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Kassenloser Supermarkt: Technikfehler bei Amazon Go

Alles funktioniert bei Amazon Go wohl noch nicht. Eine Kundin hatte in dem kassenlosen Supermarkt etwas gekauft, das nicht im digitalen Einkaufswagen landete. Darauf ist Amazon nicht vorbereitet.

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Amazon Go ist ein kassenloser Supermarkt.
Amazon Go ist ein kassenloser Supermarkt. (Bild: Amazon)

Beim ersten kassenlosen Supermarkt von Amazon ist der Anbieter sehr überzeugt von der eigenen Technik. Es gibt keine Vorkehrungen dafür, falls diese versagt. Eine Kundin hatte unbeabsichtigt die Überwachungstechnik bei Amazon Go überlistet. Die Journalistin von CNBC wollte einen Joghurtbecher kaufen. Der wurde aber von der Überwachungstechnik im Supermarkt übersehen und nicht in den digitalen Einkaufswagen übertragen. Dadurch hat sie die Ware nicht bezahlt, als sie den Laden verlassen hat.

Nicht erfasste Artikel gehen aufs Haus

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Als die Journalistin Amazon auf das Problem ansprach, reagierte das Unternehmen gelassen: Das Joghurt gehe aufs Haus. Es passiere so selten, dass Amazon eben keine Vorkehrungen dafür getroffen habe, so einen Fehler zu korrigieren. Amazon verbuche das als Schwund. Wie es zu dem Fehler gekommen ist, ist nicht bekannt.

Das Besondere an Amazon Go ist das Fehlen von Kassen. Das übliche Anstellen an der Kasse entfällt - der Einkauf wird einfach bezahlt, indem Kunden den Laden verlassen. Dazu setzt Amazon auf moderne Technik: Hunderte Kameras überwachen das Innere des Supermarkts und haben damit auch alle Aktivitäten der Kunden im Blick. Die Regalböden sind mit Waagen versehen, die wiederum mit den Kameradaten gekoppelt werden.

Kunden identifizieren sich beim Betreten des Ladens

Damit kann das Geschäft autark mitbekommen, welche Produkte der Kunde aus dem Regal nimmt. Sobald etwas aus dem Regal genommen wurde, wird es dem Amazon-Konto des Kunden zugewiesen. Wenn der Kunde ein Produkt zurückstellt, verschwindet es wieder aus dem digitalen Einkaufskorb.

Die Identifikation des Kunden erfolgt beim Betreten des Supermarkts und setzt ein Smartphone voraus, auf dem eine Amazon-Go-App installiert ist. Ohne Smartphone ist kein Einkauf bei Amazon Go möglich. An einem Drehkreuz befinden sich Kameras, der Kunde muss sich über einen QR-Code identifizieren. Verlässt der Kunde den Supermarkt durch das Drehkreuz wieder, werden die gekauften Artikel über das Amazon-Konto bezahlt.

Amazon will Go-Technik nicht weiterverkaufen

Der erste Amazon-Go-Supermarkt eröffnete diese Woche und befindet sich in Seattle im US-Bundesstaat Washington, direkt in Amazons Hauptquartier in der Innenstadt. Amazon habe nicht vor, die Technik von Amazon Go in den Lebensmittelläden von Whole Foods zu integrieren. Die Lebensmittelmarktkette wurde kürzlich von Amazon aufgekauft. Amazon habe auch keine Pläne, die Amazong-Go-Technik an andere Supermarktketten zu lizensieren oder zu verkaufen, erklärte Amazon dem Nachrichtensender CNBC.

Das Konzept hinter Amazon Go wurde erstmals im Dezember 2016 gezeigt. Eigentlich sollte das Geschäft schon seit fast einem Jahr für die Allgemeinheit zur Verfügung stehen, aber technische Schwierigkeiten sollen das verhindert haben. Noch im November 2017 hieß es, dass das Go-System noch durcheinanderkomme, wenn Familien oder Gruppen einkaufen. Dann muss das System nämlich erkennen, welche Personen zusammengehören und diese über ein Amazon-Konto identifizieren.

Bereits im Mai 2017 ließ sich Amazon Slogans für den Go-Supermarkt bei den zuständigen Behörden für die EU und Großbritannien schützen. Das weckt die Vermutung, dass die Technik irgendwann auch außerhalb der USA angeboten wird. Nähere Informationen gibt es dazu bislang nicht.



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