Kartendienst: Googles Street-View-Autos rollen wieder durch Deutschland

In deutschen Städten fahren seit dem 1. Dezember 2014 wieder Autos im Auftrag von Google mit Kameras durch die Straßen. Diesmal werden die Aufnahmen nach Angaben der Suchmaschine jedoch nicht veröffentlicht. Sie dienen vielmehr der Vervollständigung und Korrektur bereits vorhandener Daten. Dazu gehören laut einem von Google veröffentlichten Blogeintrag "die richtigen Straßennamen, Straßenschilder, Streckenführungen und Informationen über Geschäfte und andere Orte" .
2010 wurden erstmals solche Kamerafahrten gemacht: Sie sorgten für erheblichen Ärger, weil Anwohner befürchteten, dass Bilder ihrer Häuser, Gärten und Grundstücke online abrufbar seien. Google gab ihnen deshalb die Möglichkeit, Einspruch gegen die Veröffentlichung von Fotos einzulegen. Die Bilder wurden in diesem Fall unkenntlich gemacht. Zufällig fotografierte Personen und Autokennzeichen wurden ebenfalls verschwommen dargestellt. Das geschah automatisch.
Keine Möglichkeit des Widerspruchs gegeben
Diesmal bestehe keine Einspruchsmöglichkeit, weil die Fotos nicht öffentlich gemacht werden sollten, sagte der Hamburger Datenschutzbeauftragte Johannes Caspar am Montag laut einer dpa-Meldung. "Das Bildmaterial wird dauerhaft auch nur so gespeichert, dass diese Merkmale nicht wiederhergestellt werden können" , betonte Caspar.
Auch über WLAN-Netze will Google diesmal keine Aufzeichnungen machen. Damit hatte sich das Unternehmen bei seinen ersten Fahrten in Schwierigkeiten gebracht, weil damals eine unerlaubte Datensammlung durch die Kamerawagen erstellt wurde. Das war laut Google allerdings auf den Fehler eines Mitarbeiters zurückzuführen.
Die neuen Google-Kamerafahrten führen durch Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt, Stuttgart, Düsseldorf, Dortmund, Duisburg, Essen, Bochum, Bremen, Hannover, Leipzig, Dresden, Nürnberg, Wuppertal und Bielefeld. 2015 sollen weitere Regionen in Deutschland abgefahren werden.