Karlsruhe: EnBW testet induktives Laden mit E-Bussen

Der Energieversorger EnBW will in Karlsruhe induktives Laden auf einer Buslinie demonstrieren. Das System stammt vom israelischen Anbieter Electreon.

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Aufladen per Induktion wird demnächst in Karlsruhe getestet.
Aufladen per Induktion wird demnächst in Karlsruhe getestet. (Bild: EnBW)

Der baden-württembergische Energieversorger EnBW testet die Möglichkeiten des induktiven Ladens auf einer Buslinie in Karlsruhe. "Ab Oktober soll die Buslinie das neue EnBW-Ausbildungszentrum im Karlsruher Rheinhafen an den öffentlichen Personennahverkehr anbinden", teilte das Unternehmen am 24. August 2020 mit. Die Technik des israelischen Startups Electreon werde zunächst auf dem Gelände der EnBW aufgebaut. Später sollen die Ladespulen auch an der angrenzenden öffentlichen Straße eingebaut werden.

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Das sogenannte dynamische drahtlose Laden ermöglicht es, elektrisch betriebene Fahrzeuge während der Fahrt mit Strom zu versorgen. Entsprechende Versuche gibt es bereits in mehreren Ländern, unter anderem mit Electreon-Technik in Schweden und Israel. Das US-Unternehmen Qualcomm hat vor einiger Zeit in Versailles in Frankreich eine Teststrecke aufgebaut, wo das ursprünglich stationäre induktive Ladesystem Halo zu einem dynamischen System weiterentwickelt wurde.

Mit dem Projekt will die EnBW Chancen und Alltagstauglichkeit der induktiven Ladetechnik testen. "Das Besondere am induktiven Laden ist, dass die Technik auf der Straße unsichtbar und gleichzeitig sehr sicher ist. Der Aufbau der Ladestrecke für Elektrobusse soll uns zeigen, welche Rolle induktives Laden künftig bei Angeboten für unsere Kunden spielen kann", sagte Forschungs- und Entwicklungschef Wolfram Münch.

Die ersten Erdarbeiten an der Busstrecke beginnen demnach noch im August 2020. Die Installation der Ladetechnik und der Bau der Bushaltestelle soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden, bevor in einem weiteren Schritt von Anfang 2021 an auch ein Teil der an das Gelände angrenzenden öffentlichen Straße mit induktiven Ladespulen ausgestattet werde.

Technische Details und Kosten unklar

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EnBW machte zunächst keine Angaben zur übertragbaren Leistung, zur Länge der Strecke, zur Höhe der Kosten und zum Wirkungsgrad der Technik. Einem Firmenvideo von Electreon zufolge lassen sich Elektroautos auf einfache Weise mit den erforderlichen Sekundärspulen nachrüsten. Weitere technische Details werden auch auf der Webseite von Electreon nicht genannt.

Das System von Qualcomm ermöglichte eine Leistung von bis zu 20 Kilowatt (kW). Dabei befinden sich unter der Fahrbahn autonome Spulenelemente, die das erforderliche Magnetfeld aufbauen können. Innerhalb weniger Millisekunden wird ein ankommendes Fahrzeug erkannt und das Magnetfeld aufgebaut. Das wird mit Hilfe eines Nahbereichs-Beacons ermöglicht. Dabei wird der Drehstrom des Stromnetzes zunächst in Gleichstrom umgewandelt, um anschließend wieder in einen Wechselstrom mit 85 kHz konvertiert zu werden. Der Wirkungsgrad liegt laut Qualcomm bei etwa 80 Prozent. Angestrebt würden 85 Prozent.

Nachtrag vom 25. August 2020, 14:32 Uhr

Nach Angaben von EnBW-Sprecher Markus Mußgnug kann ein Empfänger bei der Electreon-Technik maximal 25 kW empfangen. "Im Bus werden drei Empfänger verbaut, wodurch sich die maximale Gesamtleistung auf 75 kW summiert", sagte Mußgnug auf Anfrage von Golem.de. Für die Zukunft wird bei unveränderter Spulengeometrie eine höhere Übertragungsleistung angestrebt.

Die Übertragungsfrequenz beträgt demnach 85 kHz. "Diese Frequenz ist im internationalen Standard für das induktive Laden von Kraftfahrzeugen (IEC 61980) festgelegt. Der Abstand zwischen der Sekundärspule und der Straße wird circa 17 cm betragen", sagte Mußgnug.

Zu den Kosten pro Streckenkilometer könne EnBW derzeit keine Aussage machen. "In unserem Projekt wird die Technik zum ersten Mal in Deutschland eingesetzt, die Planung ist daher verhältnismäßig aufwendig. Vor diesem Hintergrund würde die Umlage der Gesamtkosten auf die Strecke pro Kilometer ein verzerrtes Bild liefern", sagte der EnBW-Sprecher. Das Unternehmen gehe davon aus, "dass mit verstärkter Systemintegration und weiterentwickelten Materialien die Technologie noch erhebliches Kostensenkungspotenzial entwickeln kann".

Dem Sprecher zufolge ist das erste Ausbaustück 100 Meter lang. Die Strecke auf der öffentlichen Straße betrage 500 Meter. Dennoch geht EnBW davon aus, dass diese Strecke zusammen mit der Bushaltestelle ausreicht, damit der Bus tagsüber nicht auf andere Weise nachgeladen werden muss.

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