die Seestar-Geräte sind sehr leicht und intuitiv über die App zu bedienen. Alle wichtigen Einstellungen für die Nutzung am Tag und in der Nacht sind übersichtlich dargestellt und notwendige Einstellungen werden automatisch vorgenommen. Objekte für Aufnahmen in der Nacht können aus einem Katalog oder einer interaktiven Sternenkarte ausgewählt werden.
Die Bedienung der Dwarflab-Geräte ist etwas weniger intuitiv, da es mehr Einstellmöglichkeiten in der App gibt. Das gibt Nutzern mehr Freiheiten, macht aber auch den Einstieg in die Bedienung etwas komplexer.
| Dwarf Mini | Dwarf 3 | Seestar S30 | Seestar S50 | |
|---|---|---|---|---|
| Modell | Refraktor | Refraktor | Refraktor | Refraktor |
| Öffnung | 30 mm | 35 mm | 30 mm | 50 mm |
| Brennweite | 150 mm (f/5) | 150 mm (f/4.3) | 150 mm (f/5) | 250 mm (f/5) |
| Sensor | IMX662 | IMX678 | IMX662 | IMX642 |
| Auflösung | 1.920 x 1.080 | 3.830 x 2.160 | 1.920 x 1.080 | 1.920 x 1.080 |
| Bildfeld | 2.14° x 1.2° | 2.95° x1,66° | 2.13° x 1.2° | 1.3° x 0.7° |
| Filter | Dark, Astro,Dualband,Solar | Visual,Astro | UV/IR, Dark,Dualband | UV/IR, Dark,Dualband |
| Speicher | 64 GB | 128 GB | 64 GB | 64 GB |
| Akkulaufzeit | 7.000 mAh / 4 h | 10.000 mAh / 4-6 h | 6.000 mAh /4-6 h | 6.000 mAh /4-6 h |
| Stativ | nein | nein | ja | ja |
| Datenzugriff | Wi-Fi | Wi-Fi, USB-C | Wi-Fi, USB-C | Wi-Fi, USB-C |
| EQ-Modus | ja | ja | ja | ja |
| Gewicht | 840 g | 1,3 kg | 1,7 kg | 3 kg |
| Preis | rund 400 Euro | rund 550 Euro | rund 470 Euro | rund 650 Euro |
Auch wenn die Geräte klein und preiswert sind, liefern sie doch erstaunlich gute Bilder und erlauben es, auch ohne große Investition in die Astrofotografie einzusteigen.



