Option 1: Das britisch-japanisch-italienische Programm GCAP
Das Global Combat Air Programme (GCAP) läuft seit Ende 2022 und ist das derzeit am weitesten fortgeschrittene Programm für einen Kampfjet der sechsten Generation in Europa. Großbritannien (BAE Systems), Italien (Leonardo) und Japan (JAIEC) haben mit dem Joint Venture Edgewing eine Struktur geschaffen, die beim FCAS fehlte: Jeder Partner hält exakt ein Drittel, Governance und Workshare sind gleichberechtigt verteilt(öffnet im neuen Fenster). Der erste Demonstratorflug ist für 2027 geplant, die Indienststellung für 2035 – fünf Jahre früher, als FCAS je hätte liefern können.
Italiens Verteidigungsminister Guido Crosetto lud Deutschland im Dezember 2025 ein, Ministerpräsidentin Giorgia Meloni und Kanzler Merz diskutierten das Szenario im Januar 2026 in Rom(öffnet im neuen Fenster). BAE Systems und Leonardo sind bereits Eurofighter-Partner, die industriellen Beziehungen sind vorhanden.
Doch das Programm hat eigene Probleme. Im April 2026 wurde ein Brückenvertrag über 686 Millionen Pfund unterzeichnet(öffnet im neuen Fenster), der die laufende Arbeit nur bis Ende Juni 2026 absichert. BAE-Manager Herman Claesen warnte, dass bei ausbleibender Anschlussfinanzierung rund 4.000 Ingenieure umdirigiert werden müssten. Italiens Frühphasenkosten stiegen laut einem Parlamentsdossier von ursprünglich 6 auf 18,6 Milliarden Euro. Und ein deutscher Einstieg käme spät: Deutschland wäre wohl nur Tier-2-Partner mit begrenztem Workshare.
Dazu kommt das Erweiterungsproblem. Saudi-Arabien signalisierte Interesse, Japan blockiert aber einen frühen saudi-arabischen Einstieg(öffnet im neuen Fenster) aus Exportbedenken. Käme Deutschland mit Spanien dazu, wäre GCAP ein Fünf-Nationen-Programm mit divergierenden Interessen – und die Eurofighter-Geschichte lehrt, wie mühsam solche Programme werden können.
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