Kaseya: Was über Ransomware-Betroffene in Deutschland bekannt ist

Ein großer Ransomware-Angriff hat Hunderte Unternehmen weltweit getroffen. Auch deutsche Firmen sind darunter, manche hatten aber offenbar Glück.

Artikel veröffentlicht am , Anna Biselli
Manche konnten rechtzeitig den Stecker ziehen. (Symbolbild)
Manche konnten rechtzeitig den Stecker ziehen. (Symbolbild) (Bild: pixabay.com/ybernardi)

Das Ausmaß des Angriffs auf den US-amerikanischen IT-Dienstleister Kaseya wird erst nach und nach bekannt. Kunden des Unternehmens, das unter anderem Fernwartungs-Software vertreibt, wurden über ein manipuliertes Update mit Ransomware infiziert. Da diese Kunden häufig wiederum IT-Dienste für andere Unternehmen anbieten, wurde eine Kaskade in Gang gesetzt. Weltweit könnten laut Kaseya bis zu 1.500 Unternehmen betroffen sein.

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Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik berichtet, dass auch in Deutschland Unternehmen betroffen sind, nannte jedoch keine Namen. Nach und nach offenbaren sich jedoch einige der Firmen.

So das Kieler IT-Systemhaus Bolde, das Kaseya-Software im Einsatz hatte. Von dessen Kunden seien 150 Netzwerke mit über 1.000 Arbeitsplätzen betroffen. "Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen wurden Systeme unserer Kunden verschlüsselt. Nun soll so Lösegeld erpresst werden", heißt es auf der Firmen-Website. "Das ist der Supergau für uns alle" - nun setze man alles daran, den Kunden zu helfen. Im schlimmsten Fall müssten alle Server neu aufgesetzt werden, was mindestens zwei Wochen dauern würde, schätzt das Unternehmen. Laut eigener Aussage hat Bolde IT Strafanzeige beim LKA Schleswig-Holstein gestellt.

Manche haben Glück gehabt

Die Stuttgarter Nachrichten melden, die baden-württembergische Firma Berger gehöre ebenfalls zu den Opfern der hinter dem Angriff vermuteten Ransomware-Gruppe Revil. Berger bietet Einrichtungen für Betriebe und Büros an. Mehrere Computersysteme seien verschlüsselt worden, Kundendaten jedoch nicht betroffen.

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Andere Kaseya-Nutzer in Deutschland hatten offenbar Glück und haben rechtzeitig ihre Systeme vom Netz getrennt. So der IT-Dienstleister des Kirchenkreises Nordfriesland KIT-Nord. Auch hier kommt Kaseya zum Einsatz. "Wir haben nochmal Schwein gehabt", sagt Verwaltungsleiter Roger Bodin gegenüber Golem.de. "Kaseya hat am 2. Juli abends eine Warnmeldung geschickt. Einer unserer Mitarbeiter hat das gesehen und rechtzeitig reagiert." Ein Ransomware-Befall blieb KIT-Nord so wohl erspart, dennoch gibt es nun eine Menge Arbeit. Vormals automatisierte Prozesse müssen nun von Hand erledigt werden, bis das System wieder sicher an den Start gehen kann.

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Das BSI bittet weiterhin darum, dass sich Betroffene melden sollen. Kritische Infrastrukturen oder die Bundesverwaltung seien nach derzeitigem Kenntnisstand nicht betroffen. Der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI) fordert einen stärkeren Fokus auf den Wirtschaftsschutz. "Bislang haben entsprechende Appelle an die Politik wenig gebracht. Das Thema hat in der Bundesregierung nicht die nötige Priorität", so Matthias Wachter vom BDI. Es gebe dabei noch zu viel Misstrauen und Berührungsängste zwischen Politik und Privatwirtschaft.

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