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Karriere: Im Homeoffice seltener befördert

Laut einer Studie von McKinsey werden Beschäftigte, die überwiegend im Homeoffice arbeiten, bei Beförderungen oft übergangen.

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Karrierehindernis Homeoffice? (Bild: Pexels)

Ohne Präsenz kaum Aufstieg: So lautet das Ergebnis einer Studie des Beratungsunternehmens McKinsey. McKinsey-Partner Julian Kirchherr erläuterte in einem Interview mit dem Tagesspiegel die Gründe dafür.

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Wer hauptsächlich von zu Hause arbeite, könne schlichtweg weniger Bindung zu Vorgesetzten und Kollegen aufbauen, sagte Kirchherr. "Ich bin einfach nicht so präsent. Deswegen kann es mit der Beförderung ein wenig länger dauern."

Ohne Sichtbarkeit im Büroalltag und weniger persönlichen Kontakt bleibe man bei Entscheidungen über Aufstiegschancen häufig außen vor.

Zurück zum Büroalltag

Laut Kirchherr bewegen sich derzeit etwa zwei Drittel der Firmen wieder zurück in Richtung hybrider Arbeitsmodelle mit mehr Anwesenheitspflicht. Viele Unternehmen sorgen sich ihm zufolge über sinkende Produktivität und Kreativität bei dauerhaftem Homeoffice. Einige Studien, die Kirchherr allerdings nicht konkret nannte, würden auf bis zu 15 Prozent Effizienzverlust bei mobilem Arbeiten deuten.

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Auch der soziale Zusammenhalt im Team leide, wenn man nicht mehr so schnell persönlich Fragen stellen oder Probleme gemeinsam lösen könne, sagte Kirchherr. Zudem sei die Fluktuation bei sehr flexibler Homeoffice-Regelung teils um bis zu 5 Prozent höher, da die Bindung zum Arbeitgeber sinke.

Drei Tage Büro als neuer Standard

Kirchherr sieht einen Trend zu einem hybriden Modell mit drei Bürotagen pro Woche, wie es in den USA bereits verbreitet sei. Dies ermögliche einerseits mehr Flexibilität, sorge aber auch für ausreichend persönlichen Austausch und Teamwork. In Branchen mit Fachkräftemangel könnten Angestellte allerdings weiterhin flexiblere Regelungen durchsetzen.