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Karten-App: Apple lässt Kameraautos durch die Straßen fahren

Apple fährt in den USA, Großbritannien und Irland Städte mit Kamerawagen ab, um verbesserte Informationen für seine Kartenanwendung Maps zu gewinnen. Das Projekt erinnert an Google Street View und kämpft mit den gleichen Problemen.
/ Michael Linden
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Kameraautos für Apple Maps (Bild: Golem.de)
Kameraautos für Apple Maps Bild: Golem.de

Apple hat eine Website(öffnet im neuen Fenster) mit Orten in den USA, Irland und Großbritannien veröffentlicht, in denen Kamerawagen herumfahren werden, die Straßen und Häuser aufnehmen sollen. Damit will das Unternehmen seine Kartenanwendung Apple Maps verbessern, die auf iOS und OS X zu finden ist. Vermutlich wird auch eine Webversion davon erstellt.

Die Nachricht folgt auf Spekulationen vom Februar 2015, als Fahrzeuge entdeckt wurden, die mit Kameras und Scannern vollgestopft auf den Straßen von San Francisco fuhren. Diese Fahrzeuge waren von Apple geleast worden. Die Kamerafahrten in den drei Ländern finden vom 9. bis 30. Juni 2015 statt. Welche Regionen folgen, ist nicht bekannt.

"Apple lässt Fahrzeuge auf der ganzen Welt herumfahren, um Daten zu sammeln, die zur Verbesserung von Apple Maps gedacht sind. Einige dieser Daten werden in einem künftigen Update von Apple Maps veröffentlicht" , heißt es auf Apples Website.

Apple verspricht, Gesichter und Kennzeichen verwischt darzustellen. Das weist darauf hin, dass Apple nicht einfach nur Straßenverläufe scannt, sondern auch Fotoaufnahmen macht. Google hatte Street View 2006 in den USA gestartet und später auf Europa und andere Regionen ausgeweitet.

Street View in Deutschland umstritten

In Deutschland sorgte Google Street View für viel Wirbel und beschäftigte die Medien und die Politik . Bürger wetterten im Fernsehen gegen Googles Pläne, ein Foto ihres Hauses ins Internet zu stellen, ließen sich dann aber vor ihrem Haus von einer Fernsehkamera filmen oder mit einem entsprechenden Foto in der Zeitung abdrucken. Prominente, die für gewöhnlich die Öffentlichkeit suchen, fürchteten um ihre Privatsphäre, und Minister kündigten öffentlich an, ihre Häuser verpixeln zu lassen. Ob Apple jetzt das gleiche Schicksal droht? Oder sind die Bürger mittlerweile abgestumpfter oder gelassener?

Apple hatte Google als Kartenanbieter aussortiert und 2012 seine eigene Maps-Lösung vorangetrieben, die allerdings zunächst aufgrund schlechter Umsetzung und veralteter Daten so fehlerhaft war, dass sich Apple-Chef Tim Cook in einem offenen Brief für die schlechte Karten-App von iOS 6 entschuldigen musste und sogar Alternativen von Microsoft, Nokia und Google empfahl. Die Qualität wurde seitdem deutlich gesteigert.


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