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Kartellverfahren: EU-Kommission verhängt Millionenstrafe gegen Qualcomm

Die EU-Wettbewerbshüter haben wegen illegaler Geschäftspraktiken eine Strafe von 242 Millionen Euro gegen den Chiphersteller Qualcomm verhängt. Qualcomm will Widerspruch einlegen.

Artikel veröffentlicht am , / dpa
EU-Kommissarin Margrethe Vestager im Verfahren gegen Qualcomm
EU-Kommissarin Margrethe Vestager im Verfahren gegen Qualcomm (Bild: Yves Herman/Reuters)

Im Kartellverfahren der EU-Kommission gegen Qualcomm ist eine Entscheidung gefallen. Nach Ansicht der EU-Wettbewerbshüter nutzte das Unternehmen vor rund zehn Jahren seine marktbeherrschende Stellung aus, um Konkurrenten zu verdrängen. Im Kern geht es um Modem-Chipsätze für den Mobilfunkstandard UMTS der dritten Generation (3G), welche die Verbindung von mobilen Geräten mit Mobilfunknetzen und dem Internet ermöglichen.

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"Das strategische Vorgehen von Qualcomm verhinderte Wettbewerb und Innovation auf diesem Markt und beschränkte die Auswahl der Verbraucher in einer Branche, in der die Nachfrage nach innovativen Technologien und das Potenzial dafür sehr hoch sind", sagte die zuständige EU-Kommissarin Margrethe Vestager. Interne Dokumente hätten gezeigt, dass dies absichtlich geschehen sei.

Das US-Unternehmen habe zwischen 2009 und 2011 die Chips unterhalb der Produktionskosten verkauft - unter anderem an den chinesischen Hersteller Huawei, um den Konkurrenten Icera auszuschalten. Zu dem Zeitpunkt habe Qualcomm einen Marktanteil von rund 60 Prozent und damit eine marktbeherrschende Stellung gehabt. Die Maßnahmen seien getroffen worden, als Qualcomm Icera als ernste Bedrohung wahrgenommen habe. Icera wurde 2011 vom Grafikkarten-Spezialisten Nvidia übernommen, der 2015 die Modem-Chip-Sparte abwickelte.

Qualcomm spielt große Rolle im Mobilmarkt

Der Hersteller spielt als Chiplieferant nach wie vor eine herausragende Rolle. Die EU-Wettbewerbshüter verhängten im vergangenen Jahr bereits eine Strafe von fast einer Milliarde Euro gegen Qualcomm.

Damals ging es um aus Sicht der Wettbewerbshüter unerlaubte Methoden, mit denen sich das Unternehmen einen Platz für seine Chips in Apples iPhones und iPads sicherte. Qualcomm habe Milliarden US-Dollar an Apple gezahlt, damit der iPhone-Hersteller ausschließlich Qualcomm-Chips nutze. Nach Einschätzung der Wettbewerbshüter wollte Qualcomm dort vor allem Intel aus dem Markt drängen. Bei Mobilfunkchips hatte der PC-Chiphersteller in der jüngeren Vergangenheit häufig gegen Qualcomm das Nachsehen.

Qualcomm bestritt diese Vorwürfe. Auch im aktuellen Fall wolle das Unternehmen vor das EU-Gericht in Luxemburg ziehen, hieß es in einer Stellungnahme. Das US-Unternehmen zog unter anderem die Kostenrechnung der Kommission in Zweifel und erklärte, die Kunden hätten sich seinerzeit nicht wegen der Preise für Qualcomm-Chips entschieden, sondern weil sie technologisch überlegen gewesen seien.

Qualcomm wurde wegen verschiedener Aspekte seines Geschäfts auch bereits von Wettbewerbshütern in den USA und Südkorea ins Visier genommen. Die Verfahren könnten eine Rolle für den zukünftigen schnellen 5G-Datenfunk spielen, bei dem Qualcomm sich als ein Vorreiter sieht.

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Anonymer Nutzer 19. Jul 2019

so ist das beim wegezoll nehmen, nimmt man zuviel auf einmal kommt keiner mehr vorbei ...

Eheran 19. Jul 2019

Das Geld wird an die Staaten verteilt. Also z.B. der größte Batzen an Deutschland.

Kleba 19. Jul 2019

Das ist in Deutschland im Gesetz gegen Wettbewerbsbeschränkungen (GWB) geregelt. Auf EU...


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