Kampf um Unternehmenskunden: OpenAI plant deutliche Preissenkungen bei Token
OpenAI zieht drastische Preissenkungen für seine gewerblichen Kunden in Betracht. Wie das Wall Street Journal berichtet(öffnet im neuen Fenster), plant der Entwickler von ChatGPT erhebliche Nachlässe bei den sogenannten Token-Preisen. Mit dieser Abrechnungseinheit stellen KI-Anbieter Unternehmen die Nutzung ihrer Programmierschnittstellen (API) in Rechnung. Privatnutzer sind von diesen Preisänderungen allerdings nicht direkt betroffen. Der Schritt erfolgt in Erwartung ähnlicher Preisnachlässe durch den Konkurrenten Anthropic.
Zusätzlicher Preisdruck droht durch Google. Die Gemini-Modelle, insbesondere die Flash-Varianten, unterbieten sowohl ChatGPT als auch das Konkurrenzmodell Claude beim Preis. Googles Business-Pläne kosten rund die Hälfte dessen, was OpenAI verlangt.
Viele Firmen sind zudem unzufrieden mit den hohen laufenden Kosten für künstliche Intelligenz. Berichten zufolge übersteigen die Ausgaben für KI-Dienste in einigen Betrieben bereits die Personalkosten für Angestellte. OpenAI-CEO Sam Altman bezeichnete die Kosten auf einer Veranstaltung als ein großes Problem. Er kündigte an, Kunden dabei helfen zu wollen, mehr Wert für weniger Ausgaben zu erhalten.
Budgetgrenzen und Tokenmaxxing
Der wirtschaftliche Druck im Markt für Unternehmenskunden nimmt außerdem zu. Einige Konzerne investierten hohe Summen in KI-Programmierwerkzeuge, so dass die Verantwortlichen die Ausgaben nun begrenzen. Ein Manager des Fahrdienstleisters Uber erklärte, das Unternehmen habe sein Budget für das Jahr 2026 für agentische KI bereits vollständig aufgebraucht. Diese Entwicklung löste im Silicon Valley eine Debatte über das sogenannte Tokenmaxxing aus. Dabei verbrauchen Firmen möglichst viele Token zur Steigerung der Produktivität, auch wenn sich dadurch keine direkten Erträge einstellen.
Dabei offenbart sich ein Paradox: Im Marktdurchschnitt sind die Kosten pro Token in den vergangenen zwölf Monaten deutlich gesunken. Dennoch steigen die Gesamtausgaben vieler Unternehmen, weil der Verbrauch noch schneller wächst, als die Preise fallen. Agentische Workflows, längere Kontextfenster und eine tiefere Integration von KI in Geschäftsprozesse treiben den Token-Verbrauch in die Höhe – und machen günstigere Stückpreise zunichte.
Konkurrenzkampf und Börsenpläne
Ein weiteres Problem für OpenAI: Anthropic verzeichnete einen starken Umsatzsprung, nachdem das Programmierwerkzeug Claude Code unter Softwareentwicklern populär wurde. Berichten zufolge übertraf das Startup bei der Bewertung zeitweise OpenAI. Anthropic erreichte im Mai 2026 eine Bewertung von 965 Milliarden US-Dollar, während OpenAI im März 2026 mit 852 Milliarden US-Dollar bewertet wurde. Ein direkter Vergleich dieser Zahlen gilt jedoch als methodisch ungenau, da die Erhebungen aus unterschiedlichen Monaten stammen. OpenAI rückte das eigene Werkzeug Codex in den Fokus, liegt aber hinter dem Rivalen zurück.
Für die Anbieter birgt der Preiskampf allerdings Risiken. Denn beide Konzerne verzeichnen Verluste durch hohe Rechenkosten(öffnet im neuen Fenster). Zudem haben beide Unternehmen vertraulich einen Antrag auf einen Börsengang eingereicht.
- Anzeige Hier geht es zu Künstliche Intelligenz: Wissensverarbeitung bei Amazon Wenn Sie auf diesen Link klicken und darüber einkaufen, erhält Golem eine kleine Provision. Dies ändert nichts am Preis der Artikel.

