Abo
  • Services:

Open Source rettet den Codec

Auch künftig werden viele Unternehmen, allen voran die Inhalteanbieter von Videos sowie Gerätehersteller und andere Beteiligte, ein Interesse daran haben, Videocodecs ihren Anforderungen entsprechend weiterzuentwickeln. Das zeigt sich etwa an der Aomedia selbst. Immerhin hätten die dort organisierten Unternehmen auch für alle Zeit weiter H.264 oder gar den ebenso lizenzkostenfreien Codec VP9 nutzen können, wenn sie nicht mit den Bedingungen H.265 zufrieden sind.

Stellenmarkt
  1. BASF SE, Ludwigshafen
  2. WMF Group GmbH, Geislingen an der Steige

Nur ist eben genau das nicht eingetreten. Stattdessen haben sich viele unterschiedliche Industrieteilnehmer zu einem Konsortium zusammengeschlossen, um ihre Interessen gemeinsam zu verfolgen und einen alternativen Videocodec zu entwickeln. Und auch in Zukunft wird es wohl weiterhin viele Gründe geben, die dafür sprechen, Kodierverfahren zu verbessern.

Der Erfolg von Linux und den Hunderten daran beteiligten Unternehmen zeigt auch, dass derartige Kollaborationsprojekte mit den Bedürfnissen der Beteiligten wachsen und diese nicht etwa ihre Arbeit bei Fertigstellung einer Version einstellen.

Erprobtes Open-Source-Geschäft

Ebenso gibt es eine Vielzahl anderer Finanzierungsmodelle für Forschungseinrichtungen und -unternehmen, als Patente zu lizenzieren. So werden in der Hardware-Industrie etwa Lizenzkosten für fertige Designs verlangt. Auch für Open-Soure-Software gibt es seit Jahrzehnten erprobte Geschäftsmodelle, die ohne Patentzahlungen auskommen.

Letztlich wird wohl auch die Grundlagenforschung an Universitäten nicht wegen fehlender Zuwendungen zusammenbrechen. So werden Universitäten, zumindest in Europa, nach wie vor zu großen Teilen direkt vom Staat oder von staatlichen Institutionen über Steuergelder finanziert.

Ebenso sind private Universitäten und Forschungseinrichtungen schon jetzt in der Lage, Grundlagenforschung zu betreiben, ohne dass sie direkt an Produkten arbeiten oder ihre Forschung in Patente umwandeln müssten. Möglich machen das etwa Unternehmen, aber auch Privatpersonen, die ein Interesse an derartiger Forschung haben.

Was diese Überlegungen und die Ausführungen von Chiariglione schließlich für die Zukunft der MPEG bedeuten, ist derzeit noch völlig unklar. Theoretisch könnte sich etwa die MPEG von ihrem Lizenzmodell verabschieden. Sie könnte das der Aomedia übernehmen, mit dieser fusionieren und damit langfristig weiter an neuen Videocodecs arbeiten. Oder aber die MPEG geht - wie von Chiariglione prognostiziert - zu Ende und die Aomedia ist künftig das Standardgremium für die Entwicklung von Videocodecs. Damit beide Gremien langfristig überleben, muss die MPEG wohl aber einiges ändern.

 Keine MPEG, keine Codecs
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. The Witcher 3 GotY 24,69€, Runer 12,34€, Superhot 14,19€)
  2. 79,99€
  3. (-88%) 2,49€

Folgen Sie uns
       


Hyundai Ioniq - Test

Wir sind den elektrisch angetriebenen Hyundai Ioniq ausgiebig Probe gefahren.

Hyundai Ioniq - Test Video aufrufen
Underworld Ascendant angespielt: Unterirdische Freiheit mit kaputter Klinge
Underworld Ascendant angespielt
Unterirdische Freiheit mit kaputter Klinge

Wir sollen unser Können aus dem bahnbrechenden Ultima Underworld verlernen: Beim Anspielen des Nachfolgers Underworld Ascendant hat Golem.de absichtlich ein kaputtes Schwert bekommen - und trotzdem Spaß.
Von Peter Steinlechner

  1. Otherside Entertainment Underworld Ascendant soll mehr Licht ins Dunkle bringen

Datenverkauf bei Kommunen: Öffentliche Daten nicht verhökern, sondern sinnvoll nutzen
Datenverkauf bei Kommunen
Öffentliche Daten nicht verhökern, sondern sinnvoll nutzen

Der Städte- und Gemeindebund hat vorgeschlagen, Kommunen sollten ihre Daten verkaufen. Wie man es auch dreht und wendet: Es bleibt eine schlechte Idee.
Ein IMHO von Michael Peters und Walter Palmetshofer

  1. Gerichtsurteil Kein Recht auf anonyme IFG-Anfrage in Rheinland-Pfalz
  2. CDLA Linux Foundation veröffentlicht Open-Data-Lizenzen
  3. Deutscher Wetterdienst Wetterdaten sind jetzt Open Data

Digitalfotografie: Inkonsistentes Rauschen verrät den Fälscher
Digitalfotografie
Inkonsistentes Rauschen verrät den Fälscher

War der Anhänger wirklich so groß wie der Ring? Versucht da gerade einer, die Versicherung zu betuppen? Wenn Omas Erbstück geklaut wurde, muss die Versicherung wohl dem Digitalfoto des Geschädigten glauben. Oder sie engagiert einen Bildforensiker, der das Foto darauf untersucht, ob es bearbeitet wurde.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. iOS und Android Google lanciert drei experimentelle Foto-Apps
  2. Aufstecksucher für TL2 Entwarnung bei Leica

    •  /