Kartendienst: Nokia Here geht für 2,5 Milliarden an deutsche Autobauer

Am Ende boten nur noch die deutschen Autokonzerne mit. Nokia soll für seinen Kartendienst Here deutlich weniger Geld als erhofft erhalten. Nokia Here und Konkurrent TomTom setzen auf hochpräzise Karten.

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Der Kartendienst Nokia Here erstellt inzwischen auch hochgenaue Karten für automatisierte Autos.
Der Kartendienst Nokia Here erstellt inzwischen auch hochgenaue Karten für automatisierte Autos. (Bild: here)

Die deutschen Autohersteller BMW, Daimler und Audi sollen den Zuschlag für den Kartendienst Nokia Here erhalten. Der Kaufpreis sei mit rund 2,5 Milliarden Euro jedoch deutlich niedriger als erwartet ausgefallen, berichtete das Manager Magazin am Dienstag unter Berufung auf Verhandlungskreise. Das finnische Telekommunikationsunternehmen Nokia Oyj hatte auf Erlöse von vier bis fünf Milliarden Euro gehofft.

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Alle anderen Bieter hätten sich aus dem Verkaufsprozess zurückgezogen, berichtete das Magazin weiter. Wahrscheinlich werde noch im Juli endgültig über den Verkauf entschieden. Weder Mercedes noch BMW oder Audi hätten sich zu dem Abschluss äußern wollen. Auch Nokia habe eine Stellungnahme abgelehnt. Zwischenzeitlich soll auch der Logistikanbieter Uber Technologies an dem Kartendienst interessiert gewesen sein. Doch dieser übernahm stattdessen den Kartendienst von Microsoft.

Nokia Here und TomTom erstellen hochgenaue Karten

Für die Autohersteller werden Kartendienste zunehmend wichtiger, um automatisierte Funktionen oder Fahrassistenzsysteme anzubieten. Allerdings reichen die aktuellen Karten von Nokia Here bei Weitem nicht für automatisiertes Fahren aus. Wichtig ist für die Navigation zudem, die Karten ständig auf einem möglichst aktuellen Stand zu halten.

Nokia Here kündigte daher am Montag an, für solche Zwecke hochauflösende Karten zu erstellen. Diese hätten eine Genauigkeit von 10 bis 20 Zentimetern und würden mit Hilfe von Laserscannern erstellt. Auf diese Weise sei in Deutschland bereits ein Abschnitt der A 9 zwischen München und Holledau kartiert worden.

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Auch der Konkurrent TomTom arbeitet zusammen mit dem Zulieferer Bosch an hochgenauen Karten für den Straßenverkehr. "TomTom erstellt die Karten, während Bosch die Anforderungen an Genauigkeit und Inhalte aus der Systementwicklung ableitet", teilte das Unternehmen am Dienstag mit. Erste Teilkarten nutze Bosch bereits für Testfahrten mit seinen automatisiert fahrenden Erprobungsfahrzeugen auf der Autobahn A81 in Deutschland und der Interstate I280 in den USA. Um auch kurzfristige Veränderungen im Straßenbild wie Staus oder neu aufgestellte Verkehrszeichen zu erkennen, planen TomTom und Bosch den Einsatz eigener Fahrzeugflotten mit entsprechenden Sensoren an Bord.

Für Nokia Here arbeiten weltweit rund 6.000 Angestellte, ein großer Teil davon in Berlin. Laut Gründerszene.de wurde das Berliner Startup Gate5 im Jahr 2006 von Nokia übernommen. Das Unternehmen soll derzeit noch Verluste machen, baut aber das als lukrativ eingeschätzte Geschäft mit Kartendiensten weiter aus. Neben einer Webanwendung gibt es auch Apps für diverse mobile Plattformen. Vorteil von Here für den Kunden: Auf Knopfdruck lassen sich die Kartendaten für den Offlinezugriff etwa im Ausland auf dem Mobilgerät speichern.

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Anonymer Nutzer 23. Jul 2015

Das Microsoft sich nur auf Nokia verlässt war auch überhaupt nicht die Aussage von...

MichaelMK 22. Jul 2015

Bei Google klappt das aber schon ziemlich gut. Die fahren schon seit drei Jahren...

Dwalinn 22. Jul 2015

Für die App würde ich aber auch gerne bezahlen... definitiv das beste Navi das ich jemals...

kvoram 22. Jul 2015

Damit können wir eine Weiterentwicklung der für jetzigen freien Smartphone-Apps wohl...



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