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Kartografie: China stellt neue detaillierte Mondkarte vor

Chinesische Forscher haben eine neue Mond-Karte vorgestellt, die auf der Grundlage neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse aktualisiert wurde.
/ Patrick Klapetz
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Aufnahme der neuen chinesischen Mondkarte (Bild: Xinhua)
Aufnahme der neuen chinesischen Mondkarte Bild: Xinhua

Eine chinesische Forschungsgruppe hat eine Mondkarte aus dem Jahr 2024 aktualisiert und neue Abgrenzungen für die geologischen Zeitalter der Mondgeschichte festgelegt. Die neue Mondkarte wurde am 6. August 2026 vom Institut für Geologie der Chinesischen Akademie der Geowissenschaften (IGCAGS) im Maßstab 1:5 Millionen präsentiert(öffnet im neuen Fenster).

Die Karte nutzt neu aufbereitete Spektraldaten, um die Ausdehnung des Kreep-Terrans – eine der wichtigsten geologischen Großprovinzen auf dem Mond – zu aktualisieren. Dieses Gebiet zeichnet sich durch mit Kalium (K), Seltenerdelementen (REE) und Phosphor (P) angereichertes Krustenmaterial aus, wobei die Vorkommen weitaus häufiger sind als bisher angenommen wurde.

"Die geologische Geschichte des Mondes wurde in der Tat neu geschrieben – genauer gesagt, verfeinert und systematisiert", sagte Yang Zhiming, der Direktor des IGCAGS, der staatlichen Nachrichtenagentur Xinhua(öffnet im neuen Fenster) mit.

Neue Daten, neue Erkenntnisse

Sowohl die Vereinigten Staaten mit den Apollo-Missionen als auch die Sowjetunion brachten vor mehr als 50 Jahren Mondproben zur Erde zurück, was die Forschung und das Verständnis des Mondes maßgeblich prägte. Chinas eigene robotergestützte Probenrückführungsmissionen Chang'e 5 (2020) und Chang'e-6 (2024) lieferten neues Material und neue Erkenntnisse. Chang'e-6 war dabei die erste Probenrückführungsmission zur Rückseite des Mondes.

Die neue Karte aktualisiert systematisch die Altersgrenzen der drei alten geologischen Perioden des Mondes: des Aitkeniums, des Nektariums und des Imbriums. Was begrifflich vielleicht verwirrend ist, weil diese Epochen nach Einschlagbecken auf der Mondoberfläche benannt sind: dem Nectaris-Becken, dem Imbrium-Becken und dem Südpol-Aitken-Becken.

Besonders die Proben von Chang'e-5 zeigten, dass es vor zwei Milliarden Jahren noch vulkanische Aktivität auf dem Mond gab – also eine Milliarde Jahre später, als zuvor angenommen wurde. Die Karte gibt zudem detaillierte Auskunft über das Alter junger Mare-Basalte auf der Mondrückseite, das anhand der Chang'e-6-Proben ermittelt wurde, und dokumentiert damit die vulkanische Geschichte der Region. Die 2,8 mal 1,2 Meter große Karte zeigt mehr als 13.500 Einschlagskrater und 81 Becken.

China setzt eigene Standards

Mit der Karte wird laut der Nachrichtenagentur Xinhua ein eigener kartografischer Standard eingefügt, der auf der Bemühung der chinesischen Regierung beruht, globale Standards zu beeinflussen. Aspekte der Karte wie das Farbschema basieren auf geologischer Logik und traditioneller chinesischer Ästhetik, bei der jüngere Gebiete heller und ältere dunkler dargestellt werden.

"Dieser Standard wird auf die künftige geologische Kartierung von Planeten ausgeweitet und schafft damit einen unabhängigen Rahmen für geistiges Eigentum im Zusammenhang mit Chinas Erforschung des Weltraums", teilte Yang mit. Damit soll auch die chinesische Abhängigkeit von ausländischen Standardsystemen beendet werden.


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