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Kanada rüstet mit deutscher Technik auf: Zwölf U-Boote aus Kiel für die Royal Canadian Navy

Kanada entscheidet sich beim U-Boot-Kauf für Deutschland. Der Deal um Typ 212CD gilt als das größte Rüstungsgeschäft in der Landesgeschichte.
/ Andreas Donath
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Typ 212CD (Bild: team212cd.ca)
Typ 212CD Bild: team212cd.ca

Kanada baut seine Unterwasserflotte künftig mit deutscher Hilfe auf(öffnet im neuen Fenster). Die Regierung in Ottawa hat bestätigt, dass sie zwölf U-Boote vom Typ 212CD(öffnet im neuen Fenster) bei Thyssen Krupp Marine Systems bestellen will. Damit zählt der Auftrag zu den größten Rüstungsbeschaffungen in der Geschichte des Landes.

Ersetzt werden sollen die veralteten Boote der Victoria-Klasse, die seit der Übernahme durch Großbritannien im Jahr 1998 immer wieder Probleme haben. Aktuell befinden sich drei der vier Victoria-Boote in Wartung, was den Handlungsdruck zusätzlich verdeutlicht.

Premierminister Mark Carney verkündete das Ergebnis der Ausschreibung, bei der sich das deutsche Konsortium gegen die südkoreanische Hanwha Ocean und deren Modell KSS-III Batch II(öffnet im neuen Fenster) durchsetzte. Beide Boote sollen die militärischen Anforderungen Kanadas erfüllt haben. Den Ausschlag gaben demnach eher Kosten und industrielle Gegengeschäfte als die reine Leistungsfähigkeit.

Kanadas Kalkül in der Arktis

Das Interesse am Typ 212CD hängt eng mit Kanadas Arktisstrategie zusammen. Die Boote sind für lange Einsätze unter dem Eis ausgelegt, eine Fähigkeit, die der Victoria-Klasse fehlt. Das gewinnt an Bedeutung, weil die Nato der Arktis und dem Nordatlantik im Wettbewerb mit Russland und China zunehmend Aufmerksamkeit widmet.

Das Boot ist eine Weiterentwicklung der Type 212A, die bereits bei der deutschen Marine im Einsatz ist und künftig auch bei Norwegen fahren soll. Es verfügt über verbesserte Batterien, leistungsfähigere Dieselgeneratoren, mehr Reichweite und Geschwindigkeit sowie einen rautenförmigen Rumpf, der die akustische Signatur senken soll.

Die Wasserverdrängung an der Oberfläche soll bei rund 2.750 Tonnen liegen, deutlich mehr als beim Vorgängermodell. Die Boote sind etwa 73 Meter lang und mit sechs Torpedorohren im Kaliber 533 Millimeter ausgestattet.

Die Boote sollen mehr als 12 Milliarden US-Dollar kosten. Rechnet man jahrzehntelange Wartung und Support hinzu, könnte der Gesamtwert deutlich höher ausfallen, manche Schätzungen reichen bis zu 100 Milliarden US-Dollar. Die Vertragsverhandlungen zwischen Ottawa und TKMS sind noch nicht abgeschlossen.

Das deutsche Angebot ging offenbar über die reinen U-Boote hinaus. Berlin bot Kanada eine Beteiligung am gesamten Typ-212CD-Programm gemeinsam mit Norwegen an, dazu die Möglichkeit, Komponenten oder sogar ganze Boote im eigenen Land zu bauen. Auch deutsche Investitionen in kanadische Luftfahrt, seltene Erden und Batteriefertigung wurden ins Gespräch gebracht.

Südkorea wiederum hatte angeboten, im Erfolgsfall kanadischen Stahl für die Produktion gepanzerter Fahrzeuge zu verwenden.

TKMS signalisierte, ab 2027 jährlich drei bis vier Boote für Kanada bauen zu können. Kanada strebt an, spätestens 2035 das erste neue Boot zu erhalten.

Ein Bündnis unter Wasser

Über die reine Hardware hinaus steht die Entscheidung für eine engere Abstimmung zwischen Kanada, Deutschland und Norwegen bei Unterwasseroperationen. Alle drei Länder werden künftig denselben U-Boot-Typ fahren, was gemeinsame Logistik, Ausbildung und Wartung vereinfachen könnte. Zudem fliegen alle drei Staaten das Seefernaufklärungsflugzeug P-8 Poseidon, was weitere Kooperationsmöglichkeiten eröffnet.


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