Autos generieren ihre Karten selbst

"Die Software ist im Endeffekt ein digitaler Kartenhersteller", sagt Fastenrath. Das Auto muss daher nicht die gesamten Daten übertragen, sondern nur die Layer, bestimmte Attribute wie die veränderten Fahrbahnmarkierungen und Leitpfosten. Das Datenvolumen sei dadurch nicht sehr groß und könne nur bei wenigen KByte liegen. Die aktualisierte Schicht erhalten dann die Fahrzeuge, die sich der Baustelle nähern. Das Konzept wird auch als "selbstheilende Karte" bezeichnet.

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Allerdings funktioniert es umso besser, je mehr Fahrzeuge in das System eingebunden sind. Aktuell basieren die Karten von Here auf rund 80.000 Quellen. Es könnten aber Millionen werden. Aus diesem Grund setzt sich Here für industrieweite Standards ein, die das "Ansaugen" der Sensordaten vereinheitlichen sollen. Im Juni 2015 stellte das Unternehmen eine Spezifikation für ein Sensor Data Cloud Ingestion Interface unter CC-Lizenz.

Warnung vor marktbeherrschender Position

Über diese Schnittstelle sollen die Fahrzeuge auch gefährliche Verkehrssituationen wie Glatteis, Starkregen oder Nebel an den Verkehrsdatenservice senden. Inzwischen gab es in Berlin, den USA und in Japan Treffen zwischen internationalen Automobilfirmen und anderen Kartenherstellern, um einen offenen Standard durchzusetzen. Daimler-Chef Dieter Zetsche hatte nach dem Kauf von Here das Ziel ausgegeben, "die Unabhängigkeit dieses zentralen Angebots für alle Hersteller und Zulieferer sowie für Kunden aus weiteren Branchen zu sichern".

Dies liegt auch im Interesse der deutschen Hersteller selbst. Schließlich kooperiert Audis Mutterkonzern VW auf diesem Gebiet mit dem Zulieferer Bosch und dem Kartendienstleister Tomtom. Here arbeitet nach Angaben von Pressesprecher Sebastian Kurme derzeit mit mehr als zehn Autoherstellern zusammen. Dennoch sieht das Fraunhofer-Institut durchaus die Gefahr einer Marktbeherrschung durch Here. Dieses "Worst-Case-Szenario" könnte zur Folge haben, dass der Kartendienst "unangemessene Entgelte für den Service" verlange. Darüber hinaus bestehe das Risiko, dass Here keine Trennung von Verkehrsdatenservice und stationärer Karte erlaube. Automobilhersteller, die am Verkehrsdatenservice teilhaben wollten, könnten daher gezwungen sein, auch für ihre Navigationsdienste zu Here zu wechseln.

Kooperation hätte besondere Vorteile für Here

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Bislang wickeln die Autohersteller die Daten ihrer Kunden über eigene Systeme ab. Dazu verbinden sich die Fahrzeuge über eine integrierte SIM-Karte zunächst mit dem Backend des Herstellers. Dieses fungiert dann als Proxy zu den eigentlichen Datendiensten. Was auch dazu dient, die Anonymität des Autofahrers zu gewährleisten und mögliche Hackerangriffe auf das Fahrzeug zu erschweren. Allerdings bietet Daimler schon ein eigenes Warnsystem auf der Basis von Informationen an, die Fahrzeuge selbst ans Backend senden. Sinnvoll wäre es jedoch, die einzelnen Warnsysteme der Hersteller zusammenzuführen, um eine möglichst große Abdeckung zu erreichen. "Ziel ist es ganz klar, dass die gesamte Automobilindustrie Car-to-X-Kommunikation gemeinschaftlich betreibt", sagt Daimler.

Es liegt nahe, dass die deutschen Oberklassehersteller das "Datenöl" ihrer hochautomatisierten Autos an ihren eigenen Kartendienst weiterleiten. Entsprechende Gespräche sollten nun starten, teilte das Unternehmen am 7. Dezember mit. Das hätte für Here zwei Vorteile: Zum einen gehören die Autos von Daimler, BMW und Audi zu den ersten, die mit den erforderlichen Sensoren ausgestattet sein werden. Zum anderen dürften sie über hochwertige Sensoren verfügen. Das ist für die Qualität der aktualisierten Karten von Bedeutung. Die Kooperation zwischen den drei Autoherstellern könnte daher zu einem Angebot führen, an dem auch die Konkurrenz kaum vorbeikäme.

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 Kartendienst Here: Autos fördern ihr Öl künftig selbstFahrer wollen Daten kontrollieren 
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BuddyOli 16. Dez 2015

Immer wenn es um autonom fahrende Autos geht lese ich diese Abhängigkeit vom "Internet...

Dwalinn 15. Dez 2015

Habe ich irgendwo geschrieben das die Kreuzung einen rechten Winkel hat, oder sogar eine...

tearcatcher 12. Dez 2015

Jo! Ich kann ja verstehen, den Leser mit einer interessant klingenden Überschrift zu...

Der Spatz 11. Dez 2015

Ich denke nicht das so eine Baustelle innerhalb von Sekundenbruchteilen fertig ist. Die...



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