Abo
  • IT-Karriere:

Kartellverfahren eingestellt: Google bevorzugt eigene Produkte nicht in der Suche

Die US-Wettbewerbsaufsicht FTC hat ihr Kartellverfahren gegen Google eingestellt, nachdem das Unternehmen einige freiwillige Zugeständnisse gemacht hat. Bei Patenten und dem Datenexport für Werbetreibende gelobt Google Besserung, die Vorwürfe, Googles Suche benachteilige Wettbewerber, sieht die FTC nicht als erwiesen an.

Artikel veröffentlicht am ,
FTC-Chef Jon Leibowitz bei der Verkündung der Google-Entscheidung
FTC-Chef Jon Leibowitz bei der Verkündung der Google-Entscheidung (Bild: Alex Wong/Getty Images News)

Google konnte das von der Federal Trade Commission eingeleitete Kartellverfahren in den USA mit einigen freiwilligen Zugeständnissen beilegen. Was Googles Suchmaschine angeht, wird es keine Änderungen geben.

Suche

Stellenmarkt
  1. über Dr. Maier & Partner GmbH Executive Search, Region Stuttgart
  2. Computacenter AG & Co. oHG, München

Vorwürfe von Wettbewerbern, Google bevorzuge seine eigenen Produkte in der Suche und benachteilige dadurch die Konkurrenz, sah die Behörde als nicht erwiesen an und stellte ihre Untersuchung ein. Die Einführung von Googles "Universal Search", die Ergebnisse aus anderen Google-Produkten in die normale Suche einblendet und auch weitere Änderungen an Googles Suchalgorithmen, wertet die FTC als gerechtfertigt, da diese Innovationen Googles Produkte und somit die Sucherfahrung der Nutzer verbessern. Das gelte auch dann, wenn dadurch Googles Konkurrenten benachteiligt werden, so die FTC.

Seine vertikalen Suchdienste muss Google aber anpassen: Künftig sollen Website-Betreiber die Möglichkeit erhalten, ihre Inhalte für die Nutzung in Googles Shopping-, Flug-, Hotel- und Google+-Seiten auszuschließen. Dazu soll es innerhalb von 90 Tagen ein Formular geben, mit dem sich ganze Domains sperren lassen. Damit soll verhindert werden, dass Google Daten von vertikalen Suchmaschinen benutzt, um seine eigenen, konkurrierenden Angebote zu verbessern, so die FTC. Die Ergebnisse der normalen Google-Suche bleiben davon unberührt.

Für Standards essenzielle Patente

Bei der Durchsetzung von Patenten hingegen musste Google Zugeständnisse machen und verspricht, zur Umsetzung von Standards relevante Patente nicht in Klagen zu verwenden, wenn die andere Partei grundsätzlich willens ist, sie zu fairen Bedingungen zu lizenzieren. Allerdings habe sich Google in seiner Erklärung einige Hintertüren offen gelassen, beklagt Microsoft die Entscheidung der FTC. Google hatte versucht, mit Motorola-Patenten den Verkauf von Windows-PCs und Xboxen zu unterbinden. Microsoft verstoße gegen Patente, die für den Videocodec H.264 essenziell sind, so die Argumentation. Und das, obwohl sich Google verpflichtet hatte, solche für Standards relevante Patente zu fairen, nicht diskriminierenden Bedingungen zu lizenzieren, denn Google hatte argumentiert, die Zusage gelte nicht für die erst später hinzugekommene Tochter Motorola.

Die FTC entschied dabei mit drei gegen zwei Stimmen, dass Googles freiwillige Zusagen in diesem Punkt ausreichend sind.

Adwords-Exporte

Werbekunden, die Googles Adwords-Programm nutzen, will Google es künftig ermöglichen, ihre Daten zu Werbekampagnen zu exportieren, so dass sie die Kampagnen einfacher auch bei Konkurrenten schalten können. Dazu will Google die Lizenzbedingungen für das Adwords-API anpassen, allerdings nur für Werbekunden, die eine primäre Adresse in den USA haben. Internationale Kunden dürfen die Daten weiterhin nicht exportieren.

Kritik von Microsoft

Microsoft kritisiert die Einigung zwischen FTC und Google scharf, nicht nur in Sachen Patente: Die FTC habe eine Chance vertan, Googles unlautere Geschäftspraktiken zu unterbinden. Microsoft kritisiert, dass Googles Zusagen nicht bindend sind, da darin keine Strafen für Verstöße gegen die freiwilligen Zusagen enthalten sind. Zudem habe die FTC nicht dafür gesorgt, dass Microsoft Zugriff auf Googles Youtube-API erhält, um eine entsprechende App für Windows Phone zu entwickeln. Die FTC sei außerdem nicht mit Verträgen beschäftigt, die Google mit Websitebetreibern und Softwareanbietern geschlossen hat, damit diese die Google-Suche exklusiv einbinden. Und das, obwohl Google bereits zugesagt hat, das Thema im Rahmen des in Europa laufenden Kartellverfahrens anzugehen.

Zudem ist Microsoft mit der Einstellung des Verfahrens bezüglich der Google-Suche nicht einverstanden: Google bewerbe über seine Suche die eigenen Dienste systematisch. Beispielsweise werden Inhalte von Google+ integriert, nicht aber von Facebook, die nach Ansicht von Microsoft viel relevanter sein könnten. Was Microsoft aber verschweigt ist die Tatsache, dass Facebook Google keinen Zugriff auf die Daten gewährt. Microsoft wirft Google zudem vor, Shopping-Ergebnisse danach zu ranken, wie viel Geld Werbekunden dafür bezahlen.



Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 50,99€
  2. 1,19€
  3. 26,99€

GodsBoss 04. Jan 2013

Was verstehst du unter fest? Bing beispielsweise ist als Suchmaschine...

KangarooHeinrich 04. Jan 2013

Google sollte erst mal die Schmarotzer aus den Ergebnissen streichen, die Tatsache dass...


Folgen Sie uns
       


Sony Xperia 1 - Test

Das Xperia 1 eignet sich dank seines breiten OLED-Displays hervorragend zum Filmeschauen. Im Test zeigt Sonys neues Smartphone aber noch weitere Stärken.

Sony Xperia 1 - Test Video aufrufen
Ursula von der Leyen: Von Zensursula zur EU-Kommissionspräsidentin
Ursula von der Leyen
Von "Zensursula" zur EU-Kommissionspräsidentin

Nach der "Rede ihres Lebens" hat das Europäische Parlament am Dienstagabend Ursula von der Leyen an die Spitze der EU-Kommission gewählt. Die Christdemokratin will sich in ihrem neuen Amt binnen 100 Tagen für einen Ethik-Rahmen für KI und ambitioniertere Klimaziele stark machen. Den Planeten retten, lautet ihr ganz großer Vorsatz.
Ein Bericht von Justus Staufburg

  1. Adsense for Search Neue Milliardenstrafe gegen Google in der EU

Energie: Wo die Wasserstoffqualität getestet wird
Energie
Wo die Wasserstoffqualität getestet wird

Damit eine Brennstoffzelle einwandfrei arbeitet, braucht sie sauberen Wasserstoff. Wie aber lassen sich Verunreinigungen bis auf ein milliardstel Teil erfassen? Am Testfeld Wasserstoff in Duisburg wird das erprobt - und andere Technik für die Wasserstoffwirtschaft.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. Autos Elektro, Brennstoffzelle oder Diesel?
  2. Energiespeicher Heiße Steine sind effizienter als Brennstoffzellen
  3. Klimaschutz Großbritannien probt für den Kohleausstieg

Transport Fever 2 angespielt: Wachstum ist doch nicht alles
Transport Fever 2 angespielt
Wachstum ist doch nicht alles

Wesentlich mehr Umfang, bessere Übersicht dank neuer Benutzerführung und eine Kampagne mit 18 Missionen: Das Schweizer Entwicklerstudio Urban Games hat Golem.de das Aufbauspiel Transport Fever 2 vorgestellt - bei einer Bahnfahrt.
Von Achim Fehrenbach

  1. Mordhau angespielt Die mit dem Schwertknauf zuschlagen
  2. Bus Simulator angespielt Zwischen Bodenschwelle und Haltestelle
  3. Bright Memory angespielt Brachialer PC-Shooter aus China

    •  /