Kaspersky: Geldautomaten mit 15-US-Dollar-Bastelcomputer leergeräumt

Am Ende bleibt nur ein golfballgroßes Loch und das Geld ist weg: Kaspersky hat einen neuen Angriff auf Geldautomaten vorgestellt. Bei dem Angriff werden physische Beschädigung und Hacking kombiniert. Betroffen sind weit verbreitete Modelle aus den 90er Jahren.

Artikel veröffentlicht am ,
Ein Geldautomat.
Ein Geldautomat. (Bild: Martin Wolf/Golem.de)

Auf der Hausmesse, dem Security Analyst Summit, hat Kaspersky einen neuen Angriff auf Geldautomaten vorgestellt. Kriminelle nutzen dafür offenbar Werkzeug im Wert von 15 US-Dollar und verbinden die internen Systeme des Gerätes mit einem selbstgebauten Bastelcomputer. Entsprechende Angriffe soll es in Russland und verschiedenen europäischen Staaten bereits gegeben haben.

Stellenmarkt
  1. Junior Network Engineer - Connectivity (m/w/d)
    STRABAG BRVZ GMBH & CO.KG, Stuttgart, Köln
  2. IT Mitarbeiter (m/w/d) im 1st Level Support
    Grünecker Patent- und Rechtsanwälte, München
Detailsuche

"Wir wollten wissen: Wie gut können die internen Systeme des Geldautomaten kontrolliert werden, wenn nur ein Loch gebohrt wird und ein Kabel verbunden wird", sagte der Kaspersky-Forscher Igor Soumenkov im Gespräch mit Wired. Die Forschungen seien auf einem weit verbreiteten Modell aus den 90er Jahren durchgeführt worden. Angreifer hätten in der Vergangenheit mehrfach Geld erbeutet. Der einzige Hinweis sei später ein golfballgroßes Loch gewesen, das mit einem Sticker überklebt wurde.

Angriff über die serielle Schnittstelle

Der Angriff nutzt die bestehenden Komponenten des Geldautomaten: Hinter der Verkleidung des Automaten befindet sich eine serielle Schnittstelle, die den Zugriff auf interne Komponenten ermöglicht. Einer der Kaspersky-Forscher hat nach Angaben des Unternehmens mehrere Wochen damit verbracht, mit einem Oszilloskop die inneren Verbindungen des Geldautomaten zu untersuchen, um das Gerät und die entsprechende Software zu entwickeln.

Mit etwas Bastelarbeit gelang es den Forschern, einen kleinen Rechner auf Basis eines Atmega-Microcontrollers zu erstellen. Die benötigten Komponenten kosten insgesamt weniger als 15 US-Dollar, die Energie wird von einer 9-Volt-Batterie bereitgestellt. Die Hardware kann durch das Loch in das Gerät eingebracht werden.

Golem Karrierewelt
  1. Azure und AWS Cloudnutzung absichern: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    22./23.09.2022, virtuell
  2. Entwicklung mit Unity auf der Microsoft HoloLens 2 Plattform: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    10./11.10.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Mit dem Gerät soll es möglich gewesen sein, den Automaten so zu manipulieren, dass er innerhalb weniger Sekunden Scheine im Wert von vielen Tausend Euro herausgegeben hat. Dem Steuerrechner des Geldautomaten sei zwar zwischendrin aufgefallen, dass die Geldausgabe unabhängig vom restlichen Gerät arbeite, was einen Reboot auslöste. Nach dem Reboot könne der Angriff aber erneut durchgeführt werden. Eine interne Prüfung des Geldautomaten, ob bestimmte Komponenten zum Absenden von Befehlen berechtigt sind, findet offenbar nicht statt.

Kaspersky will die betroffenen Hersteller über das Problem bereits in Kenntnis gesetzt haben. Eine Sperrung des Automaten bei einem erkannten Angriff kann aber nicht einfach per Update durchgesetzt werden - jedenfalls nicht aus der Ferne. Aus Sicherheitsgründen können die Geräte nur vor Ort mit aktualisierter Software versorgt werden. Eine andere Möglichkeit sei eine automatische Abschaltung der Geräte, wenn eine Beschädigung des Gehäuses erkannt wird. Dazu müssten aber umfangreiche Vorkehrungen an den Geräten selbst getroffen werden.

Immer wieder gibt es Angriffe auf Geldautomaten. Teilweise brechen die Angreifer dabei in die Backbone-Netze der Banken ein oder infizieren Geldautomaten über offenliegende USB-Buchsen oder Netzwerkkabel. Am weitesten verbreitet sind jedoch Skimming-Angriffe, bei denen Nutzerdaten vom Magnetstreifen der Karten von Bankkunden ausgelesen werden.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Anonymer Nutzer 07. Apr 2017

Hmm, Kontext, Leseverständnis? Und ein zufälliger Post mit einer zufälligen Aussage soll...

das_mav 06. Apr 2017

Klar, weiß doch seit der Abkopplung der Schweiz vom Eurokurs, dass jeder Wahnsinnige...

Tet 05. Apr 2017

Aber bei Geldausgabeautomaten kommt man nicht auf die Idee, einen Schutz gegen...

Tet 05. Apr 2017

Das hilft nichts, wenn der Anschluss benötigt wird, weil da zum Beispiel das Keypad dran...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Krypto-Gaming
Spieleentwickler wollen nichts mit NFT zu tun haben

Die Gamesbranche wehrt sich bislang vehement gegen jedes neue Blockchain-Projekt. Manager und Entwickler erklären warum.
Von Daniel Ziegener

Krypto-Gaming: Spieleentwickler wollen nichts mit NFT zu tun haben
Artikel
  1. Ouca Bikes: E-Lastenrad für eine Viertel Tonne Fracht oder acht Kinder
    Ouca Bikes
    E-Lastenrad für eine Viertel Tonne Fracht oder acht Kinder

    Ouca Bikes hat ein elektrisches Lastenrad vorgestellt, das eine Zuladung von rund 250 kg transportieren kann. Das E-Bike fährt auf drei Rädern.

  2. Mojo Lens: Erster Tragetest mit Augmented-Reality-Kontaktlinse
    Mojo Lens
    Erster Tragetest mit Augmented-Reality-Kontaktlinse

    Ein winziges Micro-LED-Display, ein Funkmodem, ein Akku - und kein Kabel: Der Chef von Mojo Lens hat seine AR-Kontaktlinse im Auge getragen.

  3. Bill Nelson: Nasa-Chef warnt vor chinesischem Weltraumprogramm
    Bill Nelson
    Nasa-Chef warnt vor chinesischem Weltraumprogramm

    Gibt es Streit um den Mond? Nasa-Chef Bill Nelson fürchtet, dass China den Trabanten als militärischen Außenposten für sich haben möchte.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MindStar (G.Skill Trident Z Neo 32 GB DDR4-3600 149€) • The Quarry + PS5-Controller 99,99€ • Alternate (Acer Nitro QHD/165 Hz 246,89€, Acer Predator X28 UHD/155 Hz 1.105,99€) • Samsung GU75AU7179 699€ • Kingston A400 480 GB 39,99€ • Top-PC mit Ryzen 7 & RTX 3070 Ti 1.700€ [Werbung]
    •  /