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Kartendienst: Daimler-Entwickler Herrtwich übernimmt Auto-Bereich von Here

Der Kartendienst Here hat für seinen Automotive-Bereich einen renommierten Chef gefunden. Dieser will "das vollständigste virtuelle Abbild unserer Welt in Echtzeit erschaffen".

Artikel veröffentlicht am ,
Mercedes-Entwickler Ralf Herrtwich
Mercedes-Entwickler Ralf Herrtwich (Bild: Clemens Gleich)

Der bisherige Daimler-Entwickler Ralf Herrtwich wechselt in eine führende Position beim Berliner Kartendienst Here. Herrtwich übernehme zum 1. Oktober den Bereich Automotive und werde als Senior Vice President auch Mitglied der Geschäftsführung, teilte der Kartendienst am Donnerstag mit. Seine Aufgabe werde vor allem darin bestehen, das Datenmaterial von Here in Fahrzeuge zu bringen und die "Bereitstellung von ortsbasierten Technologien zur Unterstützung des autonomen Fahrens zu beschleunigen".

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Die deutschen Automobilhersteller Daimler, BMW und Audi hatten den Kartendienst vor knapp einem Jahr übernommen, um nicht in Abhängigkeit von anderen Datenanbietern wie Google zu geraten. Bereits Ende Februar hatten die neuen Eigentümer mit Edzard Overbeek einen neuen Firmenchef eingesetzt.

Herrtwich arbeitet als Leiter Fahrzeugautomatisierung und Fahrwerksysteme derzeit bei Daimler an der Entwicklung selbstfahrender Autos. In einem Interview mit Golem.de hatte er vor kurzem gesagt, dass er in seinem aktiven Arbeitsleben gerne noch den futuristischen Prototypen F 015 oder die urbanere "Vision Tokyo" auf die Straßen bringen wolle. Nun wird seine Aufgabe aber vorerst darin bestehen, Kartenmaterial für die geplanten hoch- und vollautomatisierten Serienfahrzeuge zu entwickeln.

Autos aktualisieren Karten selbst

Auf diesem Gebiet hat Herrtwich bereits bei Daimler Erfahrung gesammelt. Er war Initiator des Mercedes-Benz S 500 Intelligent Drive Projekts. Dessen Höhepunkt war im August 2013 die erste autonome Langstreckenfahrt in städtischem und ländlichem Verkehr auf deutschen öffentlichen Straßen. Dieses Projekt wurde ermöglicht durch die langwierige Erstellung hochpräziser 3D-Karten von Here für die Strecke zwischen Mannheim und Pforzheim.

Mit Herrtwich habe Here "die genau richtige Person für den Job gefunden", sagte Firmenchef Overbeek. Der neue Automotive-Chef will mit den selbst aktualisierenden Karten "das vollständigste virtuelle Abbild unserer Welt in Echtzeit erschaffen". Here will dazu die Sensoren der automatisierten Autos selbst nutzen. Änderungen am Kartenmaterial werden von den Fahrzeugen hochgeladen und von der Here-Cloud auf die nachfolgenden Fahrzeuge in Echtzeit verteilt.

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Der Spatz 29. Jul 2016

Die Daten sind weniger für "Sieht nett auf dem Smartphone aus" Gedacht, sondern sollen...


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