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Kaufberatung: 2022 ist ein besonders guter ANC-Kopfhörerjahrgang

Wer derzeit nach einem besonders guten Kopfhörer oder Bluetooth-Hörstöpseln mit Active Noise Cancellation (ANC) sucht, hat es so einfach wie noch nie.
/ Ingo Pakalski
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Bei guten ANC-Produkten gibt es viel Auswahl. (Bild: Ingo Pakalski/Golem.de)
Bei guten ANC-Produkten gibt es viel Auswahl. Bild: Ingo Pakalski/Golem.de

Bluetooth-Kopfhörer und Bluetooth-Hörstöpsel alias True Wireless In-Ears mit aktiver Geräuschunterdrückung werden immer beliebter. Aber wer sich das erste Mal für Produkte mit Active Noise Cancellation (ANC) interessiert, sollte beim Kauf auf einige Besonderheiten achten. Denn bei ANC-Produkten kann es im Alltag Beschränkungen geben, die es bei normalen Kopfhörern oder Hörstöpseln nicht gibt.

Wir gehen in unserer Kaufberatung darauf ein, auf welche Details vor dem Kauf eines ANC-Produkts geachtet werden sollte. Hierbei geben wir Empfehlungen für einzelne ANC-Geräte, basierend auf unseren Tests aus den zurückliegenden Monaten. Es gibt sehr viele ANC-Kopfhörer und -Hörstöpsel, bei denen in wichtigen Punkten Abstriche gemacht werden müssen. Wir konzentrieren uns in dieser Kaufberatung auf die Produkte, bei denen im Alltag die geringsten Kompromisse eingegangen werden müssen.

Bei der Technik namens Active Noise Cancellation geht es darum, dass ein Gegenschall in den Kopfhörer oder den Hörstöpsel gespielt wird, mit dem sich störende Außengeräusche verringern lassen. Die Technik wurde ursprünglich für den Einsatz in Flugzeugen entwickelt, besonders leistungsfähige ANC-Geräte können aber auch Alltagsgeräusche verringern und im Idealfall möglichst viel Stille erzeugen.

Wie stark soll die ANC-Leistung sein?

Nach wie vor werden ANC-Produkte besonders oft beim Fliegen genutzt, um den Kabinenlärm zu reduzieren. Aber auch Fahrgeräusche etwa in öffentlichen Verkehrsmitteln lassen sich verringern. Das Gleiche gilt für Baustellenlärm oder lauten Verkehrslärm etwa im Büro oder Homeoffice. Auch die Geräuschkulisse von Kindern oder Mitbewohnern im Homeoffice lässt sich so reduzieren.

Obwohl die ANC-Technik bereits seit mehreren Jahren existiert, ist das Ergebnis der Geräuschunterdrückung höchst unterschiedlich. Während Produkte mit hoher ANC-Leistung die Umgebungsgeräusche besonders stark verringern können, kann es bei Produkten mit geringer ANC-Leistung vorkommen, dass der Effekt kaum wahrnehmbar ist.

ANC für konzentriertes Arbeiten

Mit einer besonders hohen ANC-Leistung ist es möglich, störende Geräusche fast komplett auszublenden – ohne sich etwa mit Musik behelfen zu müssen. Dabei kann es anfangs ungewohnt sein, die Stille unter einem besonders leistungsfähigem ANC-Produkt auszuhalten. Zudem dient ANC dazu, dass bei lauter Umgebung die Musik nicht unnötig laut gestellt werden muss. Das Gehör wird dadurch geschont.

Wie soll das ANC-Produkt eingesetzt werden?

Wenn ein ANC-Kopfhörer zur gezielten Erzeugung von Stille verwendet werden soll, ist es ratsam, dass er nicht rauscht. Wenn Hersteller nicht aktiv etwas dagegen unternehmen, erzeugt ANC nämlich ein Grundrauschen, das bei Hörspielen, Hörbüchern, Podcasts oder Filmen durchaus störend sein kann. Sobald Musik abgespielt wird, ist das Rauschen meist nicht mehr wahrnehmbar.

Vor der Anschaffung eines ANC-Produkts sollte zudem überlegt werden, unter welchen Bedingungen es vor allem verwendet werden soll. Denn dabei geht es grundlegend um die Frage: Kopfhörer oder Hörstöpsel. Die meisten ANC-Kopfhörer lassen sich ohne weiteres Zubehör im Kabelbetrieb verwenden, etwa auf Reisen mit dem Entertainmentsystem eines Flugzeugs. Außerdem lassen sich ANC-Kopfhörer viel länger ohne Unterbrechung auch bei langen Interkontinentalflügen nutzen, weil sie lange Akkulaufzeiten von üblicherweise um die 30 Stunden bieten. Bei den meisten ANC-Kopfhörern gehört eine passende Transporttasche zum Lieferumfang.

Hörstöpsel haben kürzere Akkulaufzeit als Kopfhörer

Anders ist das bei Bluetooth-Hörstöpseln: Zu ihnen gehört üblicherweise ein Ladeetui, um die Stöpselakkus darin zu laden. Aufgrund der kleinformatigen Bauweise müssen die meisten guten Stöpsel nach etwa sechs Stunden wieder geladen werden – es können aber auch vier Stunden sein. Wer einen langen Flug von mehr als zehn Stunden vor sich hat, wird mit True Wireless In-Ears nicht dauerhaft vom Krach des Flugzeugs verschont bleiben. Der Vorzug von Bluetooth-Hörstöpseln ist, dass sie im Reisegepäck deutlich weniger Platz einnehmen als ein großer ANC-Kopfhörer. Sie können im Alltag immer dabei sein.

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Hörstöpsel erlauben keine Kabelnutzung

Standardmäßig lassen sich die meisten Bluetooth-Hörstöpsel auch nicht ohne Weiteres mit den Entertainmentsystemen im Flugzeug verbinden, weil kein Kabelbetrieb vorgesehen ist. Wer das möchte, müsste einen passenden Bluetooth-Transmitter verwenden. Die PI7 von Bowers & Wilkins (G+) sind eines der wenigen Produkte, die gleich mit einem passenden Transmitter ausgeliefert werden. Aber auch mit Transmitter gibt es keine Möglichkeit, die Stöpsel ausschließlich im Kabelbetrieb zu verwenden. Denn zwischen Transmitter und Hörstöpsel wird alles weiterhin über Bluetooth übertragen.

Wenn es bei ANC-Geräten pfeift

Weiterhin gibt es viele ANC-Geräte, die besonders windempfindlich sind. Prinzipbedingt brauchen sie außen Mikrofone, mit denen die Umgebungsgeräusche analysiert werden, um einen passenden Gegenschall ausspielen zu können. Damit es dabei nicht im Ohr pfeift, müssen sich Gerätehersteller Lösungen einfallen lassen. So manche große Hersteller berücksichtigen das aber nicht immer; dann ist ein Einsatz draußen nur mit klanglichen Einbußen möglich.

Dieses Problem betrifft sowohl Kopfhörer als auch Stöpsel. Andere treten hingegen nur bei den Stöpseln auf.

Hersteller müssen bei Hörstöpseln viel bedenken

So sorgt die geringe Größe der Bluetooth-Hörstöpsel vielfach für Frust bei der Steuerung. Viele Hersteller setzen hier auf Sensorflächen. Wenn darauf zu viele Befehle untergebracht sind, passiert es immer wieder, dass Gesten falsch erkannt werden oder dass wichtige Funktionen fehlen, wie es bei den Sony-Stöpseln oft der Fall ist. Wir haben uns für diesen Artikel auf Produkte konzentriert, die bei der Steuerung besonders gut abschneiden.

Außerdem haben alle in diesem Artikel empfohlenen ANC-Hörstöpsel eine jederzeit nutzbare Lautstärkeregelung direkt am Gerät. Es kann unfassbar nervig sein, wenn sich die Lautstärke nicht direkt am Hörstöpsel steuern lässt. Dennoch gibt es viele Produkte, bei denen genau das nicht geht.

Hier haben große Kopfhörer per se den Vorteil, dass die für eine Sensorsteuerung verfügbare Fläche größer ist. Es lassen sich also leichter alle Funktionen unterbringen und es passiert eigentlich nicht, dass Gesten falsch erkannt werden. Uns ist bisher kein ANC-Kopfhörer begegnet, der vergleichbare Einschränkungen wie die Hörstöpsel hat.

Hersteller haben Transparenzmodus verbessert

Deutliche Verbesserungen hat es in den vergangenen Jahren bei der Leistung des Transparenzmodus gegeben, der bei ANC-Produkten mittlerweile zum Standard gehört. Er dient dazu, gezielt die Umgebungsgeräusche wahrzunehmen. Im Idealfall klingt es so, als hätten wir gar keinen Kopfhörer auf. Dieses hohe Niveau erreichen nicht alle Produkte, aber selbst die schwächeren sind mittlerweile so gut, dass der Modus alltagstauglich ist. Bei älteren Produkten klang dieser Modus mitunter unnatürlich und damit unangenehm.

Eine stärkere Verbreitung hat inzwischen auch die Funktion der Trageerkennung, in Top-Hörstöpseln ist sie fast Standard. Das funktioniert so: Wenn wir einen oder beide Hörstöpsel aus dem Ohr nehmen, wird die Musikwiedergabe angehalten und läuft im Idealfall weiter, sobald beide Stöpsel wieder im Ohr stecken. Bei Kopfhörern ist diese Technik seltener vorhanden.

Typische Probleme vieler Bluetooth-Hörstöpel

Dafür haben viele Bluetooth-Hörstöpsel wiederum mit Schritthall zu kämpfen. Wenn die Aufsätze stark abdichten, erzeugt das einen Druck im Ohr, der jeden einzelnen Schritt beim Laufen als dumpfes Auftreten hörbar macht. Das ist unangenehm und mindert den Musikgenuss deutlich. Mittlerweile gehen zwar immer mehr Hersteller das Problem an, es gibt aber noch immer viele Produkte mit dieser Einschränkung. In dieser Kaufberatung haben wir nur die Produkte ohne Schritthall ausgewählt.

Ein weiteres recht häufiges Problem ist die Verwendung von Bluetooth-Hörstöpseln unter einer Mütze. Aufgrund des kabellosen Designs sind die Geräte dafür optimiert. Wenn die Stöpsel allerdings zu groß sind, ragen sie so weit hervor, dass eine Mütze sie schmerzhaft ins Ohr drückt. Zudem kann es bei Bluetooth-Hörstöpseln unangenehme Raschelgeräusche geben, sobald wir den Kopf bewegen und der Mützenstoff über das Gehäuse gleitet. Für diese Kaufberatung haben wir nur Produkte gewählt, die vollständig mützentauglich sind.

Hörstöpsel sind hervorragend für Brillenträger

Ein Vorzug von Hörstöpseln: Es gibt keine Probleme für Brillenträger. Bei Kopfhörern kann es hingegen vorkommen, dass die Hörmuscheln so stark auf den Kopf drücken, dass es beim Tragen einer Brille schmerzt. Erfreulicherweise wird das von vielen Herstellern berücksichtigt.

Bluetooth-Multipoint fehlt bei Hörstöpseln noch immer oft

Die meisten ANC-Kopfhörer können parallel mit zwei Geräten über Bluetooth verbunden sein, während diese Funktion bei Bluetooth-Hörstöpseln nach wie vor oft fehlt. Immerhin integrieren immer mehr Hersteller diese im Alltag praktische Funktion, und sei es als Firmware-Update wie zuletzt bei Sony und Sennheiser (G+) . Auch in dieser Kaufberatung sind zwei Hörstöpsel dabei, die kein Bluetooth-Multipoint, aber ansonsten überzeugen können.

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Geräuschunterdrückung bei der Telefonie noch die Ausnahme

Außer zum Musikhören werden Kopfhörer und Hörstöpsel auch zum Telefonieren verwendet. In Innenräumen schneiden viele Produkte gut ab, wenn sie in einer ruhigen Umgebung eingesetzt werden. Wenn dabei jedoch Dinge erledigt werden, die Geräusche verursachen, kann das für die Gegenseite unangenehm werden, weil der Lärm auf der anderen Seite viel lauter ist. Das Gleiche gilt, wenn draußen an einer viel befahrenen Straße telefoniert wird. Meist hört die andere Seite jedes vorbeifahrende Auto als unangenehmes Störgeräusch, das Gesagte ist deutlich schwerer oder sogar gar nicht mehr zu verstehen.

Bei der Telefonie gibt es derzeit mit Bose und Sony nur zwei Hersteller, die im Grunde eine ANC-Funktion für die Telefonie anbieten. Vorbeifahrende Autos sind automatisch nicht mehr zu hören und sogar ein Telefonat direkt vor einer lauten Baustelle ist möglich, ohne dass die Gegenseite davon etwas mitbekommt. Bisher gibt es diese ANC-Telefonie allerdings nur für große ANC-Kopfhörer. Eine Art Ausnahme sind hier die Freebuds Pro 2, die zumindest solche Störgeräusche stark verringern, aber nicht unhörbar machen können.

Kopfhörer haben meist eine höhere ANC-Leistung

Über viele Jahre galt bei ANC-Produkten die eiserne Regel, dass sich Kunden für einen Kopfhörer entscheiden sollten, wenn sie eine möglichst hohe ANC-Leistung wünschen. Fast alle Bluetooth-Hörstöpsel erreichen nicht die gleiche hohe ANC-Leistung wie die Top-Kopfhörer am Markt. Diese Regel gilt so pauschal nicht mehr.

Seit ein paar Monaten gibt es eine Ausnahme, denn die neuen Bluetooth-Hörstöpsel von Bose erreichen eine so hohe ANC-Leistung, dass sie vergleichbar mit der von großen ANC-Kopfhörern ist. Kommen wir also nun zu den Kopfhörern und Hörstöpseln, die wir empfehlen können.

Die besten ANC-Hörstöpsel

Besonders haben uns in diesem Jahr zwei ANC-Produkte begeistert: Sonys neuer Oberklasse-Kopfhörer WH-1000XM5 und Boses aktuelles Hörstöpsel-Modell Quiet Comfort Earbuds II . Im Bereich der ANC-Kopfhörer gibt es derzeit nichts Besseres als das Modell von Sony und die Bose-Stöpsel setzen in ihrer Geräteklasse ganz neue Maßstäbe.

Wer bereits andere gute Bluetooth-Hörstöpsel mit ANC-Technik verwendet, wird beeindruckt sein, wie viel die ANC-Technik der Bose-Stöpsel leistet. Alle Umgebungsgeräusche werden von Bose noch leiser gemacht und stören damit noch weniger. Die Stöpsel rauschen zwar bei Stille etwas, in Anbetracht der enorm hohen ANC-Leistung für diese Geräteklasse ist das aber hinnehmbar. Sobald Musik abgespielt wird, ist das Rauschen nicht mehr wahrnehmbar. Die Quiet Comfort Earbuds II sind die bisher einzigen Bluetooth-Hörstöpsel, die bei der ANC-Leistung auf dem Niveau großer ANC-Kopfhörer liegen.

Begeistert hat uns auch der optimierte Transparenzmodus der Bose-Stöpsel, der laute Geräusche erkennt und sie automatisch dämpft. Wenn die Feuerwehr mit Martinshorn vorbeifährt, wird automatisch leiser gestellt und keiner muss sich mehr die Ohren zuhalten. Einen solchen Transparenzmodus sollten künftig alle ANC-Produkte am Markt haben.

Quiet Comfort Earbuds II sitzen sehr bequem

Die Quiet Comfort Earbuds II liefern einen tollen Klang, ohne windempfindlich zu sein und haben nur einen leicht hörbarre Schritthall. Sie sitzen ausgesprochen angenehm im Ohr, haben eine lange Akkulaufzeit und eine durchdachte Steuerung. Bose setzt auf eine Sensorsteuerung, dabei ist es gelungen, sie an die Gehäuseform anzupassen und alle wichtigen Funktionen bereitzustellen. Praktisch ist auch die Trageerkennung, die zuverlässig funktioniert.

Eine Enttäuschung ist weiterhin die unzuverlässige Smartphone-App für die Bose-Stöpsel. Abgesehen davon gibt es nur einen weiteren Kritikpunkt: Bluetooth-Multipoint fehlt.

Freebuds Pro 2 – Huaweis Alternative mit Bluetooth-Multipoint

Wer bei Hörstöpseln unbedingt Bluetooth-Multipoint benötigt, aber keine gravierenden Abstriche an anderer Stelle machen will, greift zu den Freebuds Pro 2 von Huawei . Die Huawei-Stöpsel liefern eine für diese Geräteklasse hohe ANC-Leistung, ohne zu rauschen, und sie sitzen dabei bequem im Ohr. Sie bieten einen tollen Klang ohne Schritthall und ohne Windempfindlichkeit sowie eine gute Trageerkennung. Huawei liefert eine gelungene App mit, lediglich bei der Akkulaufzeit könnten die Freebuds Pro 2 besser abschneiden.

Bereits bei den Freebuds Pro der ersten Generation (g+) hat uns die durchdachte Steuerung begeistert, die so für das Nachfolgemodell übernommen wurde. Huawei hat sich dabei an den Airpods Pro von Apple orientiert, aber deren Steuerung kongenial durch eine durchdachte Lautstärkeregulierung ergänzt. Das gefiel nicht nur uns, sondern auch Apple, wo man die praktische Steuerung für die Airpods Pro 2 von Huawei übernommen hat.

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Die Airpods Pro 2 von Apple können knapp mithalten

Lange Zeit waren die Airpods Pro der ersten Generation bei Bluetooth-Hörstöpseln der Maßstab für die Konkurrenz, obwohl sie nie perfekt waren. Es hat immer eine Lautstärkeregelung am Stöpsel, Bluetooth-Multipoint sowie Android-Unterstützung gefehlt. Besonders ärgerlich ist zudem, dass es einige Funktionen nur mit Apple-Geräten gibt und eine große Kundengruppe ohne Not benachteiligt wird.

Dafür konnten die Airpods Pro durch eine ausreichend hohe ANC-Leistung, einen guten Klang ohne Schritthall und Windempfindlichkeit, einen besonders bequemen Sitz im Ohr sowie eine ansonsten gute Steuerung überzeugen. Das sind alles Aspekte, die in der Qualität lange Zeit bei keinem Produkt der Konkurrenz vereint zu finden waren.

Bei den Airpods Pro 2 hat Apple einiges verbessert: Sie klingen besser, schaffen im ANC-Bereich mehr und bieten eine durchdachte Lautstärkeregulierung. Weiterhin sitzen die Airpods Pro 2 besonders angenehm im Ohr, es gibt keinen Schritthall und auch keine Windempfindlichkeit.

Diese Beschränkungen gibt es bei den Apple-Stöpseln

Zu den großen Nachteilen zählt: Die Airpods Pro 2 unterstützen weiterhin kein Bluetooth-Multipoint und auch der größte Kritikpunkt bleibt bestehen, der für alle übrigen Kopfhörer-Produkte von Apple ebenso gilt: Nur mit Apple-Produkten gibt es den vollen Funktionsumfang, was in Anbetracht eines Kopfhörerprodukts nicht nachvollziehbar ist. Während es etwa bei Bose und Huawei immer eine Trageerkennung gibt, steht diese Funktion bei den Airpods Pro 2 ausschließlich im Zusammenspiel mit Apple-Geräten zur Verfügung.

Die Airpods Pro 2 haben es nur ganz knapp in diese Kaufberatung geschafft, denn die Stöpsel verlangen Käufern schon recht viele Kompromisse ab. Wer besseren Klang und mehr ANC-Leistung sucht, greift zum Bose-Stöpsel; wer nicht auf Bluetooth-Multipoint verzichten will, ist mit den Freebuds Pro 2 besser bedient.

Kommen wir nun quasi zur Königsklasse unter den ANC-Produkten, den Kopfhörern.

Die besten ANC-Kopfhörer

Auch wenn es Bose bei den Bluetooth-Hörstöpseln erstmals gelungen ist, bei der ANC-Leistung an Kopfhörer heranzukommen, gibt es doch einige Vorzüge, die nur große Kopfhörer haben. Das betrifft vor allem die Akkulaufzeit, die Telefonqualität und die Klangqualität, weil die Kopfhörer von wesentlich größeren Treibern profitieren. Dieses Jahr ist Sony das kleine Wunder gelungen, einen ANC-Kopfhörer auf den Markt zu bringen, der die gesamte Konkurrenz weit hinter sich lässt: den WH-100XM5 .

Das gelang vor allem durch eine deutliche Verbesserung bei der Telefoniequalität im Vergleich zum Vorgängermodell (dem WH-1000XM4 ), einen besseren Klang und eine noch höhere ANC-Leistung ohne Windempfindlichkeit.

Zudem hat der Sony-Kopfhörer ebenfalls die von Bose mit den Noise Cancelling Headphones 700 eingeführte ANC-Funktion für Telefonate. Damit kann direkt auf einer Baustelle telefoniert werden und die Gegenseite hört nichts davon – absolut beeindruckend.

Sony liefert mehr Komfort als die Konkurrenz

Sony hat außerdem wieder eine Reihe von Komfortfunktionen im Zusammenspiel mit dem Transparenzmodus integriert, die im Alltag ungemein praktisch sind, wie etwa die Handaufleggeste oder die Transparenzaktivierung auf Zuruf. Die bei Stöpseln eher übliche Trageerkennung gibt es bei Sony sehr gut funktionierend auch bei den Kopfhörern. Geblieben ist die zuverlässig arbeitende Smartphone-App, die viele Einstellungen erlaubt.

Vor allem im direkten Vergleich mit dem Vorgängermodell gibt es kleinere Nachteile wie das Fehlen eines Klappmechanismus, weniger mitgeliefertes Zubehör sowie ein minimal schlechteres Tragegefühl. Gleichwohl ist der WH-1000XM5 derzeit ganz klar der beste ANC-Kopfhörer am Markt.

Wenn die Bose-Kopfhörer nicht so windempfindlich wären

Vor allem Bose kann derzeit nicht wirklich mithalten, weil es bei den ANC-Kopfhörern keinerlei Maßnahmen gegen Windgeräusche gibt. Das schränkt die Produkte stark ein und ist schade, denn die Noise Cancelling Headphones 700 und die Quiet Comfort 45 haben beide die Telefon-ANC-Funktion und sind damit im Außeneinsatz in dieser Disziplin so viel besser als der Großteil der Konkurrenz.

Im Vergleich zur Sony-Konkurrenz fehlt es Bose an Komfortfunktionen vor allem rund um den sehr guten Transparenzmodus. Ansonsten sind die Bose-Kopfhörer beim Klang und der ANC-Leistung durchaus gut. Bei Bose bleibt als weiterer Nachteil die schlechte Qualität der Bose-App.

Sonys Vorgängermodell WH-1000XM4 immer noch eine gute Wahl

Wer sich daran stört, dass der WH-1000XM5 nicht zusammenfaltbar ist, kann zu Sonys Vorgängermodell greifen. Der WH-1000XM4 liefert noch immer sehr viel Leistung fürs Geld. Dazu gehören ein besonders angenehmes Tragegefühl, eine gute Klangqualität, eine hohe ANC-Leistung und eine gelungene Steuerung.

Die größten Nachteile im direkten Vergleich mit dem neuen Modell sind die schlechtere Telefoniequalität sowie die Tatsache, dass die Windreduktion beim Vorgängermodell noch nicht automatisch arbeitet. Erfreulicherweise gibt es schon die gut funktionierende Trageerkennung und fast alle Komfortfunktionen des neuen Modells.

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Der EAH-A800 liefert ein solides Gesamtpaket

Eine sehr gute faltbare Alternative zum WH-1000XM4 ist der EAH-A800 von Technics , der dieses Jahr auf den Markt gekommen ist. Das Technics-Produkt schneidet in einigen wichtigen Aspekten besser ab als Sonys älterer Kopfhörer. Der EAH-A800 liefert einen tollen Klang, ist überhaupt nicht windempfindlich und schafft eine hohe ANC-Leistung, ohne dabei allerdings ganz rauschfrei zu sein.

Dafür gibt es eine bessere Telefonqualität als beim WH-1000XM4 und einen natürlicher klingenden Transparenzmodus mit praktischer Tuning-Funktion. Wie bei Sony sind wir mit der Technics-App sehr zufrieden, nur die Trageerkennung könnte beim Technics-Kopfhörer besser funktionieren.

Dafür ist Technics der einzige Hersteller in dieser Kaufberatung, der daran gedacht hat, dass es bei Telefonaten notwendig sein kann, das Mikrofon am Kopfhörer abzuschalten. Apple, Bose, Huawei und Sony lassen bei allen Produkten eine Mikrofonsteuerung vermissen. Ergänzend dazu liefert das Technics-Produkt eine phänomenal lange Akkulaufzeit von über 60 Stunden und hält damit doppelt so lange durch wie die guten Konkurrenzprodukte.

Apples Airpods Max kann zu wenig

Ganz klar keine Kaufempfehlung gibt es für die Airpods Max von Apple . Als wir den Apple-Kopfhörer 2021 testeten, gab es den WH-1000XM5 noch nicht, und schon damals vermittelte der Airpods Max vor allem, dass er einfach nur überteuert ist. Dieser Eindruck hat sich noch intensiviert. Der Apple-Kopfhörer ist bei ANC-Leistung und Klang gut, enttäuscht dafür aber in puncto Komfort, Lieferumfang und eben auch bei der Unterstützung anderer Betriebssysteme. Es ist einer der wenigen ANC-Kopfhörer am Markt, die sich erst durch Zukauf speziellen Zubehörs mit Kabel nutzen lassen. Es bleibt ein Kopfhörer für Apple-Fans, die gerne für ein Produkt mehr bezahlen und dafür viel weniger Funktionen haben wollen als bei der Konkurrenz.

Der Apple-Kopfhörer soll hier dennoch kurz erwähnt werden, weil er einer der wenigen aktuellen ANC-Kopfhörer ist, die mit einem Ohrpolster aus Stoff versehen sind. Dadurch ist die Schweißbildung direkt unter der Ohrpolsterfläche geringer als bei der Konkurrenz, die auf glatte Oberflächen setzt. Hier dürften sich andere Hersteller an Apple gern ein Beispiel nehmen.

Auch wenn es sowohl bei Kopfhörern als auch bei Bluetooth-Hörstöpseln jeweils klare Favoriten gibt, bleibt doch die Frage, ob es am Ende ein großer Kopfhörer oder doch lieber etwas Kleineres werden soll.

Bei Kopfhörern vs. Hörstöpseln zählen die persönlichen Präferenzen

Dieses Jahr können wir sowohl für Kopfhörer als auch für Bluetooth-Hörstöpsel eine sehr klare Kaufempfehlung geben. Bei Kopfhörern ist es eindeutig der WH-1000XM5 von Sony, bei den Stöpseln sind es Boses Quiet Comfort Earbuds II. Wer nun vor der Entscheidung steht, ob ein Over-Ear-Kopfhörer oder True Wireless In-Ears gewählt werden soll, hat es schwer. Dabei spielen die eigenen Vorlieben die entscheidende Rolle.

Es beginnt damit, dass Over-Ear-Kopfhörer und Hörstöpsel logischerweise jeweils ein ganz anderes Tragegefühl aufweisen. Zudem können die Bose-Stöpsel immer dabei sein, weil sie in jede Hosentasche passen – der Kopfhörer hingegen nicht.

Auch bei der Klangqualität gibt es Unterschiede, weil in Kopfhörern deutlich größere Treiber stecken als in kleinen Hörstöpseln. Im direkten Klangvergleich mit der Sony-Konkurrenz schlagen sich die Bose-Stöpsel tapfer, der Sony-Kopfhörer klingt aber voluminöser, voller, mit größerer Räumlichkeit, und er liefert mehr Details. Es ist deutlich zu spüren, dass hier zwei Geräte unterschiedlicher Klassen aufeinandertreffen.

Abwägung bleibt schwierig

Abgesehen davon liefern beide Produkte eine sehr hohe ANC-Leistung und eine durchdachte Steuerung. Bezüglich des Transparenzmodus ist die ANC-Integration bei Bose im Alltag ein großer Pluspunkt. Beim Sony-Modell gibt es dafür viel mehr Komfort rund um den Transparenzmodus. Für die Sony-Kopfhörer spricht, dass sie sich im Kabelbetrieb ganz ohne Bluetooth verwenden lassen.

Wenn klar ist, dass sehr viel unterwegs telefoniert wird, sind die Sony-Kopfhörer eindeutig die bessere Wahl. Das Gleiche gilt, wenn eine Akkulaufzeit von deutlich mehr als sechs Stunden am Stück benötigt wird. Stöpsel müssten immer wieder zwischendurch aufgeladen werden, um damit etwa einen kompletten Arbeitstag durchzuhalten.

Was uns 2023 erwarten könnte

Wir erwarten für 2023 ein spannendes Kopfhörer-Jahr. Auch wenn Bose noch keine Ankündigung dazu gemacht hat, hoffen wir, dass der Hersteller im nächsten Jahr neue ANC-Kopfhörer vorstellen wird. Wenn mindestens die gleiche gute Technik wie in den aktuellen ANC-Hörstöpseln von Bose verwendet wird, könnte Sony wieder eine sehr starke Konkurrenz bekommen.

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Wenn Bose bei den Kopfhörern endlich die Windprobleme abstellt, kämen sie sofort dichter an die Sony-Konkurrenz heran. Vor allem ein Bose-Kopfhörer mit ANC-Transparenzmodus würde Sony gehörig unter Druck setzen.

Bei Sony bleibt es spannend zu beobachten, ob der Trend wieder zu einem ANC-Kopfhörer mit Faltmechanismus zurückkehrt. Vielen Sony-Kunden gefiel die Entscheidung nicht, den Faltmechanismus beim neuen Modell zu streichen. Es bleibt abzuwarten, ob Sony bei der Qualität des Transparenzmodus noch zulegen kann.

Im nächsten Jahr könnte ein neuer Hersteller den Markt betreten. Seit Langem wird erwartet, dass der Lautsprecherhersteller Sonos einen ANC-Kopfhörer auf den Markt bringt. Es wäre denkbar, dass Sonos doch einiges anders macht als die etablierten Hersteller – und das könnte den Wettbewerb anregen.


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