Kauf von Warner Brothers: Paramount-Chef wendet sich an deutsche Filmwirtschaft
Der Paramount-Chef David Ellison wendet sich in offenen Briefen unter anderem an die deutsche(öffnet im neuen Fenster) und britische Filmwirtschaft(öffnet im neuen Fenster) und will deren Unterstützung bei der Übernahme von Warner Brothers. Auch Kinozuschauer und Abokunden werden in dem Brief angesprochen. Beide offenen Briefe wurden nur gezielt an wenige Medien geschickt, auf den Paramount-Webseiten findet sich dazu nichts.
Netflix hat einen Kaufvertrag für das Kino- und Streaminggeschäft mit Warner Brothers unterzeichnet und diesen Kauf will Paramount seit Monaten verhindern. Während Netflix nur einen Teil von Warner Brothers übernehmen möchte, will Paramount das Filmstudio samt TV-Geschäft einschließlich des Nachrichtensenders CNN übernehmen .
In beiden offenen Briefen betont Ellison, das bisherige Kinozeitfenster von 45 Tagen beibehalten zu wollen. Die gleiche Zusicherung gibt es von Netflix ebenfalls . Ellison will das Zeitfenster bei Bedarf auch wie bisher schon auf 60 bis 90 Tage verlängern. Zudem wolle Paramount nach einer Übernahme von Warner Brothers mit beiden Studios jeweils mindestens 15 Spielfilme pro Jahr in die Kinos bringen.
Paramounts Lizenzierung nicht im Interesse der Kunden
Zudem wolle Paramount auch nach der Warner-Brothers-Übernahme Inhalte weiterhin an andere Anbieter lizenzieren und umgekehrt von anderen Studios Inhalte für Abokunden einkaufen. Dabei handelte Paramount kürzlich nicht gerade im Interesse der Abonnenten: Seit dem 18. Dezember 2025 gibt es exklusiv bei Paramount+ den achten Teil der Misssion-Impossible-Filmreihe.
Auch alle Filme bis zum sechsten Teil gibt es im Abo von Paramount+. Aber ausgerechnet der siebte Teil von Mission Impossible wurde kurz vorher aus dem Sortiment von Paramount+ genommen. Seit mindestens 1,5 Monaten gibt es den siebten Teil von Mission Impossible bei keinem Streamingabo in Deutschland. Andere Anbieter achten in solchen Fällen eher darauf, dass alle Teile einer Filmreihe verfügbar sind – wie etwa Netflix mit der Bereitstellung der James-Bond-Filmreihe .
Im Falle einer Warner-Brothers-Übernahme durch Paramount soll HBO laut Ellison unabhängig von Paramount agieren. Ellison machte keine Angaben dazu, ob langfristig die beiden Streamingabos Paramount+ und HBO Max parallel angeboten werden, falls es zur Übernahme kommen sollte.
Ellison will Unterstützung
In dem offenen Brief gibt Ellison an, dass eine Übernahme von Warner Brothers durch Paramount für die gesamte Filmwirtschaft von Vorteil sei, weil es dadurch "mehr Auswahl" geben werde. "Keiner profitiert, wenn Marktkonzentration funktionierenden Wettbewerb aushebelt" , meint Ellison, ohne darauf einzugehen, welches Szenario er damit beschreibt.
Es bleibt etwas rätselhaft, was sich Ellison von diesem offenen Brief verspricht. Zum Ende hofft er bei der Übernahme von Warner Brothers durch Paramount auf die "Unterstützung" aus Deutschland und Großbritannien, lässt aber offen, wie diese aussehen könnte.
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