Karsten Wildberger: Mediamarktsaturn-Chef wird Bundesdigitalminister

Digitalminister der künftigen schwarz-roten Bundesregierung soll der Manager Karsten Wildberger werden. Der Chef von Ceconomy, Mutterkonzern der Elektronikmarktketten Media Markt und Saturn, solle das neu geschaffene Ressort für Digitalisierung und Staatsmodernisierung übernehmen, teilte die CDU am 28. April 2025 in Berlin mit.
In einer Mitteilung von Ceconomy(öffnet im neuen Fenster) (PDF) sagte Wildberger zu seinem geplanten Wechsel in die Politik: "Ich fühle mich geehrt über das Vertrauen, das Friedrich Merz in mich setzt, und die Möglichkeit, der neue Minister für Digitales zu werden. Digitalisierung und Technologie waren prägende Themen meiner beruflichen Laufbahn, und das neue Ministerium wird eine entscheidende Rolle bei der Modernisierung unseres Landes spielen."
Wildberger übernahm im Jahr 2021 die Leitung von Ceconomy. Zuvor war der promovierte Physiker Vertriebsvorstand bei Energiekonzern Eon. Zwischen 2003 und 2021 arbeitete der mit dem Aachener Ingenieurspreis ausgezeichnete 55-Jährige(öffnet im neuen Fenster) in der Telekommunikationsbranche, bei T-Mobile, Vodafone und dem australischen Konzern Telstra.
Union und SPD hatten sich in ihrem Koalitionsvertrag auf die Einrichtung eines eigenständigen Digitalministeriums geeinigt . Details zu den Kompetenzen des neuen Ressorts enthält der Vertrag jedoch nicht . Diese dürfte der designierte Bundeskanzler Merz (CDU) spätestens nach seiner Wahl in einem Organisationserlass regeln.
Nachtrag vom 28. April 2025, 11:03 Uhr
Nach Einschätzung des IT-Branchenverbandes Bitkom(öffnet im neuen Fenster) liegen vor Wildberger "große Aufgaben" . Der Verband forderte im Zusammenhang mit dem neuen Ministerium "eine zügige und verbindliche Klärung der konkreten Zuständigkeiten, Befugnisse und Ressourcen, auch im nachgeordneten Bereich" . Das Digitalministerium könne nur schlagkräftig handeln, "wenn es die Federführung für die digitalen Kernthemen erhält und mit den notwendigen Koordinierungsrechten, einem Digitalvorbehalt sowie einem ausreichenden Einzelplan ausgestattet ist" .
Nachtrag vom 28. April 2025, 11:39 Uhr
Medienberichten zufolge(öffnet im neuen Fenster) gibt es im neuen Digitalministerium zwei Parlamentarische Staatssekretäre. Dafür sind die Bundestagsabgeordneten Philipp Amthor und Thomas Jarzombek vorgesehen. Amthor ist seit 2024 Generalsekretär der CDU Mecklenburg-Vorpommern. Zuletzt musste der 32-Jährige sich dafür rechtfertigen, das Informationsfreiheitsgesetz (IFG) in seiner bisherigen Form abschaffen zu wollen . Aufgrund einer IFG-Anfrage war 2021 ein Dokument bekanntgeworden, in dem Amthor im Jahr 2018 beim Wirtschaftsministerium für das dubiose KI-Unternehmen Augustus Intelligence geworben hatte .
Jarzombek gehört seit 2009 dem Bundestag an und verhandelte als Netzpolitiker unter anderem über die Abschaffung der Störerhaftung . In der Legislaturperiode von 2017 bis 2021 war der 52-Jährige Beauftragter des Bundeswirtschaftsministeriums für die Digitale Wirtschaft und Start-ups und Koordinator der Bundesregierung für Luft- und Raumfahrt.