Abo
  • Services:

Fahrer wollen Daten kontrollieren

Nach Ansicht des Fraunhofer-Instituts sind gerade für die "dynamische Ebene des Kartenmaterials" - Aktualisierung und Echtzeitverarbeitung - andere Marktbedingungen gegeben. "Dieses spezialisierte Know-how ist sehr relevant und nur in wenigen Unternehmen vorhanden", heißt es in der Studie. Von der Allianz zwischen den Autohersteller und Here könnten aber im günstigsten Fall alle profitieren: Autofahrer, Automobilindustrie, andere Kartendienstleister und die Staaten, "durch Gewinn an Sicherheit im Verkehr und reduzierte Verkehrsüberlastung und Emissionen".

Stellenmarkt
  1. Gartenbau-Versicherung VVaG, Wiesbaden
  2. über duerenhoff GmbH, Nürnberg

Entscheidend dafür wird jedoch die Bereitschaft der Autofahrer sein, ihre Daten preiszugeben. Dabei stehen sie vor einem Dilemma: Je weniger Fahrer ihre Daten teilen, desto weniger können sie selbst von möglichen Verkehrswarnungen und neuem Kartenmaterial profitieren. Wie gespalten die Fahrer in dieser Frage sind, zeigt eine aktuelle Umfrage des Automobilweltverbands FIA.

Daten könnten zu "bergfreiem" Bodenschatz werden

Dabei gaben 56 Prozent der Befragten an, dass sie eine Verbesserung der Sicherheit beim Kauf eines vernetzten Autos erwarteten. Fast alle Befragten wollen aber die alleinige Kontrolle über die von ihrem vernetzten Wagen verschickten Daten haben: 91 Prozent wollen den Datenstrom selbst abstellen können. Die Autoindustrie fordert hingegen fast einmütig, dass die Autofahrer gesetzlich verpflichtet werden sollten, ihre Daten für eine "intelligente Verkehrslenkung" bereitzustellen.

Dem Autofahrer könnte es in Zukunft daher so gehen wie einem Grundstücksbesitzer, der in seinem Garten auf eine Ölquelle stößt. Laut Bergbaugesetz handelt es sich bei Öl um einen "bergfreien" Bodenschatz, der nicht dem Grundstückseigentümer gehört. Das könnte auch mit den verkehrsrelevanten Daten passieren. So verweist die Bundesregierung in ihrer "Strategie automatisiertes und vernetztes Fahren" zwar auf den Grundsatz der "informationellen Selbststimmung", allerdings mit einer großen Einschränkung: Die Einwilligung in die Erhebung und Verarbeitung von Daten müsse "selektiv möglich und zudem widerruflich sein, soweit es um Funktionen geht, die nicht für das Funktionieren des Fahrzeugs beziehungsweise für die Verkehrssicherheit erforderlich sind".

Datenreichtum liegt auf der Straße

Um die Verkehrssicherheit geht es bei aktualisierten Karten und Verkehrsleitsystemen allemal. Die Behauptung des Verkehrsministeriums, "die Daten gehören dem Nutzer", ist daher mit Vorsicht zu genießen. Eine entsprechende Anfrage an das Ministerium blieb bislang unbeantwortet. Da Verkehrsminister Alexander Dobrindt zuletzt gefordert hat, den Grundsatz der Datensparsamkeit zu beseitigen, dürfte die Regierung bei der Verwertung der Autodaten wohl wenig Skrupel haben. "Datenreichtum muss der Maßstab sein, nach dem wir unsere Politik ausrichten", hatte der CSU-Politiker anlässlich des IT-Gipfels der Regierung gesagt. Dieser Datenreichtum liegt in Zukunft sprichwörtlich auf der Straße. Es fragt sich nur noch, wer ihn aufheben darf.

Für Here selbst ist das Problem recht einfach zu lösen. Es müsse zwischen den verschiedenen Datentypen unterschieden werden. "Es macht einen Unterschied, ob wir über Informationen über die Motorsteuerung oder Angaben über den Musikgeschmack eines Fahrers reden", sagte Kurme. Autofahrer sollten keine Bedenken haben, wenn fahrrelevante Informationen wie bislang von dem Hersteller eines Fahrzeugs verarbeitet würden. Letztlich sei dies jedoch eine Frage, die die Autohersteller beantworten müssten. BMW-Entwicklungschef Klaus Fröhlich sagte passend dazu am 7. Dezember, man sammele Daten aus den Fahrzeugen, aber nicht über die Fahrer.

Da den drei Autokonzernen nun der Kartendienst gehört, werden sie wohl alle rechtlichen Möglichkeiten nutzen, die Sensordaten verwenden zu können. Und welcher Autofahrer wird schon freiwillig seine SIM-Karte ausbauen, wenn er dadurch sicherheitsrelevante Informationen verpassen könnte? Wer von Öl abhängig ist, wird sich letztlich nicht dagegen wehren, wenn es gefördert werden muss.

 Autos generieren ihre Karten selbst
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. für 147,99€ statt 259,94€
  2. bei dell.com
  3. und Vive Pro vorbestellbar
  4. 107,85€ + Versand

BuddyOli 16. Dez 2015

Immer wenn es um autonom fahrende Autos geht lese ich diese Abhängigkeit vom "Internet...

Dwalinn 15. Dez 2015

Habe ich irgendwo geschrieben das die Kreuzung einen rechten Winkel hat, oder sogar eine...

tearcatcher 12. Dez 2015

Jo! Ich kann ja verstehen, den Leser mit einer interessant klingenden Überschrift zu...

Der Spatz 11. Dez 2015

Ich denke nicht das so eine Baustelle innerhalb von Sekundenbruchteilen fertig ist. Die...

derdiedas 11. Dez 2015

Hast du einen BMW dann verlang schon mal Geld von BMW und Vodafone. Denn die wissen immer...


Folgen Sie uns
       


Golem.de lässt Alexa schlecht lachen und rappen

Alexa kann komisch lachen und schlecht rappen - wie man im Video hört.

Golem.de lässt Alexa schlecht lachen und rappen Video aufrufen
Physik: Maserlicht aus Diamant
Physik
Maserlicht aus Diamant

Ein Stickstoff-Fehlstellen-basierter Maser liefert kontinuierliche und kohärente Mikrowellenstrahlung bei Raumtemperatur. Eine mögliche Anwendung ist die Kommunikation mit Satelliten.
Von Dirk Eidemüller

  1. Xiaoice und Zo Microsoft erforscht menschlicher wirkende Sprachchat-KIs
  2. Hyperschallgeschwindigkeit Projektil schießt sich durch den Boden
  3. Materialforschung Stanen - ein neues Wundermaterial?

Underworld Ascendant angespielt: Unterirdische Freiheit mit kaputter Klinge
Underworld Ascendant angespielt
Unterirdische Freiheit mit kaputter Klinge

Wir sollen unser Können aus dem bahnbrechenden Ultima Underworld verlernen: Beim Anspielen des Nachfolgers Underworld Ascendant hat Golem.de absichtlich ein kaputtes Schwert bekommen - und trotzdem Spaß.
Von Peter Steinlechner

  1. Otherside Entertainment Underworld Ascendant soll mehr Licht ins Dunkle bringen

Datenschutz: Der Nutzer ist willig, doch die AGB sind schwach
Datenschutz
Der Nutzer ist willig, doch die AGB sind schwach

Verbraucher verstehen die Texte oft nicht wirklich, in denen Unternehmen erklären, wie ihre Daten verarbeitet werden. Datenschutzexperten und -forscher suchen daher nach praktikablen Lösungen.
Ein Bericht von Christiane Schulzki-Haddouti

  1. Soziales Netzwerk Facebook will in Deutschland Vertrauen wiedergewinnen
  2. Denial of Service Facebook löscht Cybercrime-Gruppen mit 300.000 Mitgliedern
  3. Vor Anhörungen Zuckerberg nimmt alle Schuld auf sich

    •  /