Kartellamt: Mundt kritisiert individuelle Preise im Onlinehandel

Der Chef des Bundeskartellamts sieht die flexiblen Preise im Onlinehandel kritisch. Die Vergleichsmöglichkeiten verändern sich für die Kunden. Eine aktuelle Umfrage zeigt, welch enorme Bedeutung Amazon auf den hiesigen Handel mittlerweile hat.

Artikel veröffentlicht am , /dpa
Andreas Mundt, Chef des Bundeskartellamts
Andreas Mundt, Chef des Bundeskartellamts (Bild: Bundeskartellamt)

Die Personalisierung der Preise im Onlinehandel ist für den Chef des Bundeskartelammts, Andreas Mundt, keine positive Entwicklung. Mundt äußerte sich im Gespräch mit der Wirtschaftswoche kritisch dazu, dass immer mehr Onlinehändler, Hotelketten Fluggesellschaften und Buchungsplattformen personalisierte Preise etwa abhängig von der IP-Adresse anbieten.

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Somit stünden keine oder zumindest ganz andere Vergleichsmöglichkeiten zur Verfügung als es heute üblich sei, sagte der Kartellamtschef. Der Kunde erfahre nicht, welchen Preis andere Personen für das gleiche Produkt bei demselben Händler bezahlten.

Amazons Dominanz im deutschen Handel

Eine aktuelle Umfrage wirft einen Blick auf den deutschen Onlinehandel. Demnach hat Amazon das Einkaufsverhalten der Deutschen nachhaltig verändert. Laut der Umfrage Total Retail 2017 der Unternehmensberatung Pwc kaufen inzwischen 90 Prozent der deutschen Online-Käufer bei Amazon ein. Gut ein Drittel der Befragten gab an, durch den Einkauf bei Amazon seltener im stationären Handel Geld auszugeben.

Dabei dient Amazons Internetseite vielen Konsumenten längst nicht mehr nur zum Einkaufen. Knapp die Hälfte der deutschen Online-Einkäufer nutzt die Website nach eigener Aussage auch als Suchmaschine für Produkte und für Preisvergleiche. Die Nutzung von Amazon sei für diese Gruppe ein fester Bestandteil des Kaufprozesses geworden, heißt es in der Untersuchung. Produkte und Preise von Wettbewerbern würde stets mit dem Angebot und dem Preisniveau von Amazon verglichen.

Weniger Einkäufe im stationären Handel

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Der Erfolg von Amazon hat spürbare Konsequenzen für die Konkurrenten in den Einkaufsstraßen und im Internet. Gut ein Drittel der befragten Amazon-Kunden (34 Prozent) gab an, mittlerweile seltener bei stationären Händlern einzukaufen. Jeder Vierte berichtete, seltener bei anderen Online-Händlern auf den Bestell-Button zu drücken.

Besonders die stationären Händler stehen nach Einschätzung des Pwc-Handelsexperten Gerd Bovensiepen vor großen Herausforderungen. Denn die Digitalisierung habe nicht nur die Art und Weise revolutioniert, wie Konsumenten Produkte und Dienstleistungen kaufen. Amazon und Co. hätten auch neue Standards bei Liefergeschwindigkeit, Produktauswahl und -erlebnis gesetzt.

Amazon peilt auch den stationären Handel an

Mit der Eröffnung von Buchläden und dem Kauf der US-Supermarktkette Whole Foods dringe Amazon auch in das bisherige Kerngeschäft des klassischen Handels vor. "Noch haben die Händler mit stationärem Ursprung einen Vorteil in der Offline-Welt, doch Amazon wird - nicht zuletzt dank seiner Unmengen an Kundendaten - so rasant aufholen wie wohl kein Unternehmen je zuvor", warnte Bovensiepen.

Die Unternehmensberatung Pwc hat für die Studie 25.000 Onlinekäufer in 29 Ländern befragt. In Deutschland wurden die Antworten von 1.004 Internetnutzern ausgewertet, die nach Alter, Geschlecht und Berufsgruppen repräsentativ für die deutschen Internetnutzer waren.

Die Untersuchung zeigt aber auch, dass der Einfluss von Amazon hierzulande geringer ist als in anderen Ländern. Nicht nur in den USA, sondern auch in Großbritannien, Italien und Japan ist der Anteil der Amazon-Kunden unter den Online-Käufern noch größer.

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cpt.dirk 19. Aug 2017

Es spricht ja nichts gegen einen zertifizierten Onlinehändler, bei dem Service, Auswahl...

cpt.dirk 19. Aug 2017

Meiner Einschätzung nach gibt es nach wie vor Absprachen zwischen Großhändlern und...

robinx999 17. Jul 2017

Da zumindest auf den Einwegrasierern laut PDF explizit auf den einen "FOR MAN" und auf...

Jakelandiar 17. Jul 2017

+1



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