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Katastrophenschutz: BBK kritisiert seinen Chef wegen Blackout-Szenario

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe korrigiert seinen Chef wegen dessen Blackout-Vorhersage für Deutschland.
/ Andreas Donath
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Umstürzende Strommasten in einer dunkeln Winternacht (Bild: Dall-E)
Umstürzende Strommasten in einer dunkeln Winternacht Bild: Dall-E

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hält einen großflächigen Stromausfall im Winter für "äußerst unwahrscheinlich" . Ralph Tiesler, Chef der Behörde, warnte kurz zuvor in der Welt am Sonntag : "Wir müssen davon ausgehen, dass es im Winter Blackouts geben wird." Den Plural wählte der BBK-Chef, weil er damit eine "regional und zeitlich begrenzte Unterbrechung der Stromversorgung" meinte. Dieses Szenario, bei dem Netzbetreiber planmäßig Abschnitte abschalten, wird allerdings Lastabwurf(öffnet im neuen Fenster) oder Rolling Blackout genannt.

Auf Twitter schreibt die Behörde nun unter ihrem offiziellen Account(öffnet im neuen Fenster) : "Ein großflächiger Stromausfall in Deutschland ist äußerst unwahrscheinlich. Das elektrische Energieversorgungssystem ist mehrfach redundant ausgelegt und verfügt über zahlreiche Sicherungsmechanismen, um das Stromnetz bei Störungen zu stabilisieren. Ebenso wird die Wahrscheinlichkeit als gering angesehen, dass es regional und zeitlich begrenzt zu erzwungenen Abschaltungen kommt, um die Gesamtversorgung weiter sicherzustellen."

Tiesler habe sich in dem Interview mit der Welt am Sonntag auf ein solches Szenario bezogen, "um die grundsätzliche Bedeutung von Vorsorgemaßnahmen hervorzuheben" . Das BBK bedauere die missverständliche Formulierung, heißt es in dem Tweet abschließend.

Schon am 24. Oktober 2022 hatte die Bundesnetzagentur einen Blogbeitrag(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht, in dem es heißt: "Ein Blackout ist ein unkontrollierter und unvorhergesehener Ausfall, bei dem mindestens größere Teile des europäischen Stromnetzes ausfallen. Das kann zum Beispiel passieren, wenn in einer angespannten Verbrauchs- und Erzeugungssituation zusätzlich schwere Fehler an neuralgischen Stellen des Netzes auftreten. Ein solches Ereignis ist äußerst unwahrscheinlich."


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